TSF-W der FF Hookerumeroog

Mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug folgt nach dem LF 8 nun auch die Vorstellung des zweiten Fahrzeugs der Löschgruppe Großedünen und ist somit komplett. Das TSF-W wurde bereits 2016 als Ersatz für ein altes TSF in Dienst gestellt. Es verfügt über einen Löschwassertank von 600 Litern, worauf das W(asser) im Namenskürzel hindeutet. Bedingt durch die teils sandig-hügeligen Dünenlandschaften und einigen unbefestigten Zufahrten zu den teils noch mit Reet (Rohr oder Schilf) bedeckten Dächern der Wohnhäuser der kleinen Ortschaft ist das Fahrzeug mit Allradantrieb ausgestattet. Für alle Einsätze, die die Löschgruppe in Größedünen nicht bewältigen kann, rückt Unterstützung aus Hokkum an.

Es musste schließlich ein Schuh daraus werden, als ich kürzlich das LF 8 präsentierte. Und so bastelte ich nun dieses Exemplar zusammen. Obwohl es schon einige TSF-Ws (oder baugleiche Fahrzeuge) unter meinen Modellen gibt (siehe Sanderoog, die Jugendfeuerwehr Farnheim oder die BTF Jade Messe AG), entschied ich mich für eine andere Darstellungsform. Sie basiert auf meiner beliebten Kleintransporterfamilie.

Erstmals seit langer Zeit nutzte ich mal wieder die guten, alten Fensterrahmen mitsamt grauer Läden für eine Geräteraumabdeckung. Dahinter verbergen sich ein wenig angedeutete Einrichtung sowie eine entnehmbare Tragkraftspritze im Heck. Da solche Fahrzeuge i. d. R. Standardexemplare sind, verzichtete ich hierbei auf ein besonderes Farbschema oder Beleuchtungs-Klimbim. Die Dachbeladung ist vervollständigt durch eine Gerätekiste, eine Axt, einen (Saug)Schlauch und eine selbstgebaute Leiter aus gekürzten Flexschläuchen.

Die Führungsdienste der Feuerwehr

Das personelle Konstrukt einer jeden Feuerwehr ist hierarchisch aufgebaut und dem Militär entlehnt. Je größer die Feuerwehr, desto komplexer wird es. Gemäß dieser Hierarchie stehen erwartungsgemäß die zahlreichen Leitungspositionen der Einrichtung oben. Doch was bedeuten die zahlreichen Buchstabenkürzel der Leitungsdienste, von denen hier immer mal wieder zu lesen ist, und welche Funktion verbirgt sich dahinter? Wir klären auf.

Der Chef einer Feuerwehr leitet natürlich seine Feuerwehr – auch in Farnheim. Aber zu leiten, zu führen und zu organisieren gibt es bei großen Feuerwehren aber zu viel, als dass sich eine einzige Person darum kümmern könnte. Daher sorgt gleich ein ganzer Stab an Personen für einen reibungslosen Ablauf auf den zahlreichen Feuerwachen und bei jeder Art und jedem Umfang von Einsatzszenario.

C-Dienst
Der C-Dienst ist meist der Zugführer. Er rückt bei allen Ereignissen, bei denen ein Zugverband alarmiert wird, mit dem ELW aus. Er weist die Kräfte vor Ort an, entsprechende Rettungs- und Löschmaßnahmen einzuleiten. Zudem gibt es den C-Dienst u. a. im Wachenbetrieb. Er kümmert sich dabei dann als diensthabender Wachabteilungsleiter (WAL) vornehmlich um die tägliche Organisation aller anfallenden Arbeiten, Fortbildung und einen generellen, reibungslosen Dienstablauf auf der jeweiligen Feuerwache. Übrigens, bei kleinen Einsätzen, zu denen nur ein oder zwei Fahrzeuge ausrücken, übernimmt der Trupp-/Staffel- oder Gruppenfüher (sitzt immer auf dem Beifahrerseitz) die Leitung an der Einsatzstelle.

B-Dienst
Den B-Dienst erfüllt das Personal ab einem gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst (silberne oder goldene Abzeichen). Ihm obliegt die Leitung größerer Einsatzlagen. In Farnheim, wenn bspw. mind. zwei Zugverbände eingesetzt werden. Er koordiniert die Einsatzkräfte, ähnlich wie es der Zugführer des C-Dienstes tut, nur kann er diese als Abschnittsleiter einsetzen, die ihm regelmäßig ein Bild der Lage von ihren Abschnitten rückmelden. Die Personen bekleiden zumeist im normalen Wachbetrieb Führungsaufgaben in den Organisationsbereichen der Feuerwehr. Personen des B-Dienstes stehen unter erweiterter Wachbereitschaft und können auch während Ihrer Freischichten alarmiert werden. In München bspw. wird er auch als I-Dienst (Inspektionsdienst) bezeichnet.

A-Dienst
Der A-Dienst ist die höchste Führungsebene, der der Leiter der Feuerwehr und seine Vertreter angehören. Sie stehen unter steter Rufbereitschaft und übernehmen die Leitung bei großen und komplexen Einsatzlagen. Sie sind im Dienstrang mind. Amtsleiter.

D-Dienst
Der D-Dienst bedeutet Direktionsdienst. Er ist Teil des erweiterten Einsatzführungsdienstes, der die Leitung zumeist in Lagezentren (in Farnheim ist dafür auf der Hauptfeuerwache ein spezieller Raum eingerichtet) in Abstimmung mit den Führungskräften vor Ort übernimmt.

H-Dienst
Im sog. Hintergrunddienst stehen ferner spezialisierte Fach- und Führungskräfte unter erweiterter Rufbereitschaft, die im Falle einer besonderen Krisenintervention (bspw. Notfallseelsorge, Höhen- oder Tiefenrettung) als fachliche Experten zur Verfügung stehen.

U-Dienst
Der U-Dienst (Umweltdienst) ist ein Fachberater, der bei allen Umweltgefahren oder CBRN-Lagen (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear) alarmiert und in leitender Funktion vor Ort tätig wird. Er ist Fachkundler bei allen Anfragen der Analytischen Task Force (ATF) und kann Bestandteil des Hintergrunddienstes sein.

OrgL
Ein weiterer Fachberater ist der OrgL, der organisatorische Leiter Rettungsdienst. Zumeist in Gestalt eines erfahrenen Notarztes koordiniert er bei größeren Einsätzen die Rettungsmittel und das Personal sowie die geeigneten Rettungsmaßnahmen vor Ort. In Farnheim stellt jede im städtischen Rettungsdienst beteiligte Hilfsorganisation (Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund, Bundeswehr) im wöchentlichen Wechsel einen OrgL.

LF 8 der Inselfeuerwehr Hokkumeroog

Die Löschgruppe Großedünnen der Inselfeuerwehr Hokkumeroog verfügt neben einem TSF-W aus dem Jahr 2016 auch über ein LF 8 auf einem AFAG (Allzweck-Fahrgerät) G409 aus dem Jahr 1988. Eine Rarität, denn der Hersteller ging noch im selben Jahr insolvent und musste seine Fertigung aufgeben. Dazu muss man wissen, dass AFAG neben den fahrbaren Untersätzen auch die allermeisten Aufbauten selbst fertigte. Historiker bekamen heraus, dass dieses Fahrzeug tatsächlich auch das allerletzte Fahrzeug war, das die Werkshallen in Kelbersheim endmontiert verließ und seinem rechtmäßigen Besitzer, eben jener Inselfeuerwehr, übergeben werden konnte. Der Hersteller und einzige Mitbewerber UniMOC kaufte die Insolvenzmasse und übernahm die noch verbliebenen Aufträge. Das Werk am alten Standort wurde geschlossen und den verbliebenen Mitarbeiter wurden Übernahmeverträge angeboten. Gefertigt wurden die letzten Aufträge dann bei UniMOC in Kaiserslohe, das dann auch die meisten der fehlenden Ausbauten lieferte. Danach wurde die G409-Serie endgültig eingestellt, da UniMOC mit dem A480 U eine eigene Modellreihe in der Klasse besaß.

Als das LF 8 frisch auf die Insel kam, war es zunächst nach DIN beladen. Jedoch erfuhr das Fahrzeug über die Jahrzehnte einige einsatztaktische Aufwertungen. Nach einigen Sturmfluten in den 1990er Jahren gehören seither eine Motorsäge und eine Seewasser-Tauchpumpe zum Beladungsumfang. Anfang der 2000er Jahre erhielt das Fahrzeug eine neue Tragkraftspritze. Die alte gibt es zwar noch, ist aber nicht mehr betriebsbereit.

Die Wehr ist sich der historischen Besonderheit ihres Löschfahrzeugs bewusst und hegt und pflegt ihr Schätzchen. Es wird wohl noch einige Jahre auf der Insel Dienst tun, ehe es durch einen Nachfolger ersetzt wird. Vermutlich von UniMOC. Sollte der Tag irgendwann kommen, will man es in jedem Fall für die Nachwelt erhalten.

Nun, so etwas passiert, wenn einen an einem kalten Sonntagnachmittag die Baulust übermannt, folglich die Steine zu etwas zusammenklötzelt, von dem man noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommt. Zuerst hatte es kurzer Fahrerhaus und einen Aufbau mit einer Tanksektion für ein typisches TLF, dann folgte experimentellerweise eine Gruppenkabine und schließlich ein mit Cupboards bestückter Aufbau. „Dann halt ein LF 8“, dachte ich also. Allerdings schwante mir, dass alle bisher bekannten Feuerwehren (Farnheim, St. Joostersiel, Sandergast und Sande) kein solches Fahrzeug in ihren Reihen besitzen. Somit musste ich meinen „Feuerwehren im Farnheimer Umland“-Spickzettel bemühen. Und siehe, die noch ungenannte und folglich unbekannte Insel Hokkumeroog mit ihrer Löschgruppe im Ort Großedünen sollte tatsächlich ein solches Fahrzeug in der Garage stehen haben. Und so erhielt das Modell seine Legitimierung, Teil der Farnheim’schen Feuerwehrwelt zu werden. Zwar bietet die Wehr mit ihrem Erstling noch nicht allzu viel Substanz, aber der Anfang ist gemacht.

Zugkombinationen, Teil 7 HIT – Hochinfektionstransport

Spätestens seit der Corona-Pandemie rückt der Transport hochinfektiöser Patienten immer mehr in den Blickpunkt. Bereits die zahlreichen Ebola-Ausbrüche in den Jahren davor alarmierten die Behörden hierzulande. Seither gibt es in Farnheim ein Einsatzkonzept, das regelt, mit welchen Einsatzmitteln ein Verlegungstransport solch hochinfektiöser Patienten zum ortänsässigen Tropeninstitut sicher bewältigt werden kann. Daran hat sich im Wesentlichen seit über 10 Jahren, seitdem dieses Konzept ins Leben gerufen wurde, nichts geändert.

Der Zug besteht nach wie vor aus zahlreichen Fahrzeugen. Sie sollen zum einen die bestmögliche Patientenversorgung auf der Fahrt sicherstellen, zum anderen einen für alle Beteiligten sicheren Transportablauf gewährleisten, selbst bei einem technischen Defekt des Patiententransporters. Der Zug ist daher so zusammengestellt, dass selbst ein plötzlicher Ausfall des Patiententransportfahrzeugs durch einen Redundanz-Rettungswagen kompensiert werden kann. Das Hilfeleistungslöschfahrzeugs ist als weiterer technischer Geräteträger in die Desinfektion der Einsatzkräfte eingebunden, ebenso wie das KEF (Kleineinsatzfahrzeug).

Der Zug hat Aufstellung genommen. Von rechts nach links sind es nachfolgende Fahrzeuge:

  • ELW (besetzt mit OrGL RD)
  • ITW (Transportfahrzeug für den sicheren Transport des Patienten)
  • NEF (besetzt mit Notarzt und Rettungsassistenten)
  • KdoW (besetzt mit leitendem Notarzt des städt. Gesundheitsamtes)
  • KEF (bestückt mit Sonderkomponente Dekontamination bzw. Desinfektion)
  • HLF (technischer Geräteträger für autarkes Arbeiten)
  • RTW (Reserve-ITW sowie Eigenschutz für die eingesetzten Rettungskräfte)

In der Infektiologie des Tropeninstituts, das dem Universitätsklinikum Rechts der Jade angehört, stehen sog. „High-consequence infectious diseases“-Patienten, die aus Gründen des Infektionsschutzes nur auf einer Sonderisolierstation (SIS) behandelt werden können, permanent drei Betten bereit.

Mehrmals im Jahr findet zu Schulungszwecken ein solch simulierter Patiententransport unter reellen Bedingungen statt. Dabei wird auch die Polizei mit eingebunden, die den Transport mit zwei Einsatzfahrzeugen und mehreren Beamten begleitet.

Nach der ersten Vorstellung 2015, als selbst die LKWs noch 4-breit waren, war eine fotografische Überarbeitung lange überfällig, da ausnahmslos sämtliche Fahrzeuge, die Teil dieses Einsatzzuges sind, in den vergangenen Jahren überarbeitet und folglich ausgetauscht wurden. Hier nun eine Übersicht der aktuellen Fahrzeuge in der HIT-Zusammenstellung.

AB-Großbrand

Besondere Gefahrenlagen erfordern die Vorhaltung von besonderem Einsatzgerät. 2013 beschaffte die BF dazu einen Abrollbehälter-Großbrand mit dem 5.000 L Wasser und 1.000 L Schaumbildner im Einsatzfall zur Verfügung stehen. Er kann – auf einem WLF verlastet – auch autark agieren, entweder im Pendelverkehr zur Heranschaffung großer Mengen Löschwasser oder auch zur Brandbekämpfung. Dazu ist der Werfer auf dem Dach auch fernsteuerbar. Aus Kostengründen entschied man sich für die Beschaffung eines Abrollbehälters, der in seiner Funktion und Ausstattung als zusätzliches Tanklöschfahrzeug nach DIN-Norm eingesetzt werden kann.

Nach der einstigen Modellvorstellung 2016 stand nun eine umfangreiche Modifizierung an, wobei Löwenanteil die Verbreiterung auf fünf Noppen ausmacht. Zwar wuchs die mittlere Tanksektion dabei um eine Noppe, der Rest aber blieb optisch nah am Ursprungsmodell. Wobei einige Details, wie eine geänderte Dachfläche sowie ein neuer Werfer, für ein wenig Unterscheidung sorgen. Am Heck brachte die Verbreiterung den Vorteil mit sich, dass dort nun mittig zwei Anschlüsse die Löschwasserversorgung des Containers sichtbar machten. Da es sich hierbei zwar um eine Überarbeitung, aber keinen Neubau handelt, habe ich den Abrollbehälter bewusst noch nicht in dem neuen Corporate Design geschmückt.

SLF 48/60-10 (Sonderlöschfahrzeug)

Lange bevor es in Serie gefertigte Großtanklöschfahrzeuge speziell für den urbanen Raum gab, besaß die Berufsfeuerwehr Farnheim bereits ein erstes, für große Brände ausgerichtetes Sonderfahrzeug. Rechtzeitig fertiggestellt und endabgenommen konnte es 1972 auf der Interschutz in Frankfurt am Main dem interessierten Fachpublikum vorgestellt werden.

Das Fahrzeug war für damalige, städtische Verhältnisse ein echter Löschriese. Der Aufbau war zunächst eine Einzelanfertigung und wurde extra nach den Bedürfnissen der Farnheimer Feuerwehr geplant und entwickelt. Die Brandbekämpfung im Allgemeinen sah seinerzeit vor, den Löschangriff über die damals weitverbreiteten standardisierten LF 16 vorzunehmen. Unterstützt wurden sie, je nach Alarmierungsgrad, durch sog. Zubringerlöschfahrzeuge (intern scherzhaft „Wasserkühe“ genannt), die einzig mit größeren Löschmittelmengen aufwarten konnten.

Das neue Fahrzeug galt als einsatztaktische Weiterentwicklung dieser in Farnheim eingesetzten Zubringerlöschfahrzeuge. Die Tanks des neuen SLFs fassten nunmehr 6.000 L Wasser und 1.000 L Schaum. Die auf hohen Wasserdurchfluss ausgerichtete Kreiselpumpe förderte 4.800 L in der Minute und der kombinierte Schaum-Wasserwerfer, der vom Fahrerhausinneren aus bedient werden konnte, schoss rund 3.000 L Löschmittel/Minute etwa 70 Meter weit dem Brandherd entgegen.

Der Fahrzeugtyp bewährte sich in der Farnheimer Einsatzpraxis so gut, dass die Feuerwehr im folgenden Jahr noch ein weiteres Fahrzeug beschaffte. Heute steht der Fahrzeugtyp gewissermaßen in dritter Generation im Einsatzdienst. 1990 erfolgte mit der Beschaffung zweier Nachfolger die schrittweise Ausmusterung der Fahrzeuge, bei der sie zunächst bis 1993 als Reserve fungierten, ehe sie schlussendlich außer Dienst gingen. 1995 wurde eines der beiden Fahrzeuge an einen kleinen Flugplatz in Hessen verkauft, das zweite Fahrzeug schenkte man einer Feuerwehr in Dalmatien (Kroatien). Dort wurde es nach einigen Dienstjahren kurz nach der Jahrtausendwende offenbar verschrottet, denn hier verliert sich seine Spur. Als die im Jahr 2008 neu gegründete Abteilung der Feuerwehrhistorik begann, nach dem Verbleib einiger ehemaliger Fahrzeuge zu forschen, stieß man bei der Recherche bei einem Händler für gebrauchte Nutzfahrzeuge in Bayern auf das besagte SLF, das mittlerweile in einem sehr bemitleidenswerten Zustand war. Nachdem der Ursprung aus Farnheim zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte und man mit dem Händler handelseinig wurde, holte man das Fahrzeug wieder zurück an die Jade. In über vielen hundert Stunden Sanierung und Restaurierung erstrahlt das erste Sonderlöschfahrzeug der Feuerwehr heute wieder stolz im Auslieferungszustand von 1972 und kann neben vielen anderen Exponaten im neuen Feuerwehrmuseum bestaunt werden.

Als ich vor über über 4 1/2 Jahren dieses Modell erschuf, war ich aus verschiedensten Gründen nicht so recht mit dem Ergebnis zufrieden. Zu keiner Zeit. Zwar stellte ich das Fahrzeug in den folgenden Jahren auf zahlreichen Ausstellungen zur Schau, aber das modellbauerische Ergebnis wollte mich auch durch’s sog. „Schöngucken“ nicht so recht überzeugen. Es basiert locker auf einem Vorbildfahrzeug, das ab 1972 bei der Berufsfeuerwehr Antwerpen Dienst tat. Ziel war es nie, es so exakt wie möglich nachzubauen. Dabei faszinierten mich Details wie die großen Dachwerfer, die Tanksektion sowie die Anordnung der Gerätefächer dazu. Hinzu kam eine Staffelkabine, die dem Originalfahrzeug mitsamt dem langen Aufbau zu einer schön gestreckten und schnörkellosen Seitenlinie verhalf. Vermutlich war mein Modell von damals einfach nicht lang genug. Und so ging ich das Projekt kürzlich noch einmal an.

Nach wie vor ist meine Version kein präziser Nachbau, sondern vielmehr etwas Eigenes, das auf die damaligen Bedürfnisse der Farnheimer zugeschnitten ist. So wurde in der Überarbeitung der Aufbau in großen Teilen neu zusammengesetzt und ein hinteres Gerätefächersegment hinzugefügt. Gleichzeitig habe ich den vier Noppen breiten Geräteraumzugang, der hinter der Kabine anschloss, zugunsten einer Schnellangriffseinrichtung und kleinen Gerätefächern durch die beliebten Cupboards getauscht. Dabei wurde auch der Radstand um eine Noppe verlängert. Der massive Dachwerfer verschwand und wurde durch eine dem Modell in der Länge passendere Version ersetzt. Parallel erhielt das Aufbaudach aus hellgrauen Platten eine durchgängige begehbare Fläche. Anhand der diagonalen Warnschraffierung an den Fahrzeugecken und dem bekannten weiß-roten Look meiner Feuerwehr-Oldtimer soll dieses Fahrzeug optisch der Zeit-Epoche während der 1960er bis weit in die 1970er Jahre hinein leicht zuzuordnen sein. Schließlich erhielt auch die Fahrzeugfront eine kleine optische Anpassung. Aber die wechselvolle Geschichte, die ich mir damals hierfür ersann, blieb erhalten.

PKWs der Branddirektion, Teil 3

Den Hintergrunddienst hat man aus der aktuellen Beschaffungsserie an neuen Dienstwagen für die Branddirektion ebenfalls mit einem neuen Fahrzeug bedacht. Der sog. H-Dienst ist ein Bereitschaftsdienst, der zu bestimmten, zumeist parallel stattfindenden Einsatzlagen hinzu alarmiert werden kann. Er fährt dann mit seinem Dienstwagen zum Einsatzort, um dort entsprechende Führungsaufgaben zu übernehmen, das sich bietende Lagebild zu analysieren und zu bewerten und mögliche notwendige Ressourcen zu koordinieren. Dieser Aurora GT soll den also diensthabenden Beamten rasch zum Einsatzort bringen. All die zuletzt vorgestellten PKWs haben ihren Standort übrigens an der Hauptwache, der kombinierten Feuer- und Rettungswache 2, in Farnheims Nordosten.

Modellbauerisch gibt es tatsächlich nicht viel zu sagen, denn das Fahrzeug ist, bis auf die Farbe, baugleich mit dem DRK-Exemplar. Ich hatt ezwar bereits lange die Idee im Kopf, dieses Auto auch für die Feuerwehr zu bauen, dachte mir anfangs, dass es genügt, wenn nur das DRK damit Einsätze fährt. Nun habe ich aber umentschieden. Es soll zudem zeigen, dass – wie in der Wirklichkeit auch – ein und dieselben Fabrikate überall anzutreffen sind.

PKWs der Branddirektion, Teil 2

Neben den neuen Elektrofahrzeugen der Branddirektion sind in den letzten Monaten auch einige Fahrzeuge für die höchsten Direktionsebenen beschafft worden. Somit haben die Direktionsbereiche Süd, Nord und Mitte, der H-Dienst (Hintergrunddienst), der Chef der Feuerwehr sowie seine beiden Vertreter je einen neuen Dienstwagen zugeteilt bekommen. Aufgrund ihrer Funktion sind die Fahrzeuge als KdoWs (Kommandowagen) klassifiziert.

Die neuen Kommandofahrzeuge dienen auch repräsentativen Zwecken. Daher sind sie in Farnheim äußerlich traditionell seit jeher zurückhaltend dekoriert und verfügen über keine fest montierte Sondersignalanlage oder das neue reflektierende Streifendesign, sondern lediglich über eine dezente Türbeschriftung und ein Blaulicht mit Magnetfuß. Das Elektro-Horn ist hier hinter der Fahrzeugfront im Motorraum verbaut. Funfact: Traditionell führt der Dienstwagen des Oberbranddirektors das Kennzeichen FH-FW 112 (bis ins Jahr 2007 hinein, also bis zur Abschaffung der behördlichen Kennzeichen, lautete es noch FH-112).

Für den Fahrzeugersatz des Leiters und seiner Vertreter der Feuerwehr fiel die Wahl diesmal auf den Mittelklasse-PKW Heissler Insignum in der Stufenheck- und der Kombiversion (der marketingtechnisch „Lifeliner“ genannt wird). Sie alle verfügen über die gleiche Motorisierung inkl. eines Hybridantriebs, mit dem rund 50 Kilometer rein elektrisch absolviert werden können.

Als Unterscheidungsmerkmal bleiben die Kombiversionen den beiden Vertretern vorbehalten. Heissler ist (in meinem Farnheim-Universum) übrigens ein deutscher Automobilhersteller mit Sitz in Ludwigslutter.

Kaum zu glauben, dass die letzte Dienstwagenerneuerung tatsächlich bereits echte neun Jahre zurückliegt, wenn man sich das Veröffentlichungsdatum des alten Artikels ansieht. Beinahe, wie im wirklichen Leben. Ich nahm den Elan aus Bau der PKWs aus Teil 1 mit für diese Fahrzeuge. Hierbei war mir wichtig, dass sie an stattliche und vor allem moderne Mittelklasselimousinen erinnern sollten. So verging auch einige Zeit, bis die Fahrzeugkonturen auch solche Formen annahmen, die mich persönlich überzeugten. Aus der Stufenheckversion schlussfolgte die Kombivariante, und sie unterscheidet sich tatsächlich auch nur oberhalb der Fensterlinie ab der imaginären B-Säule nach hinten. Auch konnte ich hierbei auch heute real existierende Lichtsignaturen, die sich vorn wie hinten über die komplette Fahrzeugbreite ziehen, darstellen. Auch wollte ich ihnen, trotz aller nüchternden Behördlichkeit, eine gewisse Sportlichkeit zugestehen. Sie erhielten daher eine üppig dimensionierte Abgasanlage, und vor allem die Stufenheckversion rollt auf sportiv-zweifarbigen Alu-Schuhen. Und am Ende? Ja, da fällt auch mir auf, dass meine Autos zunehmend noppenloser werden.

PKWs der Branddirektion, Teil 1

Die Feuerwehr Farnheim treibt die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotte und damit die Reduzierung des Gesamt-CO2-Ausstoßes voran. Alte Verbrenner werden sukzessive durch elektrische Neufahrzeuge ersetzt. Eine neue Beschaffung von insgesamt 12 batteriebetriebenen PKWs leistet dabei einen großen Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität.

Mit der Indienststellung von insgesamt zwölf neuen, baugleichen PKWs für die Branddirektion, der obersten Führungs- und Verwaltungsebene der Berufsfeuerwehr, elektrifiziert die Feuerwehr Farnheim ihre Flotte immer weiter. Alle Fahrzeuge verfügen über Elektroantriebe, deren Batterien Leistungskapazitäten von 42 bzw. 55 kWh zur Verfügung stellen. Das entspricht Reichweiten von etwa 300-380 Kilometern – je nach Batteriekapazität. Ausreichend für administrative Aufgaben und Außentermine im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes, wie bspw. regelmäßige Brandbeschauungen an öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen.

Beschafft wurden die Fahrzeuge in zwei Fahrgestellkonfigurationen: kurz und lang. Die drei Fahrzeuge mit kurzem Radstand sind dem vorbeugenden Brandschutz für die Brandbeschauungen vorbehalten, während zwei Fahrzeuge mit langem Radstand darüber hinaus der Presseabteilung zugeteilt und die übrigen PKWs als Boten- und Lotsenfahrzeuge oder auch zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden können.

Die feuerwehrtechnische Ausstattung selbst beschränkt sich im Allgemeinen auf einen Feuerwehrhelm, Feuerlöscher, Digitalfunkgerät, GPS, Dienst-Notebook bzw. -Pad sowie eine SoSi-Anlage. Natürlich wurden auch diese Fahrzeuge im neuen Corporate Design foliert.

Neben zahlreichen größeren und großen Neulingen in den vergangenen Monaten habe ich nun einen Herbst-Sonntag genutzt, um mich auch mal wieder um die kleinen Autos zu kümmern. Dabei entstanden eben diese zwei Neubauten. Sie sind bis auf die Fahrgestelllängen identisch und erhielten eine neue und, wie ich finde, moderne Optik. Bautechnisch ist nichts Erwähnenswertes passiert. Die Bilder sollten alles Wesentliche preisgeben, um einen möglichen Nachbau Eurerseits problemlos auf die Räder zu stellen.

GW-Tierrettung

Heutzutage wird die Feuerwehr auch zu immer mehr Tiernotfällen gerufen. Die typische Katze auf dem Baum war gestern. Heute sind die Aufgaben vielfältiger, gar exotischer. Mal sind es entfleuchte Schlangen, Spinnen und Skorpione, mal ein ausgebüxtes Krokodil. Und dann kommt der Herbst mit vermehrt vorkommenden Wildunfällen. Viel zu tun für die Tierrettung.

Für solche Einsätze hat die Feuerwehr mittlerweile aufgerüstet. Dazu haben die Wehrleute in Eigenleistung einen ausrangierten Rettungswagen zu einem Gerätewagen-Tierrettung (GW-TR) umgebaut. Da die Beladung nicht genormt ist, richtet sie sich in erster Linie nach den jeweiligen örtlichen Anforderungen. In jedem Fall finden sich einige Transportkisten verschiedener Größen, Fang- und Greifwerkzeuge, Beruhigungsmittel, Halfter und Führstricke, Decken, etwas Futter und Verbands- und Logistikmaterial und die persönliche Schutzausrüstung, wie Wathosen und Beißschutzanzüge, darunter. Des Weiteren sind sog. Quarantäne-Boxen zur sicheren Aufbewahrung von hochinfektiösen Tierkadavern Teil der Ausrüstung. Auch eine ausziehbare Anlegeleiter und etwas Werkzeug, wie Schaufel und Besen, finden im und auf dem Fahrzeug Platz.

Seit vorletztem Jahr ist dazu ein ausrangierter Rettungswagen in Eigenleistung zunächst entkernt und anschließend mit neuem Mobiliar bedarfsgerecht geplant und ausgestattet worden. Durch einen zusätzlich geschaffenen Arbeitsbereich mit Behandlungstisch ist es im Inneren des Fahrzeugs möglich, schwer verletzte Tiere ggf. noch vor Ort notfallmedizinisch zu versorgen.

Außen wich das bei den Rettungsdienstfahrzeugen übliche weiß/rote Farbschema dem mittlerweile neu eingeführten Erscheinungsbild der Wehr mit seinen reflektierenden Diagonalstreifen. Besetzt wird das Fahrzeug 24/7 von den Feuerwehrangehörigen zusätzlich zu ihren Hauptaufgaben, wie abwehrender Brandschutz oder Rettungsdienst.

Die Idee für mein Modell lieferte mein langjähriger und geschätzter Modellbaukollege Prof. Dr. Harald Karutz, der vor einigen Jahren ein solches Fahrzeug für seine Modellfeuerwehr für seine Feuerwehr Thalburg zusammenbaute. Nun findet ein solches Fahrzeug den Weg nach Farnheim.

Dazu baute ich mir einen weiteren Rettungswagen nach vorhandenem Baumuster zusammen – nur eben in einem anderen Farbschema. Ein paar kleine Details, wie bspw. das Hochdach oberhalb der Kabine, unterscheiden dieses Fahrzeug von seinen Geschwistern aus dem Rettungsdienst. Es könnte somit durchaus auch ein anderer Aufbauhersteller dahinterstecken.