Making of… Vorausrüstwagen

 

Wie entstehen neue Bauvorhaben, und was passiert während des Entstehungsprozesses? Um dies zu beantworten, soll ein „Making of“ dienen.

Als erstes muss eine Idee her. Logisch. Wenn nicht gleich eine eigene ein solches Bauvorhaben in Gang wirft, dann meist das beinahe unerschöpfliche Quell des Internets. Bei den mannigfaltigen Inspirationsmöglichkeiten, seien es bereits existierende Modelle anderer Erbauer oder echte Vorbilder, schwirrt unterschwellig auch immer gleich ein ganzer Fragenkatalog mit: Braucht meine Feuerwehr so etwas? Wenn ja, welche und zu welchem Zweck? Und wenn ich keinen habe, kann ich einen schaffen, sodass er plausibel erscheint? Zudem möchte ich bauchtechnisch möglichst auch immer etwas neues, anderes ausprobieren. Ein neues Modell mit Gimmick sozusagen, wie sich alte Yps-Leser vielleicht erinnern werden. Das gelingt nicht immer, aber meistens.

In dem vorliegenden Fall half ein Video des lettischen Baumeisters de-marco, der ein Polizei-SUV in mit einem 5-Noppen-breiten Unterbau entwarf, beim Denkanstoß. 5w war nach einem Probebau im Verhältnis zu meinen anderen Kleinlastern, SUVs und Transportern dann doch breit und massig in der Erscheinung, sodass ich es wieder zerlegte, aber einige bestimmte Abschnitte für meine Zwecke behielt und modifizierte. Denn seine gesnotte Bauweise, Kotflügel mittels 1x2er Dachsteinen darzustellen, imponierte mir. Zudem schenkte ich meinem Modell ein lenkbare Vorderachse dank simpler 2x2er Drehplatte.

Ja, in der mir so vertrauten 4-Noppen breiten Bauweise wirkte bereits der Rohbau um einiges passender. Und die Idee, aus dem Fahrzeug ein Vorausrüstwagen zu bauen, war auch relativ früh mit mir abgemacht. Meine Erinnerung und das Netz förderten nämlich bei der Recherche Vorbilder aus den 1980/90ern zutage, die auf einem Mercedes-G- oder Range-Rover-Fahrgestell aufgebaut waren. Ich wollte meinem aber zunächst einen Geräteaufbau spendieren – soviel künstlerische Freiheit sollte es schon sein dürfen.

Und zack, begrüßte mich auch schon das erste Problem. Die verwendete Windchutzscheibe war im Vergleich zu den Cupboards zwei Plattenhöhen zu niedrig. Somit konnte das klassische Klappdach unter diesen Umständen keinesfalls zur Anwendung kommen. Also unterfütterte ich den Kabinenbereich um die beiden fehlenden Plattenhöhen, was allerdings zurfolge hatte, dass mir die Fahrzeugseitenhöhe zu massiv erschien. So verwarf ich die Idee mit dem Geräteaufbau schon bald wieder. Zurück auf Anfang. Wie war das mit den Mercedes-G- und Range-Rover-Vorbildern noch gleich? Sie waren ganz normale Geländewagen ohne Spezialaufbau. Vielleicht lag hierin die Lösung für mein Klappdachproblem…

Klappe ja, nur das schwebende Scharnier brauchte festen Boden. Und überhaupt konnte die gesamte Fahrzeugkonstruktion mehr Stabilität vertragen. Die Idee, rundherum eine Lage Platten zu installieren, hätte zu mehr Festigkeit beigetragen, aber eben gleich auch wieder die Gürtellinie des Autos erhöht. Gleichzeitig empfand ich während der Bauphase den Radstand mehr und mehr als zu kurz geraten.

„Länge läuft“, dachte ich mir und überarbeitete gleich die gesamte Seitenlinie. Ich erhöhte bspw. die Segmente zwischen den Dachsteinen, also die, die den Kotflügel-Look ausmachen, von zwei auf drei Platten, sprich einen ganzen Stein. Ebenso kehrte ich die Laufrichtung der Steine in Höhe der B-Säule um, in dem ich mithilfe von kurzen Technic-Pins zwei 1x2er Steine gegenläufig verband. Zudem verlängerte ich den hinteren Überhang um zwei weitere Plattenhöhen, ähm eigentlich -längen. Sei dem auch wie.

Jetzt sah die neue Blechfassung stimmig aus. Auch die beiden Achsen standen mittig im Radkasten. Das konnte und sollte so bleiben. Blieb ja nur noch der Aufbau. Ha, ein Klacks… 😉 Wir erinnern uns, die Cupboards waren ja zu hoch.Aber die Lösung hieß gesnottetes Seitenfenster. Hierbei schwebte mir zunächst ein gerader, schön kantiger Heckabschluss vor. Vielleicht ließ sich dabei eine größere Heckklappe installieren für einen geräumigen Zugang zum Stauraum. Nach einigem hin- und hertüfteln entschied ich mich stattdessen für eine gesnottete Frontscheibe, die der Silhouette eine insgesamt coupéhafte Anmutung verlieh. Paradox, eine Front- als Heckscheibe. Aber es funktionierte.

Und als das Modell nahezu komplett vor mir auf der Werktisch stand, mochte mir die Erscheinung sehr gefallen, da es eine sehr unkonventionelle aber statthafte Optik bot. Weil alle meiner Modelle ein gewisses Maß an Bespielbarkeit oder auch funktionale Details bieten sollen, gar müssen, verpasste ich dem Heck eine Klappe mittels 1x2er Klappscharnier, das Zugang zum Innenraum ermöglichte. Denn der sollte mit Generator und hydraulischem Rettungsgerät beladen werden. Klar, ist ja schließlich ein Vorausrüstwagen. Nun, der Rest ist bekannt.

Ach ja, an der Idee, das Modell auch im Auslieferungszustand anno 2002 zeigen zu können, fand ich sehr gefallen, sodass man hiermit – nicht alleine wegen der unterschiedlichen Farbwirkung – beinahe schon von zwei Modellen sprechen kann. Sie sind es aber nicht.

Vorausrüstwagen (VRW)

Die im Nordosten Farnheims angrenzende Gemeinde St. Joostersiel verfügt bekanntermaßen über eine kleine, aber leistungsstarke Freiwillige Feuerwehr, die im Ernstfall auf ein LF 8, eine DLA(K) 23/12 CC, ein TLF 20/24 und einen VRW zurückgreifen kann, der hiermit nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden will.

Aufgrund des steigenden Verkehrs in der Touristenregion in und um St. Joostersiel und die damit einhergegangenen gestiegenen Unfallzahlen machten die Beschaffung eines schnellen Vorausrüstwagens notwendig. Früher alarmierte man bei Hilfeleistungen auch immer die Freiwillige Feuerwehr Wranstersiel, was mit der Indienststellung dieses VRWs 2002 hinfällig wurde.

Beladen das Fahrzeug mit einem hydralischen Rettungssatz sowie Werkzeug, Wiederbelebungsrucksack, Feuerlöscher und einem transportablem Lichtmast samt kleinem Generator für Arbeiten in der Dunkelheit.

In den Jahren seiner Dienstzeit erfuhr der VRW in verschiedenen Stufen einsatztaktische Wertsteigerungen. Ursprünglich war das Fahrzeug vollends rot lackiert, wies eine andere Bereifung auf und hatte noch keine MatrixLED-Verkehrswarnanlage montiert. Diese kam erst 2015 auf das Dach. Bereits 2008 – im Zuge einer Unfallreparatur – bekam das Fahrzeug seine auffälligen weißen Außenecken und das weißes Dach spendiert. In dem Zuge aktualisierte man auch gleich die Beschriftung und rüstete eine Seilwinde nach, die, rot abgedeckt, unterhalb der vorderen Stoßstange hervorlugt.

Dieses Fahrzeug weist bauartbedingt eine komplett andersartige Konstruktion auf. Wesentliche Erkennungsmerkmale sind die genotteten Seitenflächen mitsamt fehlender Kotflügel und einer coupéhaften Dachlinie. Die Seitenlinie hat zur Folge, dass hierbei keine klassischen Autotüren eingebaut werden können. Sei’s drum, denn das große Feuerwehr-Symbol auf beiden Seiten überspielt seinen türlosen Zustand. Inspiration für diese ungewöhnliche Baumaßnahme war ein Video eines Modells in 5wide des lettischen Modellbauers de-marco. Und so entstand ein, zugegebenermaßen mäßig stabiles aber in der Erscheinung völlig anderes Fahrzeug.

Unfallautos

Als ich jüngst den Abschleppwagen zusammenklötzelte, dachte ich mir, es müsse doch möglich sein, gescheit verbeulte Unfallautos zu bauen. Und zwar solche, denen nicht einfach bloß ein paar Teile entnommen und daneben gelegt wurden. Sondern solche mit verbogenem Blech, übelst zurichtet und die ganze Dramatik der Geschehnisse zeigen.

Und als aus diesem Gedanken schließlich das orange „Crashed Car“ entstand,  war meine Zerstörungswut entfesselt. Und folgten noch drei weitere, allesamt mit unterschiedlichen Schadensbildern, die sich allerdings, ohne, dass ich es darauf angelegt hätte, recht gut ineinander verkeilen lassen. Man mag es angesichts der vielen kreuz- und querstehenden Teile kaum glauben; diese Modelle sind doch verhältnismäßig stabil. Und, KEIN einziges Bauteil ist in welcher Form auch immer unlegohaft nachbehandelt worden.

Abschleppwagen

Nach langer Zeit des Nichtbauens, kribbelt es so langsam wieder in den Fingern. Gut so! Und zum Start in die neue Bausaison und gleichzeizig als Fingerübung, ob ich es überhaupt noch hinbekomme, habe ich der Stadt Farnheim ausnahmsweise mal kein rotes, sondern ein gelbes Einsatzfahrzeug spendiert: einen Abschleppwagen für den CAN (Club Auto+Noppe). Auch hier findet die noch junge aber beliebte 4w/5w-Kombination Anwendung und bewegt sich nun erstmals auch in der Welt der zivilen Fahrzeuge.

Die Kabine stellt das bereits zigfach gebaute „Familiengesicht“ im aktuellen Facelift-Design dar. Das Plateau oder auch Pritsche ist zugunsten der Stabilität unbeweglich. Aber es wäre machbar. Um dem Modell an der Hinterachse Vorbildern entsprechend filigranere „Kotflügel“ aus Claw with Clip und 1×1 Fliese zu verpassen, musste ich den Teil des Fahrgestells ab etwa Höhe des Plateaus in gesnotteter Bauweise ausführen. Damit liegengebliebene Fahrzeuge dennoch vorbildgerecht aufladen zu können, dient ein Kran und/oder die kompakte Seilwinde samt heckseitig herabklappbahrer Rampen.

Selbstredend habe ich auch dieses Fahrzeug wieder mit einer Fülle an Details ausgestattet. Hierbei sind der seitliche Unterfahrschutz, Arbeitsscheinwerfer, Unterlegkeile, Feuerlöscher, Auspuffanlage und Frontblitzer durchaus  aufzählenswert.

Das Farbschema mit weißem Dach orientiert sich an der klassischen Wirtschaftwunder-und-danach-ADAC-Flotte, als die „gelben Engel“ noch im VW Käfer Pannenhilfe leisteten.

Aber das Fahrzeug wäre nicht komplett, wenn es nicht gleich auch einen PKW abzuschleppen hätte. Und so staffierte ich den Abschlepper mit einem zünftigen Sportwagen aus, der in meiner Vorstellung fachgerecht verunfallt sein sollte, und dazu fällt auch reichlich welliges Blech. Und darüber hinaus, derart erkennbar von den Rettern bearbeitet. Genau dieses Bild vor meinem geistigen Auge in der Größe und aus LEGO® umsetzen war eine kleine Herausforderung. Schließlich kam dabei ein fachgerecht zerbeulter Unfallwagen heraus.

Interessante Randnotiz: Nach unserem letzten Stammtisch ging ein Foto des Modells bei Facebook online. Und ein Kommentar dort fragte, ob es sich um Kjelds verunfallten Porsche handeln würde. Und plötzlich fiel auch mir der Groschen. Ich hatte hier – ohne jegliche Hintergedanken – offenbar ein verkleinertes Abbild des Technic-Porsche 911 GT3 RS geschaffen, welches der ADAC jüngst ziemlich effektvoll einem Crashtest unterzog und hier jetzt abgeschleppt wird.

 

Einsatz der Feuerwehr Farnheim bei Brick Bits 2018

Am Sonntag vormittag ereignete sich auf dem Groß-MOC „Flughafen Hamburg“ auf der diesjährigen Brick Bits während der Ausstellungszeit ein Zwischenfall. Ein Triebwerk einer am Terminal 2 stehenden Boeing 747 fing aus bislang ungeklärter Ursache Feuer. Schnell dehnte sich eine weithin sichtbare Rauchwolke entlang der Parkposition auf dem Vorfeld aus. Während die Besatzung eine schnelle Evakuierung des Fliegers einleitete, setzte sich die umgehend alarmierte Flughafenfeuerwehr zügig mit einem ICAO-Löschzug in Bewegung. Gleichzeitig rückte auch die Farnheimer Feuerwehr mit einem erweiterten Löschzug samt Sonderfahrzeugen zur sog. überörtlichen Hilfe an.

Während die schweren Flughafenlöschfahrzeuge bereits bei Erreichen der Einsatzstelle einen massiven Löschangriff einleiteten, unterstützten die Farnheimer die Tätigkeiten mit zusätzlichen Löschangriffen oder standen in Bereitstellung. Hierzu kam auch das neue GTLF 10 der Berufsfeuerwehr zum Einsatz und erlebte zugleich seine „Feuertaufe“. Dieses Fahrzeug ist so neu, dass es bislang noch nicht einmal von der Presseabteilung entsprechend fotogen ins Licht gerückt werden konnte.

Die Evakuierung des Jumbos wurde ohne nennenswerte Zwischenfälle besonnen und zügig abgeschlossen. Die Passagiere kamen lediglich mit einem Schrecken davon. Auch die Flammen am äußeren Triebwerk der linken Tragfläche waren rasch erstickt. Glück im Unglück, denn erst kurz zuvor war der Airbus für den Start bereits vollgetankt worden.

Die Passagiere konnten etwas später mit einem Ersatzflugzeug ihre Weiter-(Reise) nach New York antreten. Die Unfallermittler und der Triebwerkhersteller haben die Arbeiten aufgenommen, das Problem zu identifizieren.

Der Familie Burmester sei herzlich dafür gedankt, dass sie diese Ereignis auf Ihrem MOC freundlicherweise haben stattfinden ließen. Ebenso geht ein Dank an Wolfgang (legoviller) für die Unterstützung durch einige seiner 4wide-Fahrzeuge.

Einsatzdauer: ca. 35 Minuten

Personalstärke: 23 Mann

Eingesetzte Einheiten:
Feuerwehr Farnheim
• KdoW (WAL) (Florian Farnheim 01-KDOWWAL-1)
• Einsatzleitwagen ELW 1-3 (Florian Farnheim 03-ELW-1)
• Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-3 (Florian Farnheim 02-FLF-1)
• GTLF 10 (Florian Farnheim 02-FLF-1)
• SLF 30/60-6 (Florian Farnheim 02-SLF-1)
• WLF (Florian Farnheim 05-NEF-1) + AB T2 (Tank 2)
• RTW 19 (Florian Farnheim 03-RTW-1)
• NEF 6 (Florian Farnheim 05-NEF-1)

Flughafenfeuerwehr
RIV 1200/300
FLF 60/88-12
• RTW 19 (Florian Farnheim 03-RTW-2)
• NEF 6 (Florian Farnheim 02-NEF-6)

sowie einige Fahrzeuge von legoviller und der Familie Burmester.

Feuerwehr Farnheim on Tour – X

Das Ausstellungsjahr begann heuer ungewohnt früh. Am letzten Januarwochenende lud die LUG Steineland Harz+Heide zur Brick-Bits-Ausstellung nach Braunschweig. Und der ganze Farnheimer Feuerwehr-Tross musste natürlich mit. Wegen der Sicherheit…

Jahresrückblick 2017

Ehe das neue Jahr so richtig Fahrt aufnimmt, möchte ich die Zeit nutzen, den Blick noch einmal auf das Vergangene zu lenken. Was war während des vergangenen Jahres in Farnheim angesagt? Ein Jahresrückblick.

Ein herausragendes Ereignis war sicher das 30. Bestehen der Feuerwehr Farnheim. 1987 als fiktive Modellfeuerwehr ins Leben gerufen und seit 2009 als Feuerwehr mit Klemmbausteinen verwirklicht.

Über das vergangene Jahr verteilt erschienen 51 Artikel rund ums Thema LEGO, Feuerwehr und Co. Dazu gehörten 21 Vorstellungen neuer Feuerwehr-Modelle. Erwähnenswert waren sicher der Teleskoplader, der neue Bootswagen oder der Gerätekraftwagen, der als erstes Farnheimer Fahrzeug überhaupt mit einer zwillingsbereiften Achse ausgestattet ist. Überhaupt hatte die Feuerwehr Farnheim auch noch ein neues Löschboot, genauer gesagt eine Löschfähre, die „Branddirektor Schorpens“ in Dienst gestellt. Dann folgen dazu die nicht mitgezählten zahlreichen Artikel über Stammtisch-Schilder, Minifig-Sammelserien oder alternative Modelle.

Aber auch reale Themen fanden Beachtung: Ausstellungsbeteiligungen in Berlin oder Sankt Augustin, dazu ein Artikel über die großen Löschfahrzeuge der Feuerwehr Mülheim. Natürlich war auch wieder Feuerwehr Farnheim on Tour und erlebte hier und da das Ausstellungsgeschehen hautnah – z. B. in dem sie sich plötzlich mit einem Einsatz konfrontiert sah.

Der Artikel-Renner im vergangenen Jahr war eigentlich keiner, denn eher eine Übersichtsseite meiner Sammlung von alten LEGO®-Sets.

Die 186.199 (2016: 327.429) Pageviews des vergangenen Jahres teilten sich wie folgt auf:

  • Jan: 30.391 (29.514)
  • Feb: 19.625 (29.918)
  • Mrz: 16.557 (26.809)
  • Apr: 16.137 (28.871)
  • Mai: 13.881 (30.798)
  • Jun: 11.498 (31.002)
  • Jul: 15.742 (24.018)
  • Aug: 14.426 (24.993)
  • Sep: 9.753 (23.845)
  • Okt: 13.187 (24.250)
  • Nov: 13.186 (20.756)
  • Dez: 11.816 (25.435)

Top-Referrer waren in 2017 (in Klammern 2015):

Wie zu erwarten kamen einmal mehr die meisten Besucher aus Deutschland (113.057) mit weitem Abstand gefolgt von nun Österreich mit 23.453 Pageviews, das die USA auf den dritten Platz verdrängten (14.306). Dann folgten die Schweiz (6.862) und Ungarn mit 6.078 Pageviews.

Ich bin gespannt, was das neue Jahr bringen wird. Einiges ist bereits in Planung oder steht kurz vor der Veröffentlichkung. Dazu gehören auch neue Modelle, die in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zugegebenermaßen etwas zu kurz kamen. Also, es kann losgehen. Auf ein erfolgreichen 2018!

Löschgruppenfahrzeug (LF 8) der FF St. Joostersiel

Die Nachbargemeinde und Touristikort St. Joostersiel des Landkreises Jade-Land verfügt über eine eigene Freiwillige Feuerwehr und ist darüber hinaus als Stützpunktwehr für die angrenzenden Ortschaften Wranstersiel, Hafflingersiel und Westersiel zuständig. Ingesamt verfügt die Wehr über drei Fahrzeuge. Von denen mit dem LF 8 nun ein älteres aber wichtiges Fahrzeug bei der Brandbekämpfung aber auch bei technischen Hilfeleistungen vorstellig wird. Das „Mädchen für Alles“ ist Baujahr 1995, heißt „Gisela“ und wird von den Joostersieler Wehrfrauen und -männern liebevoll gehegt und gepflegt.

Ein Video von de-marco, ein lettischer Modellbauer auf Eurobricks, der eine interessante Mixtur aus 4- und 5-Noppen breiten Fahrzeugen mittels toller Bautechniken kreiert, brachte mich auf die Idee eines seiner Fahrzeugdesigns für ein Feuerwehr-MOC zu nutzen. Seine Bewegtbild-Bauanleitung ließ mich bei einigen Dingen wunderbar hinter die Kulissen schauen.

Auch ich verpasste dem Modell einen 5w-Aufbau, bei dem sich im Verlauf die Befestigung auf dem Chassis als äußerst kniffelig erwies. Der einzige Haltenoppe (siehe blauen eingesteckten Technic-Pin im Fahrgestell in Bild 12) lässt alles andere als hinreichende Haltbarkeit zu, da mir aufgrund der begrenzten Möglichkeiten, die Radstand und angesteckte Anbauteile bereithalten, bislang noch keine bessere Lösung eingefallen ist. Und überhaupt. Sämtliche Leitern, die es von TLC so gab und gibt sind entweder zu lang oder zu breit. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als kurzhand selbst eine zusammenzustecken. Ist ja auch ne Steckleiter. Haha. Nee, eigentlich eine Hakenleiter. Wie dem auch sei. Ein Finish mit weißen Kotflügeln und einer Bauchbinde entlang der Kabinenseiten komplettieren das MOC farblich.

GW-Boot „Bootswagen“

Die zahlreichen Wasserstraßen im Farnheimer Stadtgebiet machen eine Vorhaltung geeigneter und moderner Einsatzmittel notwendig. Daher verfügt die Berufsfeuerwehr über zwei Wasserrettungszüge (kurz WRZ), die in ihrer technischen Ausstattung allerdings nicht identisch sind. Der standardmäßig alarmierte WRZ I, der auf sog. Hafenwache (kurz F13) in Westerwede stationiert ist, ist in seiner einsatztaktischen Konzeption technisch umfangreicher und vielfältiger als der zweite Zug, der im Süden der Stadt auf der Feuer- und Rettungswache 5 in Lohstedt (F15) vorgehalten wird. Als Teil des WRZ 1 rückt dieser Gerätewagen-Boot, intern kurz Bootswagen genannt, laut AAO zum Einsatz aus. Neben einer umfangreichen technischen Beladung ist auf seinem Aufbaudach auch ein  stabiles und ausreichend dimensioniertes Schlauchboot verlastet. Dies kann mit dem heckseitig montierten Ladekran rasch zu Wasser gelassen werden. Im Grunde ist dieses Fahrzeug ein Rüstwagen, der speziell auf technische Hilfeleistungen auf dem Wasser ausgelegt ist.

Das Fahrzeug selbst verfügt über eine 440 PS starken Turbodiesel, Allradantrieb und eine besonders profilierte Bereifung, um auch im unwegsamen Gelänge in Ufernähe problemlos bewegt werden zu können.

Nun, diese kleine einleitende Geschichte sollte und wollte dem Leser nicht schon wieder ein neues Fahrzeug für ein erst ein paar Jahre altes Vehikel verkaufen. Das wäre doch (auch in Farnheim) etwas zu unrealistisch. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, der alte Bootswagen, also das Modell, hat es nun hinter sich. Daher mussten ein paar unverfängliche Zeilen das neue Exemplar anpreisen. In den knapp fünf Jahren, in denen der alte Bootswagen von Ausstallung zu Ausstellung zog, hat sich in Farnheim viel getan. Und somit hat es jetzt – im Zuge der Modernisierung Fahrzeugparks – auch eben dieses Modell erwischt.

Der Nachfolger ist eine vollständige Neuentwicklung. Allerdings ist er auch mit einigen Details ausstaffiert, die bei anderen Modellen in der jüngeren Vergangenheit bereits Anwendung fanden. So seien an dieser Stelle die zwillingsbereifte Hinterachse oder die wuchtigen Radausschnitte am Fahrerhaus in einer Randnotiz erwähnt. Apropos Radausschnitte. Als ich während des Bauvorgangs über den andersartigen Einsatz dieser Kotflügelteile sinnierte, war ich mir gar nicht der Tatsache bewusst, dass es davon zwei Bauteile mit unterschiedlichen Radausschnitten gibt. Laut Bricklick ist es das aktuelle Bauteil mit der Katalognummer 14520 und sein Vorgänger #52038. Mir fiel es erst auf, als ich ungedacht diese beiden Bauteile mit ihren verschiedenen Radausschnitten gegeneinander schob.

Jedenfalls. Meine Philosophie eines einheitlichen Fahrzeugparks habe ich bei der Gestaltung dieser Fahrerkabine mal beiseite geschoben. So konnte ich mir eine neue, wuchtige Optik zusammenbasteln, die voraussichtlich ein Einzelstück bleiben wird. Aber dies lies viele Details wie vier Frontblitzer und auch Nebenscheinwerfer möglich werden. Die signifikanteste Veränderung erhielt aber der Aufbau nebst Boot. Letzteres fand in dieser Montageweise bereits beim jüngst präsentierten Löschboot Verwendung und ist eine Entlehnung von einem Vorbild der 1000steine-Kollegin Dorothea Williams. Den Aufbau gestaltete ich diesmal in einer Breite von 5(!) Noppen. Diese ungerade Anzahl ist zwar nicht wirklich neu, denn bereits der GKW und der RTW verfügen über gleichbreite Aufbauten, allerdings haben gerade solch ungerade Lösungen bautechnisch ihren Reiz, und es wirkt im direkten visuellen Vergleich mit dem Fahrerhaus recht realitätsnah. Manch einer mag mir daher vielleicht nun vorhalten, ich würde meine alten 4w-Pfade verlassen, und zu einer Breite mit sechs Noppen ist es schließlich nicht mehr weit. Das ist zwar richtig, allerdings möchte ich entwarnend dagegen argumentieren, dass nach wie vor der nostalgische und klassische Grundgedanke hinter allen Werken steht – auch in Zukunft. Da sich meine Modelle und meine Bautechniken aber immer weiterentwickeln ist das Ausloten neuer Grenzbereiche durch solche „Ausreißer“ beabsichtigt, ohne aber den Fokus auf das traditionell Wesentliche aus den Augen zu verlieren.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2 Stück 2x2er + 2x10er Platte)

RW (Rüstwagen)

Der zweite Rüstwagen für umfangreiche technische Hilfeleistungen wurde 2015 beschafft und ist seitdem auf der Feuerwache 4, der Technik- und Umweltwache (intern F14), stationiert. Der ältere RW 2 versieht seinen Dienst nach einer Umverlegung derzeit auf der FRW 2 (F12). Ähnlich wie die Berufsfeuerwehr Düsseldorf verfolgt die BF in Farnheim das Konzept mit zwei Rüstwagen. Grund ist die weitläufige Größe des Stadtgebietes , bei der, bei nur einem Fahrzeug, die gesetzlich geforderte Maximalzeitspanne bis zum Erreichen der Einsatzstelle nicht mehr gewährleistet ist. Zudem entwickelte sich das Einsatzgebiet der FRW 2 im Nordosten der Stadt (dort kreuzen sich auch zwei hochfrequentente Autobahnen in einem Kreuz, das täglich rund 350.000 Fahrzeuge passieren) in den letzten Jahren zu einem Unfallschwerpunkt, so dass sich die Branddirektion zum Handeln veranlasst sah.

Technisch gesehen entspricht er einem RW 3 nach DIN vor der Novellierung von 2007. Jedoch wurde aufgrund der Neufassung auf die Kennungszahl verzichtet. Er rückt gemäß der AAO im Rüstzugverbund je nach Einsatzanforderung mit mind. dem ELW, einem FLF (Farnheimer Löschfahrzeug), dem FwK60 und einen RTW für den Eigenschutz aus. Weitere Komponenten können jederzeit den Zugverband ergänzen.

Der alte Rüstwagen, auch schon aus 2013, stand gedanklich bereits eine ganze Weile zur Überarbeitung an. War er doch optisch und technisch zu klein geraten für eine angenommenerweise fast 600.000 Einwohner fassende Metropole. Aber anstelle das Modell auseinanderzunehmen entschied ich mich, ihm einen weiteren und weitaus größeren Rüstwagen zur Seite zu stellen. Keine Unüblichkeit, denn viele Berufsfeuerwehren deutscher Großstädte halten nicht nur einen einzigen Rüstwagen vor. Düsseldorf ist dabei eben nur ein genanntes Beispiel von etlichen weiteren. Und so entstand ein MOC, das nicht alleine durch seine Bereifung und entsprechender Hochbeinigkeit größer wirkt, sondern auch der Aufbau – weil länger – bietet mehr Platz für die gerätetechnische Ausstattung. Auch hierbei entschied ich mich für einen heckseitigen Laderaum mit Bordwand, der je nach Einsatzzweck mit verschieden bestückten Rollcontainern beladen werden kann. Der Lichtmast, der zu jedem Rüstwagen gehört, wurde hierbei ins Wageninnere verlegt und ist selbstverständlich ausfahrbar.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2x10er + 2x3er + 1×2 auf 1x4er Bracket)