SLF 48/60-10 (Sonderlöschfahrzeug)

Lange bevor es in Serie gefertigte Großtanklöschfahrzeuge speziell für den urbanen Raum gab, besaß die Berufsfeuerwehr Farnheim bereits ein erstes, für große Brände ausgerichtetes Sonderfahrzeug. Rechtzeitig fertiggestellt und endabgenommen konnte es 1972 auf der Interschutz in Frankfurt am Main dem interessierten Fachpublikum vorgestellt werden.

Das Fahrzeug war für damalige, städtische Verhältnisse ein echter Löschriese. Der Aufbau war zunächst eine Einzelanfertigung und wurde extra nach den Bedürfnissen der Farnheimer Feuerwehr geplant und entwickelt. Die Brandbekämpfung im Allgemeinen sah seinerzeit vor, den Löschangriff über die damals weitverbreiteten standardisierten LF 16 vorzunehmen. Unterstützt wurden sie, je nach Alarmierungsgrad, durch sog. Zubringerlöschfahrzeuge (intern scherzhaft „Wasserkühe“ genannt), die einzig mit größeren Löschmittelmengen aufwarten konnten.

Das neue Fahrzeug galt als einsatztaktische Weiterentwicklung dieser in Farnheim eingesetzten Zubringerlöschfahrzeuge. Die Tanks des neuen SLFs fassten nunmehr 6.000 L Wasser und 1.000 L Schaum. Die auf hohen Wasserdurchfluss ausgerichtete Kreiselpumpe förderte 4.800 L in der Minute und der kombinierte Schaum-Wasserwerfer, der vom Fahrerhausinneren aus bedient werden konnte, schoss rund 3.000 L Löschmittel/Minute etwa 70 Meter weit dem Brandherd entgegen.

Der Fahrzeugtyp bewährte sich in der Farnheimer Einsatzpraxis so gut, dass die Feuerwehr im folgenden Jahr noch ein weiteres Fahrzeug beschaffte. Heute steht der Fahrzeugtyp gewissermaßen in dritter Generation im Einsatzdienst. 1990 erfolgte mit der Beschaffung zweier Nachfolger die schrittweise Ausmusterung der Fahrzeuge, bei der sie zunächst bis 1993 als Reserve fungierten, ehe sie schlussendlich außer Dienst gingen. 1995 wurde eines der beiden Fahrzeuge an einen kleinen Flugplatz in Hessen verkauft, das zweite Fahrzeug schenkte man einer Feuerwehr in Dalmatien (Kroatien). Dort wurde es nach einigen Dienstjahren kurz nach der Jahrtausendwende offenbar verschrottet, denn hier verliert sich seine Spur. Als die im Jahr 2008 neu gegründete Abteilung der Feuerwehrhistorik begann, nach dem Verbleib einiger ehemaliger Fahrzeuge zu forschen, stieß man bei der Recherche bei einem Händler für gebrauchte Nutzfahrzeuge in Bayern auf das besagte SLF, das mittlerweile in einem sehr bemitleidenswerten Zustand war. Nachdem der Ursprung aus Farnheim zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte und man mit dem Händler handelseinig wurde, holte man das Fahrzeug wieder zurück an die Jade. In über vielen hundert Stunden Sanierung und Restaurierung erstrahlt das erste Sonderlöschfahrzeug der Feuerwehr heute wieder stolz im Auslieferungszustand von 1972 und kann neben vielen anderen Exponaten im neuen Feuerwehrmuseum bestaunt werden.

Als ich vor über über 4 1/2 Jahren dieses Modell erschuf, war ich aus verschiedensten Gründen nicht so recht mit dem Ergebnis zufrieden. Zu keiner Zeit. Zwar stellte ich das Fahrzeug in den folgenden Jahren auf zahlreichen Ausstellungen zur Schau, aber das modellbauerische Ergebnis wollte mich auch durch’s sog. „Schöngucken“ nicht so recht überzeugen. Es basiert locker auf einem Vorbildfahrzeug, das ab 1972 bei der Berufsfeuerwehr Antwerpen Dienst tat. Ziel war es nie, es so exakt wie möglich nachzubauen. Dabei faszinierten mich Details wie die großen Dachwerfer, die Tanksektion sowie die Anordnung der Gerätefächer dazu. Hinzu kam eine Staffelkabine, die dem Originalfahrzeug mitsamt dem langen Aufbau zu einer schön gestreckten und schnörkellosen Seitenlinie verhalf. Vermutlich war mein Modell von damals einfach nicht lang genug. Und so ging ich das Projekt kürzlich noch einmal an.

Nach wie vor ist meine Version kein präziser Nachbau, sondern vielmehr etwas Eigenes, das auf die damaligen Bedürfnisse der Farnheimer zugeschnitten ist. So wurde in der Überarbeitung der Aufbau in großen Teilen neu zusammengesetzt und ein hinteres Gerätefächersegment hinzugefügt. Gleichzeitig habe ich den vier Noppen breiten Geräteraumzugang, der hinter der Kabine anschloss, zugunsten einer Schnellangriffseinrichtung und kleinen Gerätefächern durch die beliebten Cupboards getauscht. Dabei wurde auch der Radstand um eine Noppe verlängert. Der massive Dachwerfer verschwand und wurde durch eine dem Modell in der Länge passendere Version ersetzt. Parallel erhielt das Aufbaudach aus hellgrauen Platten eine durchgängige begehbare Fläche. Anhand der diagonalen Warnschraffierung an den Fahrzeugecken und dem bekannten weiß-roten Look meiner Feuerwehr-Oldtimer soll dieses Fahrzeug optisch der Zeit-Epoche während der 1960er bis weit in die 1970er Jahre hinein leicht zuzuordnen sein. Schließlich erhielt auch die Fahrzeugfront eine kleine optische Anpassung. Aber die wechselvolle Geschichte, die ich mir damals hierfür ersann, blieb erhalten.

SW 2000 Tr. (Schlauchwagen)

Schlauchwagen haben bei der Feuerwehr eine lange Tradition. Sie gelten als wichtiges Unterstützungsfahrzeug in der Brandbekämpfung. Überall dort, wo bspw. Löschwasser über lange Wegstrecken gefördert werden muss, oder, wenn das in herkömmlichen Löschfahrzeugen mitgeführte Schlauchmaterial nicht ausreicht (z.B. bei Großbränden), kommen solche Fahrzeuge zum Einsatz. Sie haben dazu vornehmlich allerlei Schlauchmaterial an Bord. Genauer gesagt insgesamt 2.000 m B-Schläuche, wovon 600 Meter in sog. Buchten im Fahrzeugheck vorgekuppelt lagern, die auch während einer Schrittfahrt verlegt werden können.

Zudem finden sich auf dem Fahrzeug weiteres Schlauchmaterial mit kleineren Durchmessern, zahlreiche wasserfördernde Armaturen, wie Verteiler, Stand- und Strahlrohre, eine Tragkragspritze 8/8 zur Förderung des Löschwassers sowie Schaummittel, Kupplungen etc. Bewegt und bedient wird dieses Fahrzeug von einem selbsttätigen Trupp (1/2). Daher deutet auch das hintere Buchstabenkürzel hin. Es gibt sie auch mit einer Staffelkabine in der Besetzung 1/5.

Kommen wir zur Feuerwehr Farnheim: die beschaffte 1978 zwei baugleiche SW 2000 Tr., wovon einer noch heute – nach über 45 Jahren – im Arbeitsdienst steht. Er trägt bis heute sogar das alte Farbschema mit weiß abgesetzten Fahrzeugecken. Nach zahlreich erfolgten Umsetzungen in seinem Arbeitsleben zu anderen Standorten innerhalb des Stadtgebietes ist er nun seit einigen Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Jadergroden im Südwesten der Stadt unterstellt, und hier wird er auch bleiben, denn seine Ausmusterung soll in Kürze erfolgen.

Dass eine solche Geschichte durchaus wahrheitsgetreu ist, zeigt ein Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr Bremerhaven-Lehe; tatsächlich ohne, dass meine davon inspiriert wurde. Scheinbar ist das Fahrzeug dort noch immer im Dienst, denn er wird auf der Seite der Stadtverwaltung Bremerhaven nach wie vor geführt.

Ehrlicherweise gehört ein solches Standardfahrzeug nicht wirklich zu den Fahrzeugentypen, die es für die Nachwelt zu erhalten gilt, aber dennoch war und ist er nach wie vor eine wichtige Unterstützung im Kampf gegen das Feuer. Ich wählte mir diese Art Fahrzeug aus, um dem alten Kurzhauber-WLF auch die Version mit kürzerer Haube zur Seite zu stellen. Denn das Vorbild war ein weit verbreitete Fahrzeugbasis in den 1960ern bis in die 1990er Jahre hinein – nicht zuletzt bei vielen freiwilligen Wehren im Land.

Der Aufbau ist erneut aus einer gestürzt angeordneten Cupbard-Basis entstanden. Die Dachbeladung besteht aus einer Schlauchbrücke (die rot-weißen Rohre), Reserverad, Schlauchbrücken und einer Steckleiter. Das Heck wurde angesnottet, will heißen, das dortige Gerätefach lässt sich nicht öffnen. Zudem bekamen die hinteren Fahrzeugecken rot-weiße Diagonalstreifen aus Selbstklebefolie, wie es für die Zeit vielerorts üblich war. Die Kabine ist nahezu kompletter Nachbau der WLF-Kabine, jedoch war die Verkürzung etwas kniffelig. Tatsächlich ist es augenblicklich nicht möglich die Autotüren auf einer Noppe zu fixieren.

Der Fotovergleich mit dem Wechsellader auf den letzten beiden Bildern zeigt übrigens den optischen Unterschied zwischen den beiden Haubenlängen.

GW-Bau (Gerätewagen-Bau)

Schon immer wird die Feuerwehr zu Unfällen hinzugezogen, wobei Personen oder Tiere unter der Erde entweder verschüttet sind oder zu verschütten drohen. Zu diesem Zwecke verfügte die Berufsfeuerwehr von 1968-1976 über einen speziellen LKW mit sieben Tonnen Nutzlast. Eingesetzt wurde er als sogenannter Tiefbau-Rüstwagen auf dessen Ladefläche diverses Abstützmaterial, Schnellschalttafeln und Rettungsringe/-röhren verlastet waren, um die Position ebensolcher Personen oder Tiere an Ort und Stelle zu sichern und die Rettung entsprechend zu vereinfachen bzw. gefahrloser für alle Beteiligten zu gestalten.

1976 ersetzte ein leistungsfähigeres Fahrzeug mit höhrer Nutzlast diesen Vorgänger, der an einen Bauunternehmer verkauft wurde, ehe 1995 ein entsprechender Abrollbehälter auch den Nachfolger ersetzte. Heute wird bei derartigen Einsatzstichworten auch immer gleich die Fachgruppe Höhenrettung alarmiert. Der Name hierfür mag irrerührend sein, jedoch sind damit Rettungen aus (mitunter großen) Höhen und Tiefen gemeint.

2015 führte ein Mitarbeiter der Farnheimer Feuerwehrhistorik zufällig ein Gespräch mit einer Person, die sich im Verlaufe als der Bauunternehmer von damals herausstellte. Mittlerweile pensoniert hatte er sein Geschäft schon einige Jahre zuvor seinem Sohn übergeben. Der LKW war aber noch immer Teil der Firmenflotte und kam gelegentlich sogar noch zu Einsätzen. Da aber der Sohn beabsichtigte nach all der Zeit nun einen modernen LKW zu beschaffen, sollte der alte seinen endlich Platz räumen. Gerade noch rechtzeitig, könnte man meinen, fand damals das Gespräch mit dem Bauunternehmer statt. Denn dadurch gelangte er zurück zu alter Wirkungsstätte. Nach einer gründlichen Restaurierung darf er heute wieder die Beladung von damals mit sich herumschleppen.

Das Vorbild war dereinst bei der Berufsfeuerwehr Köln zu finden. Sie hatte zunächst, ebenfalls ab 1968, einen Büssing BS 14 AK und als Nachfolger ab 1972 einen MAN 9.168 HA im Fuhrpark. Heute erfüllt ein spezieller Abrollbehälter denselben Zweck. Ohne das Original zu kopieren habe ich aber schon die Hauptmerkmale der Beladung nachempfunden: Baggerschaufel, Schnellschalttafeln und die Rettungsringe, bzw. -röhren.

Ursprunglich sollte den LKW auch das Fahrerhaus des WLFs zieren, allerdings mit einer kürzeren Haube. Als mir das, aufgrund der Art und Weise, wie ich die Wechselladerkabine baute, im Verlaufe nicht jedoch zufriedenstellend gelang, habe ich mich kurzerhand dazu umentschieden, dem Modell ein gänzlich anderes Gesicht zu verpassen.

Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass die Pritsche um eine halbe Noppe nach vorn versetzt ist, um dem heckseitig montierten Kran etwas mehr Aktionsraum geben. Zudem setzte ich das Fahrgestell um eine Noppe höher, um den Allrad-Charakter stärker herauszustellen.

Als Erkennungsmerkmal für die Fahrzeuge aus jener Epoche und entsprechendes Finish verfügt auch der GW-Bau über das bekannte Frankfurter Lackierschema mit den weiß abgesetzten Ecken.

SZ-SM (Sattelzug Schaummittel)

Im Jahr 1966 beschaffte die Branddirektion eine Zugmaschine sowie einen Tank-Auflieger, der 5.000 L Proteinschaummittel für die Erzeugung von Schwerschaum, fasste. Dem Auflieger folgten noch zwei weitere: Einer beladen mit Schnellkupplungsrohren und ein anderer mit zwei separaten Tanks für die Aufnahme von insgesamt 4.500 Litern Flüssigkeiten der Gefahrenklasse A III (Diesel und Heizöl). Zum einem ließ sich damit bei längerfristigen Einsätzen der Betrieb an Einsatzstellen sicherstellen, zum anderen konnten im Rahmen der Alarmierungen des Ölalarmzuges brennbare Flüssigkeiten aufgenommen werden.

Während die letztgenannten beiden Auflieger längst nicht mehr existieren, hat man den Schaumtank-Auflieger für die Nachwelt erhalten. Sein Haupteinsatzzweck bestand einst darin, bei großen Mineralölbränden die Einsatzkräfte vor Ort mit ausreichenden Mengen an Schaummitteln zu versorgen. Mit einer verlasteten 200-Liter-Pumpe, angetrieben von einem Industriemotor mit nachgeschaltetem Zumischer konnte Schaummittel direkt erzeugt oder zu anderen Einheiten gefördert werden.

Dieses System wurde allerdings mit Einführung des Wechselladerprogramms und den einhergehenden Abrollbehältern mit großen Mengen Schaummitteln überflüssig und 1979 schließlich außer Dienst genommen. Heute ist das Fahrzeug aufgrund seiner einzigartigen Erscheinung eines der Highlights des kommenden Feuerwehrmuseums.

Die Zugmaschine, ein Eckhauber der Humboldt Automobilfabrik, trieb ein 6-Zylinder-Dieselmotor an, der 125 PS leistete. Sie bildete mit dem Schaumtank-Anhänger einen Sattelzug und war auf der Feuerwache 2 im Nordosten der Stadt stationiert. Das Gespann war aufgrund seines Gewichts und der nicht gerade üppig motorisierten Zugmaschine nicht das Schnellste. Wenn das Fahrzeug bei Großbränden nachalarmiert zur Einsatzstelle aufbrach, begaben sich die Feuerwehrbediensteten auf die selbsternannte „Schleichfahrt bis zum Morgengrauen“.

Die Zugmaschine ist eine Humboldt Saturon DS.125 FA

Dieses Modell stand vor seiner Fertigstellung einige Wochen unter „Beobachtung“, denn es sollte zunächst daraus ein GTLF 12.000 entstehen. Der Auflieger war auch bereits weit fortgeschritten, jedoch war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob die Wahl auf einen solchen Fahrzeugtyp für meine städtische Feuerwehr in den 1960er Jahren auch wirklich passend wäre. Erst ein Blick in das MIBA-Buch über die Frankfurter Feuerwehr „Brandschutz in einer Metropole – Band 2“ lieferte den für mich entscheidenden Hinweis. Dort war ein ähnliches Gespann abgebildet, jedoch wählte ich für die Form des Tanks eine recht flache, fast ovale Formgebung – eine für damalige Verhältnisse weithin geläufige Bauform. Um diese Optik zu erreichen, habe ich die Unterseite gegen die Oberseite gekontert und auf dem Kopf gebaut. Durch die Befestigung der Oberseite mit dem Fahrgestell wird zudem die nur aufgelegte Unterseite in ihrer Position fixiert.

Die Zugmaschine nimmt das Design des Rüstkranwagens oder besser der Drehleiter (wegen der kürzeren Haube) wieder auf, um sie der Epoche entsprechend aussehen zu lassen; auch, um bereits damals einen verhältnismäßig einheitlichen Fahrzeugpark zu erreichen. Selbstredend sorgen einige Details, wie ein Aufstieg am vorderen Tankende, Tankzu- und abgänge am Auflieger, seitliche Schnellangriffe, Gerätekästen und ein Bremskeil für das nötige Finish. Auch weist das Gespann das sog. Frankfurter Farbschema auf.

WLF (Wechselladerfahrzeug)

Als die Branddirektion 1975 das neue Wechsellader-Fahrzeugkonzept der Öffentlichkeit präsentierte, konnte man noch nicht absehen, wie sich das hochflexible System bis zum heutigen Tage entwickeln würde. Mit beinahe einem halben Jahrhundert Abstand kann man das nun in nur einem Wort zusammenfassen: umfangreich. Denn 54 Abrollbehälter stehen heutzutage für die Bewältigung unterschiedlichster Aufgaben bei der Feuerwehr Farnheim bereit, die auf insgesamt 13 Trägerfahrzeuge der BF und FF verlastet werden können.

Im Pool der Museumsfahrzeuge befindet sich seit diesem Spätsommer auch ein WLF der ersten Generation. In diesem Fall war der 13-Tonner von 1975 bis 1999 im Dienst, ehe er an einen ortsansässigen Fuhrunternehmer verkauft wurde. Das Fahrzeug war dort noch bis knapp 2010 im Dienst, ehe ein privater Sammler das Fahrzeug erstand. Mittlerweile deutete von außen nichts mehr auf den ursprünglichen Einsatzzweck hin, denn der Wechsellader hatte zwischendurch eine neue Lackierung in himmelblau erhalten.

Als der Sammler zwischenzeitig verstarb, wurde Anfang 2019 die Oldtimer-Sammlung aufgelöst. Die historische Abteilung der Feuerwehr kaufte das Fahrzeug aus dem Nachlass des Sammlers zurück, und die erste technische Abnahme an neuer alter Wirkungsstätte bescheinigte dem alten robusten WLF einen durchaus patinösen aber respektablen Zustand – mitgenommen zwar, aber technisch stand er technisch recht gut da. Da das Fahrzeug insbesondere in den letzten 10 Jahren kaum Witterungseinflüssen ausgesetzt wurde, hielt sich die Rostbildung an Kabine und Rahmen schließlich auch in überschaubaren Grenzen. Dennoch waren viele hundert Stunden Arbeit nötig, um das Fahrzeug wieder in den Auslieferungszustand von 1975 zurückzuversetzen.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen MAS KH 1419F der Maschinenfabrik Augustastadt. Der Nomenklatur folgend leitete 6-Zylinder-Diesel rund 190 PS bei 14 to. zGM. Das KH-Kürzel stand für Kurzhauber und das F für Feuerwehraufführung. Das Abrollsystem installierte die Fa. Hakotech. Sein damaliger Fahrzeugzwilling überfüllte übrigens die gleichen technischen Rahmenbedingungen.

Mit dem AB-Tank konnte auch ein Abrollbehälter aus der ersten Beschaffungsserie restauriert werden. Tatsächlich war das WLF während der aktiven Dienstzeit mit genau diesem AB „verheiratet“, d.h. ständig beladen. Hierbei war dessen Beschaffung nicht ansatzweise so zeitaufwendig, denn der Container war nach Herausnahme aus dem täglichen Einsatzdienst im Jahr 2001 nach kurzer Revisionspause bis vor wenigen Jahren praktische Ausbildungsgerätschaft für Gefahrguteinsätze an derhauseigenen Feuerwehrschule.

Die Mulde befindet sich noch heute im aktiven Einsatzdienst – bald 50 Jahre nach Indienststellung. Sie wurde mit den Jahrzehnten mehrere Male teils mit größerem Aufwand grundsaniert, da sie die meiste Zeit, sommers wie winters, der Witterung ausgesetzt war. Da außer Stahlblech an ihr nichts kaputtgehen kann, wird sie wohl noch einige Jahre weiterhin zuverlässig ihren Dienst verrichten, vor allem auch, weil sie seit 2013 endlich einen festen Unterstellplatz hat.

Vor einigen Jahren hatte ich bereits mal einen Kurzhauber gebaut, wie man ihn als Mercedes-Benz kennt. Noch im traditionellen 4wide. Fragmente, wie die Motorhhaubengestaltung, blieben nach dem Zerlegen übrig und erst einmal liegen. Erst kürzlich nahm ich das Projekt noch einmal in die Hände und fing um die Haube herum komplett neu an. Da nun ein WLF aus den Versatzstücken entstehen sollte, empfahlt sich die 4er Breite nur noch in Teilen, da auch die aktuellen Abrollbehälter auf den künftigten Oldtimer und das Fahrzeug selbst künftig zu den aktuellen Geschwistern passen mussten. Zwar hatte ich der Vergangenheit bereits einige 5w-WLFs zusammengebaut, jedoch war auch diese Enstehungsphase wieder eine, die gekennzeichnet war vom Ausprobieren und abermaligen Umbauen. Das Tüfteln begann bereits mit der Entstehung der Kabine. Gesnottetes, also auf der Seite liegende Steine, hat nun mal keine typische Steinehöhe. Somit musste ich mir etwas einfallen lassen, um den vorderen Teil rund um die Motorenverkleidung mit dem Kabinenabteil zu verbinden, ohne größere Lücken klaffen zu lassen. Wenn man genau hinsieht, gibt es nur noch zwei kleine Spalte: einen horizontalen vor den Türen unterhalt der Scheibe und einen in unmittelbarer Nähe oberhalb des Kotflügels. Ich denke, das kann man so lassen und ist durchaus akzeptabel.

GW-W (Gerätewagen-Wasserrettung)

1957 beschaffte die Berufsfeuerwehr Farnheim ihren ersten auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Gerätewagen für die Wasserrettung nach dem zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte noch ein in Eigenregie umgebautes LLG (Leichtes Löschfahrzeug), das den 2. Weltkrieg überlebte, als Einsatzfahrzeug genüge getan. Auf einem 5to-Fahrgestell von HanoMOC F35 baute die Feuerschutzfabrik Steinle einen sehr flachen Aufbau auf dessen Dach im Fahrbetrieb ein Aluminiumboot verlastet war. Mittels am Heck montierten Spindeln war die Fahrzeugbesatzung in der Lage, das Boot vom Fahrzeugdach zu holen und Klarschiff zu machen. Der 4-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor des HanoMOC enwickelte bei 2.800 U/Min 51 kW (70 PS).

Das Fahrzeug ging 1972 außer Dienst und wurde an die Freiwillige Feuerwehr Marktmaschenroth verkauft. Dort leistete es noch einige Jahre wertvolle Dienste, ehe es auch dort endgültig in den verdienten Ruhestand wechselte. Eine private Sammlergemeinschaft aus Hessen kaufte das Fahrzeug von der Feuerwehr auf und restaurierte es im Rahmen ihrer Möglichkeiten. So fuhr es bis in 1990er Jahre hinein bei Oldtimer-Sternfahrten mit oder war Teil historischer Fahrzeugausstellungen. 2002 trennte sich sich die Sammlergemeinschaft von zahlreichen Exponaten, zu denen auch der alte HanoMOC gehörte. Er fand bei einem Gebrauchtwagenhändler für Nutzfahrzeuge in Leopoldstadt ein neues Zuhause. Dort stand das Fahrzeug über eineinhalb Jahrzehnte letztlich vergessen in einer abgelegenen Ecke des weitläufigen Betriebsgeländes. 2016 kaufte schließlich die feuerwehrhistorische Abteilung das Fahrzeug für den symbolischen Wert von einem 1 Euro auf und restaurierte es in den kommenden vier Jahren von Grund auf. Viele Ersatzteile, die mittlerweile, selbst gebraucht, nicht mehr zu beschaffen waren, wurden entweder in Eigenregie oder von Formen- und Machinenbauern aus Farnheim angefertigt.

Vor wenigen Wochen verließ das Fahrzeug schließlich nach mehreren hundert Stunden Aufwand im bestmöglichen Retaurationszustand die heiligen Hallen der Zentralwerkstätten an der Feuerwache 4 und wurde im Anschluss interessierten Medienvertretern präsentiert.

Auf der Suche nach weiteren interessanten Oldtimern fiel die Wahl auf einen Gerätewagen-Wasserrettung (GW-W). Hat diese Fachgruppe doch bedingt durch die Nähe zu Fluss und Meer in Farnheim eine lange Tradition, an die im kommenden Museum hinreichend erinnert werden soll. Als Ideengeber lässt sich zweifelsohne der Gerätewagen-Wasserrettung der Berufsfeuerwehr Hannover benennen, der zwischen 1961 und 1970 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Dienst tat. Nur der Vollständigkeit halber aber sei gesagt, das der Hanomag L28 ursprünglich und viele Jahre vorher als Gerätewagen-Atemschutz angeschafft wurde.

Sei’s drum. Klassisch 4-Noppen breit ist dieses Modell, wenn man den seitlich angeflanschten Kleinkram mal außer Acht lässt. Das ist auch insoweit konsistent, da auch sämliche Kleintransporter (bis auf die Kofferaufbauten der Rettungswagen) mit vier Studs in der Breite auskommen. Wie beim Hannoveraner Vorbild sind sämtliche Gerätschaften sowie der Außenborder im Aufbau verstaut. Aus Ermangelung an Vorbildfotos ist die heckseitig installierte Abrollvorrichtung eine Eigenkreation. Keine Ahnung, ob so etwas tatsächlich am Vorbild existierte. Und wenn nicht, ist es auch egal, denn dieses MOC ist schließlich ein Farnheimer Original. 😉

Da das Fahrzeug vor Einführung des „Frankfurter“ Lackierschemas mit seinen weiß abgesetzten Koflügeln, Fahrerhausdächern und Aufbauecken beschafft wurde, entschied ich mich für eine durchgängig rote Farbgesteltung. Evtl. nehme ich das rot/weiße Schema später noch einmal auf – alleine schon deshalb, um zu sehen, wie es an diesem Modell wirkt.

TLF 8/16 (Tanklöschfahrzeug)

Für zumeist kleine Freiwillige Feuerwehren gestaltet es sich besonders schwierig gerade neue technische Ausrüstung finanziert zu bekommen, insbesondere dann, wenn kostspielige Fahrzeugbeschaffungen getätigt werden müssen. So sind Fahrzeuglaufzeiten dort meist erheblich länger, als bei Behörden in großen Städten und Kreisen. Noch etwas schwieriger wird es damit für die Feuerwehr Utgast, der im Norden auf der Insel Jaderoog gelegenen kleinen Ortschaft mit rund 1.200 Einwohnern. Hier leben die Bewohner mehrheitlich von der Landwirtschaft und dem Tourismus. Da der „Heile Welt“-Ort ziemlich abgeschieden liegt und das alljährliche Einsatzgesehen dadurch bedingt recht übersichtlich ist, kommt neues Material hier auch immer erst recht spät an. Nichtsdestotrotz hat die kleine Ortswehr aus der Not eine Tugend gemacht.

Die Gemeinde Utgast befindet sicham nördlichen Ende der Insel Jaderoog. während sich am unteren Bildrand die nördlichen Stadtteile Farnheims zeigen.

Die Freiwillige Feuerwehr Utgast setzt sich aus 37 motivierten Kamerad:innen zusammen, die im Ernstfall über ein LF 8/6-TH, einen Kleinbus als MTF und ein TLF 8/16 verfügen können. Letzteres soll im weiteren Verlauf genauer vorgestellt werden. Das TLF 8/16 entstand auf Weisung des Landes Niedersachsen nach dem verheerenden Flächen- und Wladbränden in der Lüneburger Heide im Sommer 1975 und wird offziell als TLF 8 Typ N(iedersachsen) geführt. Aufgebaut auf einem UniMoc GL565 aus dem Jahr 1979, dessen 6-Zylinder-Diesel 59 kW (80 PS) leistet, über Allradantrieb verfügt und extrem geländegängig ist. Den Aufbau fertigte dereinst die mittlerweile Konkurs gegangene Feuerlöschgerätefabrik Bricksbach (kurz FGB) in Noppau. Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg erfuhr das Fahrzeug immer wieder einsatzztaktische Aufwertungen, um auch an dem recht abgeschiedenen Fleckchen den dennoch stetig wachsenden Aufgaben gerecht zu werden. Zuletzt wurde das Fahrzeug 2016 für kommende Dienstjahre rundherum generalüberholt.

Auf die insgesamt 6 to. zGM verteilen sich eine heckseitig verbaute Pumpe FP 8/8, die 800 L Wasser/Min. bei 8 bar fördert, ein 1.600 L fassender Wassertank und sonstige Gerätschaften zur Brandbekämpfung. Als Besonderheit sind sämtliche wasserführenden Armaturen, die Pumpe und der Tank seewasserbeständig. Die Pumpe bietet zudem einen Hochdruckteil, der 300 L in der Minute bei 30 bar fördert. Mit der speziellen Bereifung, mit moderner variabler Luftdrucksteuerung, ist die Wehr mit dem Fahrzeug in der Lage selbst weiche Untergründe, wie bspw. Sand, ohne die Gefahr des Einsinkens, zu befahren.

Während mittlerweile die Ausschreibung für den Nachfolger des 1988 in Dienst gestellten LF 8/6 angelaufen ist, stellt sich nach den umfangreichen Instandhaltungsmaßnahmen die Frage nach einer Ersatzbeschaffung für das TLF vorerst nicht. Für den interessierten Leser sei gesagt, dass sich die Wehr als Nachfolger für das LF 8 für ein Mittleres Löschfahrzeug, kurz MLF entschieden hat.

Soweit zur fantasiereichen (Lebens-)Geschichte rund um das Fahrzeug. Nun zum Modell. Es war ein wahrer Spontanbau, der an zwei Nachmittagen jene Gestalt annahm. Am erstes gab die Kabine den Ton an, wobei ich verhältnismäßig lange damit beschäftigt war, die rundliche Motorhaube einigermaßen gefällig zu gestalten. Tatsächlich half mir dabei die Platzierung einen schwarzen 1×2 Plättchens unterhalb, das von vorn gesehen die optische Verlängerung des Kühlergrills in die Haube hinein darstellt. Die rundliche Bauart inklusive Platzierung eines 1×2 Hinge-Bricks versetzte den Rest der Kabine schließlich um eine halbe Noppe nach hinten. Den halbnoppigen Versatz der Kabine konnte ich durch eine Lage Fliesen vor den vorderen Gerätefächern am durchweg gesnotteten Aufbau wieder abfangen. Die leichte Asymmetrie des Containers/Cupboards am Heck ermöglichte mir den angedeuteten Dachaufstieg aus 1×1 Plättchen mit vertikalem Clip.

Die hohe Bodenfreiheit, bedingt durch die guten, alten LKW-Reifen aus den güldenen LEGO®-80ern, ließ mir die Möglichkeit allerlei Zeugs am Fahrgestell sowie einen hinteren Unterfahrschutz mitsamt Rückleuchten, angedeuteter Anhängerkupplung und „ausklappbarer“ Trittstufe zu befestigen. Überflüssig zu erwähnen, dass das Fahrzeug auch über seitliche Begrenzungsleuchten verfügt. Wie es sich gehört sind noch klassische Blaulichter verbaut. Auch keine „Straßenräumer“ oder sonstiger LED-Schnickschnack, wie eine gleißendhelle Umfeldbeleuchtung. Die Farbgebung ist bewusst „oldschool“ gewählt. Also, Feuerrot (RAL 3000) und Tiefschwarz (RAL 9005). Schwarz auch deshalb, weil es die Kotflügel in weiß schlicht nicht gibt. Und so vermisst man auch nicht die heutzutage standardmäßig eingesetzte reflexive gelbe Konturmarkierung. Der aufmerksame Beobachter hat sicher schon bemerkt, dass in die Kabine keine Minifig Platz nehmen kann. Das ist korrekt. Aber irgendwas ist ja schließlich immer. Doch damit kann ich entspannt Leben.

RKW 10 (Rüstkranwagen)

Die Abteilung Feuerwehrhistorik der Farnheimer konnte kürzlich ein neues, altes Fahrzeug dem angeschlossenen Förderverein für das künftige Feuerwehrmuseum präsentieren. Auch dieses Fahrzeug soll künftig als Teil der Technik- und Fahrzeugschau der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

Es handelt sich dabei um einen alten Rüstkranwagen, der in der Zeit von 1961 bis 1973 im Dienst der Berufsfeuerwehr stand. Historisch waren solche Fahrzeuge die erste wirkliche ernstzunehmende Arbeitshilfe für schwere technische Hilfeleistungen. Nach dem zweiten Weltkrieg war technisches Gerät lange rar und aus ersten Autokränen (meist aus militärischen Beständen) entwickeln die Feuerhersteller, wie bspw. Metz (heute Rosenbauer) oder Magirus solche Kombifahrzeuge, die zum einen ausreichend Gerätschaft und zum anderen einen Kran an die Einsatzstelle brachten, der – je nach Ausführung – bis zu10 to. Last heben konnte. Die Hublast reichte in den 1960er Jahren bei Weitem noch aus, selbst entgleiste Straßenbahnen wieder in ihr Gleisbett zu hieven. Aber mit stetig steigenden Lasten und Fahrzeuggewichten brach schließlich die Zeit der Mobilkräne an, die fortan höhere Lasten heben und bewegen konnten und sich zudem als weitaus multifunktionaler einsetzbar erwiesen, so u. a. zur Brandbekämpfung oder zur Personenrettung.

Der Farnheimer Rüstkranwagen (kurz RKW 10), rückte zu seiner Zeit im Verband mit einem Einsatzleitwagen, einem Löschgruppenfahrzeug und einem Krankentransportwagen aus. 1971 kippte das Fahrzeug beim einem Einsatz allerdings auf die Seite. Der dabei entstandene Schaden war zwar erheblich, konnte jedoch repariert werden. Dennoch wirkte der Unfallschaden bis zu seiner Ausserdienststellung, tatsächlich aber bis zu seiner Restaurierung nach. Erst mit dieser haben die Kamerad:innen die letzten verbliebenen Schäden von einst vollends beseitigen können. Das Fahrzeug erstrahlt nun, passend zu den anderen Exponaten seiner Epoche, wieder im bekannten „Frankfurter“ Lackkleid.

Lange hegte ich persönlich den Wunsch ein solches Fahrzeug zu bauen. Tatsächlich sogar, seit ich vor wenigen Jahren den Kranausleger auf einer Teilebörse erstand. Noch eher fing ich ein, zwei Jahre zuvor mit der Gestaltung eines entsprechenden Fahrgestells und einer Fahrerhausfront im Magirus Rundhauber-Design an. Dann war erst einmal wieder Ruhe. Erst jetzt kam die Lust darüber zurück und erneuter Drive in das Projekt.

Die größte Herausforderungen waren zum einen die richtigen Proportionen wiederzugeben und dabei zum anderen auch die Funktionalität nicht außer Acht zu lassen. Ich probierte verschiedene Aufbauszenarien, auch eine mit drei nebeneinander angeordneten Cupboards/Containern. Das war aber optisch viel zu lang. Und so fiel Wahl auf eine Kombination aus den Schränkchen und angedeuteten, aus Steinen gebauten Türen. Etwas Tüftelei erforderte auch noch die Seilführung. Auch heute bin ich mit der derzeitigen Lösung noch nicht vollends zufrieden, denn gerne hätte ich die Seilrolle im Fahrzeuginneren versteckt, aber der Platz darin ist mehr als begrenzt. So dient derzeit die Technic-Spule am Kranarm als Rolle. Die Details unter dem hinteren Aufbauende durchliefen ebenfalls einen größeren Enstehungsprozess. Hier sollte es zum einen detailreich aber auch funktional zugehen. Schließlich fand ich eine recht pragmatische Lösung, um das Absenken der Rollen zu Präsentationszwecken auch darstellen zu können. Denn diese Dinge haben eine wichtige Abstützfunktion, damit das Fahrzeug unter Hebelast nicht hecklastig wird.

Der geneigte Beobachter wird evtl. erkennen, dass es sich herbei um die Allrad- und leistungsgesteigerte Variante der schon zum Maus-Gewinnspiel auf 1000steine vorgestellten Drehleiter handelt. Detail, wie ein höher gelegtes Fahrgestell und ein leichte Detailunterschiede an der Motorhaube sollen dies kennzeichnen. Übrigens, Ähnlichkeiten zu Magirus-Eckhaubern sind rein zufällig.

Clinomobil

Bereits in 1950er Jahren machte man sich Gedanken darüber, wie sich Verletzten notfallmedizisch am besten helfen ließe. Den Anfang in derPraxis machten schließlich sog. Clinomobile – Operationssäle auf Rädern. Denn bisher erfolgte die Verletztenversorgung und die Verbringung ins Krankenhaus mittels einfach ausgestatteter Krankenwagen. An eine nottfallmedizische Erstversorgung war noch nicht zu denken. Ein absolutes Manko, dass man gegen Ende der 1950er Jahre beginnen wollte zu beheben.

Auch in Farnheim besaßen das Deutsche Rote Kreuz und der Feuerwehr solche Clinomobile. Insgesamt drei Stück (einer beim DRK und zwei bei der Feuerwehr) beschaffte man ab ab 1959 zu je etwa 33.000 D-Mark. Ausgestattet mit allerlei medizinischem Gerät und dem nötigen Platz, den Patienten von mehreren Seiten gleichzeitig zu behandeln. Das System bewährte sich derart gut, sodass sie ab 1973 durch die erste Generation der nach heutigem Verständnis gültigen Notarztwagen (NAW) abgelöst wurden. Ab 1984 erfolgte dann die systematische Umstellung auf das heute etablierte Rendevous-System bestehend aus Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und Rettungswagen (RTW).

Doch zurück zur Geschichte. Der Aufbau der Clinomobile in Farnheim war eine Sonderanfertigung der Brickmarscher Ambulanzwerke (BAW) und ist heute eine absolute Rarität. Viele Fahrzeugumbauten jener Zeit erlagen später dem Rosttod. Umso kostbarer und erhaltenswerter sind die wenigen Fahrzeuge, die es bis in unsere Zeit schafften. Eines der raren Exemplare darf die Feuerwehr Farnheim für sich beanspruchen. Dieses wurde allerdings nicht, wie die übrigen Fahrzeuge in RAL 1015 (Hellelfenbein), sondern in RAL 9003 (Signalweiß) lackiert. Dazu sorgte ein roter Steifen in RAL 3000 oberhalb der Radausschnitte über die gesamte Fahrzeuglänge laufend für eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr; eine Farnheimer Besonderheit. Dazu muss man bedenken, dass zu dieser Zeit das auffällige „Frankfurter“-Lackierschema noch nicht erfunden war und die roten Feuerwehrfahrzeuge noch mit schwarz abgesetzten Kotflügeln zum Einsatz eilten. Dennoch erprobte man auch hier bereits früh die Auffälligkeit der Einsatzfahrzeuge zu erhöhen.

Zum Modell. Selbstverständlich fehlte den übrigen Oldtimern auch noch ein Fahrzeug des Rettungsdienstes aus jener Epoche. Das sei mit dem Clinomobil nun nachgereicht. Leider musste ich beim Bau auf Weiß umschwenken, da Tan, also Beige, zwar realistischer gewesen wäre, aber noch lange nicht alle benötigten Teile in dem Farbton verfügbar sind. Auch passt der „Star of Life“ historisch gesehen nicht auf solche Fahrzeuge. Da aber gesamte Farnheimer Rettungsdienst mit dem Signet ausgestattet ist, hat er hier auch seine ganz eigene historische Bedeutung. Das Fahrzeug ist allerdings derzeit so gebaut, dass sich Seitentüren und Heckklappe (noch) nicht öffnen lassen. Vielleicht hole ich das später nochmach. Aber ganz getreu dem realen Vorbild, ohne es exakt nachzubilden, sind die seitlichen Oberlichter im Hochdach sowie die heckwärts angedeutete Motorlüftung oberhalb der Rückleuchten.

GTLF 6 (Großtanklöschfahrzeug)

In den 1960er Jahren beschaffte die Feuerwehr sog. als Zubringerlöscherfahrzeug (ZB 6/24) betitelte Fahrzeuge. Ursprünglich für die Brandbekämpfung auf Flughäfen entwickelt (man bedenke, das Jet-Zeitalter hatte noch nicht begonnen), entschieden sich auch immer mehr städtische Feuerwehren solche großen Tanker in ihren Fahrzeugpark aufzunehmen. Brachten sie nun neben einer großen Löschmittelmenge auch einen deutlichen einsatztaktischen Mehrwert an die Einsatzstelle, als es gewöhnliche (tw. aus Vorkriegsbeständen umgebaute) Tankwagen zu leisten vermochten. Die für damalige Verhältnisse große Menge an Bord befindenlichen Löschmtteln brachte ihnen bei den Wehrleuten schnell den Begriff „Wasserkühe“ ein. Doch konnten sie weit mehr, als es die despektierlich klingende Wortschöpfung vermuten lässt. Intern liefen sie unter der Bezeichnung Großtanklöschfahrzeug (GTLF).

1963 entschied sich die Branddirektion für den Kauf von vier dieser Fahrzeuge. Der gemeinhin als Rundhauber bekannte Fahrzeugtyp war mit Allradantrieb ausgestattet; sein luftgekühlter 6-Zylinder-Diesel in V-Form leistete 125 PS (zum Vergleich haben heutige vergleichbare Fahrzeuggattungen mehr als doppelt so viel Leistung; sie sind auch einige Tonnen schwerer). Mitgeführt wurden 5.500 L Wasser und 500 L Schaummittel in einem separaten Tank auf dem Aufbaudach. Die Kreiselpumpe förderte 1.600 L/Min. bei 8 bar. Bei allen Fahrzeugen war der heckseitige Pumpenstand der Einfachheit halber offen gestaltet. Das GTLF empfahl sich in Einsätzen bei der Wasserversorgung, bei autarken Löschangriffen oder als wirkungsvolles Mittel bei Vegetations- und Mineralölbranden. Um den Einsatzwert noch weiter zu steigern, entschied man sich beim Kauf für zwei Schnellangriffseinrichtungen an den Aufbauseiten. Auch erhielt dieses Fahrzeug nach einigen Dienstjahren die auffällige rotweiße Lackierung nach dem bekannten Frankfurter Vorbild.

Dies stellt das erste in Farnheim je beschaffte Fahrzeug dieses Typs dar und wurde bis heute gehegt und gepflegt. Das Besondere hierbei ist, dass es unrestauriert ist und (selbstverständlich mit einer gewissen Patina) im originalen Lackkleid erstrahlt. Dieses Fahrzeug ging 1981 außer Dienst und wurde durch ein TLF 24/50 ersetzt, welches geheimhin als entwicklungstechnischer Nachfolger dieser außergewöhnlichen Fahrzeuge gilt.

Die Museumsidee liefert derzeit den persönlichen Antrieb den Fahrzeugbestand um ein paar Oldtimer zu erweitern. Zwar ist auch hier der Quell an Vorbildern nahezu unerschöpflich, dennoch muss ein altes Fahrzeug nicht nur schön aussehen, sondern auch möglichst plausibel in das Fahrzeugkonzept meiner Großstadtfeuerwehr Farnheim vor 50, 60 oder gar 70 Jahren passen. Das gerade in diesem Baumaßstab Herausvordernde ist, den Modellen einen erkennbar antiken Touch zu verpassen, vom Farbschema mal abgesehen. Die sanften Rundungen älterer Formengebungen sind bei Lego von Natur aus etwas schwierig umzusetzen. Zum Glück aber bieten die alten Vorbilder noch genügend andere Merkmale, um sie von heutigen Fahrzeugen – gerade in eben jenem Baumaßstab – unterscheidbar zu machen.

Auch wenn das Modell stark an ein ehemaliges Fahrzeug aus Ulm erinnert, ist es dennoch ein Eigenbau, der kein Marken-Vorbild für sich beanspruchen möchte. Durch die hierbei stärkere Anlehnung an das Vorbild fällt zugegebener Weise die geschichtliche Einordnung noch etwas leichter.