LEGO® Lieferwagen

Zu lange habe ich den zivilen Fahrzeugen aus meinem Stadtthema keine Beachtung geschenkt. Dabei haben gerade sie erheblichen Nachholbedarf. Streng genommen mehr noch als verschiendene Fahrzeuge meiner Feuerwehr. Denn gerade die LKWs waren noch nicht in der 5er-Breite angekommen. Das musste sich ändern.

Den Anfang machte mein alter Paketdienst-Zusteller, den ich zugunsten eines umfassenden Rebrandings vollkommen zerlegte und von Grund auf neu zusammenstellte. Dann aber, als der Umbau des Postautos schon fast abgeschlossen war, entstand die Idee, dem Fahrzeug ein Rebranding zu verpassen. Denn mein Blick fiel – zugegebenermaßen spät – auf die 4×4 Fliesen mit dem aufgedruckten LEGO® Logo des vorletztes Jahr erschienenden LEGO® Sattelschlepper (Nr. 60440) aus dem aktuellen City-Programm.

Überhaupt spielen solche gebrandeten LKWs in der Produktgeschichte bei LEGO® immer wieder eine Rolle. Binden sie die Zielgruppe unterbewusst so doch noch mehr an die Marke.

– 1972, Truck with Trailer (Nr. 685)
– 1983, Tractor Trailer (Nr. 6692) – mein persönlicher Lieblingstruck
– 1986, Container Lorry (Nr. 1525)
– 1997, LEGO Truck (Nr. 2148) – der Show Truck kam 2004 (Nr. 10156) noch einmal baugleich auf den Markt
– 2010, LEGO Truck (Nr. 3221)
– 2013, Villy Thomsen Truck (Nr. 4000008) – als Beigabe der exklusiven LEGO® Inside Tour
– 2015, Truck, (Nr. 10601) – duplo
– 2016, LEGO Truck Show (Nr. 4000022) – als Beigabe der exklusiven LEGO® Inside Tour
– 2022, LEGO Delivery Truck (Nr. 5007377) – als Beigabe im Rahmen der Eröffnungen neuer LEGO® Brand Stores
– 2024, LEGO Delivery Truck (Nr. 60440)
– 2025, Toy Truck (Nr. 60475) – Tag 18 des Adventkalenders
– 2026, LEGO Van (Nr. 60500)

Weitere Sets, in denen Fahrzeuge, bzw. Utensilien des Spielzeug-Unternehmens vorkommen:

– 2010, Cargo Train (Nr. 7939)
– 2015, City Square (Nr. 60097)

Soviel zum geschichtlichen Exkurs. Die Idee für mein Modell: die eingangs erwähnten Fliesen gesnottet, also in anderer Baurichtung, als Teil der Seitenwände montieren. Soweit der Plan in meinem Kopf. Allerdings ist die Geometrie der Bauteile so beschaffen, dass die eingesetzte Fliese, je nach Bauteileverwendung entweder eine halbe Plattenstärke nach innen oder nach außen versetzt ist. Oder anders ausgedrückt: Die Fliese schließt nicht bündig mit der Seitenoberfläche ab. Das ließe sich vermeiden, indem ich die kompletten Seiten fliese. Aber das schränkt den Innenraum ein.

Beladen ist der Bausatzfrachter mit sündhaft teurer Fracht: randvoll mit den legendären „Café Corner“ Modular Building Sets (Nr. 10182) aus dem Jahr 2007. Ja, die bedruckte Fliese brachte LEGO® höchstselbst 2017 im Modular-Haus-Jubiläumsset „Assembly Square“ (Nr. 10255) zum zehnten Geburtstag der beliebten Häuserserie auf den Markt. 2020 folgte aber noch ein günstigeres Creator-Set (Nr. 31105).

LEGO® als Unternehmen selbst vollzieht auch in seiner City-Welt immer mehr Wechsel von alten Antriebsarten hin zu einer umweltschonenderen Elektrifizierung. Ob Solar-Paneele auf Dächern, E-Roller, passende Ladesäulen oder eben mit Strom betriebene Autos aller Art. Und so mache ich es schließlich auch. Der Lauf der Dinge spiegelt sich auch in der Modellwelt wider. So soll mein LKW schließlich vollkommen elektrisch angetrieben sein. Um den Eindruck zu verstärken, deutet unmissverständlich das Strom-Symbol im Kühlergrill darauf hin. Darüber hinaus versah ich den Laster mit einer entsprechenden Batterie, die unter dem Fahrerhaus hellgrau hervorlugt. Auch sorgt ein Windabweiser auf dem Kabinendach für ein homöopathisches Plus an Windschlüpfrigkeit. In diesem Fall lässt sich sagen: Aus Gelb wird Grün.

Zuletzt das Finishing. Details wie das Bedienfeld für die Betätigung der Ladebordwand, seitlicher Unterfahrschutz, Außenspiegel und sonstige lichttechnische Notwendigkeiten runden das Modell ab. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dem Zugfahrzeug in der Zukunft noch einen Hänger zur Seite zu stellen. Die bedruckten Fliesen hätte ich noch, aber beim Rest wird’s eng. Ich habe halt doch etwas mehr Rot im Bestand.

LKW

Die Feuerwehr Farnheim nutzt eine Vielzahl von klassischen LKWs, die verschiedenen Fachgebieten zur Verfügung stehen. Sie erfüllen im weitesten Sinne logistische Aufgaben. Aber auch für die Fahrerausbildung werden die LKWs eingesetzt. Das hier gezeigte Fahrzeug ist den Zentralwerkstätten der Feuerwehr, genauer gesagt, der Schlauchwerkstatt, zugehörig.

Immer wieder kommt es vor, dass bei Großbränden, das Schlauchmaterial Schaden nimmt. Nicht nur, dass strukturelle Schäden am Material (Schlauchplatzer) auftreten können, sondern vielmehr werden die Schläuche mit dem verschmutzten Löschwasser, das aus dem Brandobjekt tritt, kontaminiert. Das verbrauchte Löschwasser kann im schlechtesten Fall zu einer zähen Melange aus Wasser und den durch die Hitze des Feuers verflüssigten und ausgetretenen gelagerten Rückständen, wie Fetten, Chemikalien oder Mineralölprodukten, werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Kollegen der Schlauchwerkstatt tauschen mithilfe des LKWs die vor Ort verbrauchten Schläuche gegen neues Material aus und führen sie der Schlauchwerkstatt zu. Dort werden sie gereinigt, auf Dichtigkeit geprüft, getrocknet und wieder eingelagert. Auch werden die Schlauchbestände der einzelnen Feuerwachen regelmäßig aufgefüllt, sodass dort kein Mangel entsteht. Auch diese Touren erledigt man mithilfe dieses LKWs.

Übrigens, um das verbrauchte Löschwasser nicht in die Kanalisation oder das Grundwasser gelangen zu lassen, gibt es in Farnheim die Sonderkomponente Löschwasser-Rückhaltung (LöWaRüHa), die das Löschwasser auffängt und durch einen Aufbereitungsdienstleister abpumpen lässt. Da kommen leicht Abertausende Liter zusammen. Aber das ist ein anderes Thema.

Dieser LKW ist das Ergebnis eines großen „Make-overs“, denn er stammt bereits aus dem Jahr 2009 – somit aus der Anfangszeit meines LEGO-Hobbys. Natürlich war er anfänglich in der klassischen Viererbreite erbaut, weshalb ich den Aufbau während der Überarbeitung auf fünf Noppen verbreiterte. Die Kabine, die etwas japanisch anmutet (Stichwort: Mitsubishi Fuso Canter), gefiel nach all den Jahren noch immer, so dass ich das Modell lieber modernisierte, als es zu zerlegen. Zeitgleich bringe ich meine Flotte an alten Kleintransportern auf die aktuelle Darstellungsform. Tatsächlich schlummern bei mir noch immer alte Klassiker zusammengebaut in Kisten, die, wie in diesem Fall, ein zweites Leben bekommen.

Natürlich verlässt kein Modell den Bautisch ohne entsprechendes Finishing. So bekam auch dieser LKW eine Ausschmückung, auch an der Fahrzeugunterseite. So hängt der Antriebsstrang samt Auspuff und Anbauteilen, dank der neuen Rundeiner-Plättchen mit Clip (Nr. 5264) fest an der Chassis-Platte. Zudem war noch Platz für zwei verschieden lange Staufächer. Da ich für mich annehme, dass der LKW schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, bekam er auch nicht das aktuelle Corporate Design verpasst.

TSF-W der FF Hookerumeroog

Mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug folgt nach dem LF 8 nun auch die Vorstellung des zweiten Fahrzeugs der Löschgruppe Großedünen und ist somit komplett. Das TSF-W wurde bereits 2016 als Ersatz für ein altes TSF in Dienst gestellt. Es verfügt über einen Löschwassertank von 600 Litern, worauf das W(asser) im Namenskürzel hindeutet. Bedingt durch die teils sandig-hügeligen Dünenlandschaften und einigen unbefestigten Zufahrten zu den teils noch mit Reet (Rohr oder Schilf) bedeckten Dächern der Wohnhäuser der kleinen Ortschaft ist das Fahrzeug mit Allradantrieb ausgestattet. Für alle Einsätze, die die Löschgruppe in Größedünen nicht bewältigen kann, rückt Unterstützung aus Hokkum an.

Es musste schließlich ein Schuh daraus werden, als ich kürzlich das LF 8 präsentierte. Und so bastelte ich nun dieses Exemplar zusammen. Obwohl es schon einige TSF-Ws (oder baugleiche Fahrzeuge) unter meinen Modellen gibt (siehe Sanderoog, die Jugendfeuerwehr Farnheim oder die BTF Jade Messe AG), entschied ich mich für eine andere Darstellungsform. Sie basiert auf meiner beliebten Kleintransporterfamilie.

Erstmals seit langer Zeit nutzte ich mal wieder die guten, alten Fensterrahmen mitsamt grauer Läden für eine Geräteraumabdeckung. Dahinter verbergen sich ein wenig angedeutete Einrichtung sowie eine entnehmbare Tragkraftspritze im Heck. Da solche Fahrzeuge i. d. R. Standardexemplare sind, verzichtete ich hierbei auf ein besonderes Farbschema oder Beleuchtungs-Klimbim. Die Dachbeladung ist vervollständigt durch eine Gerätekiste, eine Axt, einen (Saug)Schlauch und eine selbstgebaute Leiter aus gekürzten Flexschläuchen.

AB-Großbrand

Besondere Gefahrenlagen erfordern die Vorhaltung von besonderem Einsatzgerät. 2013 beschaffte die BF dazu einen Abrollbehälter-Großbrand mit dem 5.000 L Wasser und 1.000 L Schaumbildner im Einsatzfall zur Verfügung stehen. Er kann – auf einem WLF verlastet – auch autark agieren, entweder im Pendelverkehr zur Heranschaffung großer Mengen Löschwasser oder auch zur Brandbekämpfung. Dazu ist der Werfer auf dem Dach auch fernsteuerbar. Aus Kostengründen entschied man sich für die Beschaffung eines Abrollbehälters, der in seiner Funktion und Ausstattung als zusätzliches Tanklöschfahrzeug nach DIN-Norm eingesetzt werden kann.

Nach der einstigen Modellvorstellung 2016 stand nun eine umfangreiche Modifizierung an, wobei Löwenanteil die Verbreiterung auf fünf Noppen ausmacht. Zwar wuchs die mittlere Tanksektion dabei um eine Noppe, der Rest aber blieb optisch nah am Ursprungsmodell. Wobei einige Details, wie eine geänderte Dachfläche sowie ein neuer Werfer, für ein wenig Unterscheidung sorgen. Am Heck brachte die Verbreiterung den Vorteil mit sich, dass dort nun mittig zwei Anschlüsse die Löschwasserversorgung des Containers sichtbar machten. Da es sich hierbei zwar um eine Überarbeitung, aber keinen Neubau handelt, habe ich den Abrollbehälter bewusst noch nicht in dem neuen Corporate Design geschmückt.

PKWs der Branddirektion, Teil 3

Den Hintergrunddienst hat man aus der aktuellen Beschaffungsserie an neuen Dienstwagen für die Branddirektion ebenfalls mit einem neuen Fahrzeug bedacht. Der sog. H-Dienst ist ein Bereitschaftsdienst, der zu bestimmten, zumeist parallel stattfindenden Einsatzlagen hinzu alarmiert werden kann. Er fährt dann mit seinem Dienstwagen zum Einsatzort, um dort entsprechende Führungsaufgaben zu übernehmen, das sich bietende Lagebild zu analysieren und zu bewerten und mögliche notwendige Ressourcen zu koordinieren. Dieser Aurora GT soll den also diensthabenden Beamten rasch zum Einsatzort bringen. All die zuletzt vorgestellten PKWs haben ihren Standort übrigens an der Hauptwache, der kombinierten Feuer- und Rettungswache 2, in Farnheims Nordosten.

Modellbauerisch gibt es tatsächlich nicht viel zu sagen, denn das Fahrzeug ist, bis auf die Farbe, baugleich mit dem DRK-Exemplar. Ich hatt ezwar bereits lange die Idee im Kopf, dieses Auto auch für die Feuerwehr zu bauen, dachte mir anfangs, dass es genügt, wenn nur das DRK damit Einsätze fährt. Nun habe ich aber umentschieden. Es soll zudem zeigen, dass – wie in der Wirklichkeit auch – ein und dieselben Fabrikate überall anzutreffen sind.

PKWs der Branddirektion, Teil 2

Neben den neuen Elektrofahrzeugen der Branddirektion sind in den letzten Monaten auch einige Fahrzeuge für die höchsten Direktionsebenen beschafft worden. Somit haben die Direktionsbereiche Süd, Nord und Mitte, der H-Dienst (Hintergrunddienst), der Chef der Feuerwehr sowie seine beiden Vertreter je einen neuen Dienstwagen zugeteilt bekommen. Aufgrund ihrer Funktion sind die Fahrzeuge als KdoWs (Kommandowagen) klassifiziert.

Die neuen Kommandofahrzeuge dienen auch repräsentativen Zwecken. Daher sind sie in Farnheim äußerlich traditionell seit jeher zurückhaltend dekoriert und verfügen über keine fest montierte Sondersignalanlage oder das neue reflektierende Streifendesign, sondern lediglich über eine dezente Türbeschriftung und ein Blaulicht mit Magnetfuß. Das Elektro-Horn ist hier hinter der Fahrzeugfront im Motorraum verbaut. Funfact: Traditionell führt der Dienstwagen des Oberbranddirektors das Kennzeichen FH-FW 112 (bis ins Jahr 2007 hinein, also bis zur Abschaffung der behördlichen Kennzeichen, lautete es noch FH-112).

Für den Fahrzeugersatz des Leiters und seiner Vertreter der Feuerwehr fiel die Wahl diesmal auf den Mittelklasse-PKW Heissler Insignum in der Stufenheck- und der Kombiversion (der marketingtechnisch „Lifeliner“ genannt wird). Sie alle verfügen über die gleiche Motorisierung inkl. eines Hybridantriebs, mit dem rund 50 Kilometer rein elektrisch absolviert werden können.

Als Unterscheidungsmerkmal bleiben die Kombiversionen den beiden Vertretern vorbehalten. Heissler ist (in meinem Farnheim-Universum) übrigens ein deutscher Automobilhersteller mit Sitz in Ludwigslutter.

Kaum zu glauben, dass die letzte Dienstwagenerneuerung tatsächlich bereits echte neun Jahre zurückliegt, wenn man sich das Veröffentlichungsdatum des alten Artikels ansieht. Beinahe, wie im wirklichen Leben. Ich nahm den Elan aus Bau der PKWs aus Teil 1 mit für diese Fahrzeuge. Hierbei war mir wichtig, dass sie an stattliche und vor allem moderne Mittelklasselimousinen erinnern sollten. So verging auch einige Zeit, bis die Fahrzeugkonturen auch solche Formen annahmen, die mich persönlich überzeugten. Aus der Stufenheckversion schlussfolgte die Kombivariante, und sie unterscheidet sich tatsächlich auch nur oberhalb der Fensterlinie ab der imaginären B-Säule nach hinten. Auch konnte ich hierbei auch heute real existierende Lichtsignaturen, die sich vorn wie hinten über die komplette Fahrzeugbreite ziehen, darstellen. Auch wollte ich ihnen, trotz aller nüchternden Behördlichkeit, eine gewisse Sportlichkeit zugestehen. Sie erhielten daher eine üppig dimensionierte Abgasanlage, und vor allem die Stufenheckversion rollt auf sportiv-zweifarbigen Alu-Schuhen. Und am Ende? Ja, da fällt auch mir auf, dass meine Autos zunehmend noppenloser werden.

PKWs der Branddirektion, Teil 1

Die Feuerwehr Farnheim treibt die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotte und damit die Reduzierung des Gesamt-CO2-Ausstoßes voran. Alte Verbrenner werden sukzessive durch elektrische Neufahrzeuge ersetzt. Eine neue Beschaffung von insgesamt 12 batteriebetriebenen PKWs leistet dabei einen großen Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität.

Mit der Indienststellung von insgesamt zwölf neuen, baugleichen PKWs für die Branddirektion, der obersten Führungs- und Verwaltungsebene der Berufsfeuerwehr, elektrifiziert die Feuerwehr Farnheim ihre Flotte immer weiter. Alle Fahrzeuge verfügen über Elektroantriebe, deren Batterien Leistungskapazitäten von 42 bzw. 55 kWh zur Verfügung stellen. Das entspricht Reichweiten von etwa 300-380 Kilometern – je nach Batteriekapazität. Ausreichend für administrative Aufgaben und Außentermine im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes, wie bspw. regelmäßige Brandbeschauungen an öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen.

Beschafft wurden die Fahrzeuge in zwei Fahrgestellkonfigurationen: kurz und lang. Die drei Fahrzeuge mit kurzem Radstand sind dem vorbeugenden Brandschutz für die Brandbeschauungen vorbehalten, während zwei Fahrzeuge mit langem Radstand darüber hinaus der Presseabteilung zugeteilt und die übrigen PKWs als Boten- und Lotsenfahrzeuge oder auch zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden können.

Die feuerwehrtechnische Ausstattung selbst beschränkt sich im Allgemeinen auf einen Feuerwehrhelm, Feuerlöscher, Digitalfunkgerät, GPS, Dienst-Notebook bzw. -Pad sowie eine SoSi-Anlage. Natürlich wurden auch diese Fahrzeuge im neuen Corporate Design foliert.

Neben zahlreichen größeren und großen Neulingen in den vergangenen Monaten habe ich nun einen Herbst-Sonntag genutzt, um mich auch mal wieder um die kleinen Autos zu kümmern. Dabei entstanden eben diese zwei Neubauten. Sie sind bis auf die Fahrgestelllängen identisch und erhielten eine neue und, wie ich finde, moderne Optik. Bautechnisch ist nichts Erwähnenswertes passiert. Die Bilder sollten alles Wesentliche preisgeben, um einen möglichen Nachbau Eurerseits problemlos auf die Räder zu stellen.

Lotsenversetzboot „Norderriff“

Dass Farnheim über einen großen Seehafen verfügt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Allerdings ist der Weg dorthin manchmal tückisch. Damit aber kein Kapitän Schiffbruch erleiden muss, gibt es die Jadelotsen. Sie werden für ihren Dienst von einem Lotsentender von Farnheim aus zum Lotsenstationsschiff „Jade“ verbracht. Dort beziehen sie für 14 Tage ihr Lager und starten von dort mit dem Lotsenversetzboot zu den großen „Pötten“, um sie sicher durch die Jade zum Freihafen zu lotsen. Etwa ab Höhe Tonnendorfer Groden, was die nördliche Stadtgrenze Farnheims markiert, übernehmen die Hafenlotsen, um die Schiffe schließlich zu ihren Liegeplätzen zu navigieren.

„And now to something completely different“ oder, wie wir im Pott sagen, „Ma wat annert“ – so hätte ich den Artikel auch eröffnen können. Aber im Kern hat er doch einen Farnheim’schen also norddeutschen Bezug. Nämlich: Das maritime Flair, das der YouTube-Kanal „Hamburg Hafen Live“ unterhaltsam einfängt, schwingt nach einem Livestream bei mir immer eine Weile nach. Manchmal so lange, dass es mich hin und wieder dazu antreibt, etwas anderes, als ständig rote Autos zu bauen. Die Lotsen sind in den HHL-Streams immer mal wieder Thema, denn manches Mal lässt sich dabei das Umsteigen eines Lotsen von einem aufs andere Boot bzw. Schiff beobachten. Alles ohne Netz und doppelten Boden, und nur etwas für Gefahrensucher. Und das ist bloß die zumeist seichte Elbe. Der Lotse, der an den Hafenlotsen übergibt, ist bereits weit draußen auf der Nordsee in das große Schiff umgestiegen; bei mitunter ruppigem Seegang.

Nun aber habe ich mich an einen Bau eines solchen Lotsenversetzbootes, wie es im Fachjargon bezeichnet wird, gewagt. Ich dachte großspurig, dass ich Schiffe bauen könne, denn schließlich kann ich immerhin schon deren drei als Referenz vorweisen. Aber man lernt ja stetig dazu. In diesem Fall über die vorschriftsmäßige Lichterführung von Booten und Schiffen.

Für den Bau übrigens diente das Feuerwehrboot Nr. 60373, das seit 2023 im City-Programm ist, als Basis. Genauer gesagt nutzte ich lediglich den Rumpf; alles darüber ist vollständiger Eigenbau. Charakteristisch für ein solches Boot ist eine erhöhte Plattform auf dem Vorschiff, die den Überstieg des Lotsen zu den großen Schiffen erleichtert. Die Boote selbst sind zumeist klein, schnell und wendig, um die Lotsen rasch zu den Schiffen zu versetzen und wieder zurückzuholen. Obendrein wurden die Aufbauten in auffälligen Farben dekoriert, um für die Schifffahrt weithin sichtbar zu sein. Das Spannendste finde ich, sind die Antennentürme, denn diese beinhalten auch die Lichter, die ein Schiff zu führen hat – neben Grün für die Steuer- und Rot für die Backbordseite. Denn laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrologie (kurz BSH) gibt es die „Bibel“ der Lichterführung und Schallsignalanlagen als PDF zur Einsicht. Darin steht, dass solche Boote am Mast neben einem Topplicht in Weiß auch Lichter in Rot installiert haben, bspw. um eine Manövrierunfähigkeit anzeigen zu können. So habe ich meinem Exemplar sämtliche Lichter angeflanscht, was das Ganze, nebst Radaranlagen, Antennen, Typhon (dem Schiffshorn), Scheinwerfer etc., ein wenig filigraner erscheinen lässt und überhaupt dem Betrachter erst diese „Greeble-Vibes“ vermittelt.

Was allerdings noch fehlt, sind Schriftzüge mit dem Wortlaut „Lotse“ oder, etwas internationaler, „Pilot“. Gerne würde ich Sticker aus dem LEGO®-Portfolio nutzen, die auch visuell präsent genug sind, um auf dem Schiff lesbar aufzufallen. Gar nicht so einfach; und solange muss es eben ohne gehen.

GW-Tierrettung

Heutzutage wird die Feuerwehr auch zu immer mehr Tiernotfällen gerufen. Die typische Katze auf dem Baum war gestern. Heute sind die Aufgaben vielfältiger, gar exotischer. Mal sind es entfleuchte Schlangen, Spinnen und Skorpione, mal ein ausgebüxtes Krokodil. Und dann kommt der Herbst mit vermehrt vorkommenden Wildunfällen. Viel zu tun für die Tierrettung.

Für solche Einsätze hat die Feuerwehr mittlerweile aufgerüstet. Dazu haben die Wehrleute in Eigenleistung einen ausrangierten Rettungswagen zu einem Gerätewagen-Tierrettung (GW-TR) umgebaut. Da die Beladung nicht genormt ist, richtet sie sich in erster Linie nach den jeweiligen örtlichen Anforderungen. In jedem Fall finden sich einige Transportkisten verschiedener Größen, Fang- und Greifwerkzeuge, Beruhigungsmittel, Halfter und Führstricke, Decken, etwas Futter und Verbands- und Logistikmaterial und die persönliche Schutzausrüstung, wie Wathosen und Beißschutzanzüge, darunter. Des Weiteren sind sog. Quarantäne-Boxen zur sicheren Aufbewahrung von hochinfektiösen Tierkadavern Teil der Ausrüstung. Auch eine ausziehbare Anlegeleiter und etwas Werkzeug, wie Schaufel und Besen, finden im und auf dem Fahrzeug Platz.

Seit vorletztem Jahr ist dazu ein ausrangierter Rettungswagen in Eigenleistung zunächst entkernt und anschließend mit neuem Mobiliar bedarfsgerecht geplant und ausgestattet worden. Durch einen zusätzlich geschaffenen Arbeitsbereich mit Behandlungstisch ist es im Inneren des Fahrzeugs möglich, schwer verletzte Tiere ggf. noch vor Ort notfallmedizinisch zu versorgen.

Außen wich das bei den Rettungsdienstfahrzeugen übliche weiß/rote Farbschema dem mittlerweile neu eingeführten Erscheinungsbild der Wehr mit seinen reflektierenden Diagonalstreifen. Besetzt wird das Fahrzeug 24/7 von den Feuerwehrangehörigen zusätzlich zu ihren Hauptaufgaben, wie abwehrender Brandschutz oder Rettungsdienst.

Die Idee für mein Modell lieferte mein langjähriger und geschätzter Modellbaukollege Prof. Dr. Harald Karutz, der vor einigen Jahren ein solches Fahrzeug für seine Modellfeuerwehr Feuerwehr Thalburg zusammenbaute. Nun findet ein solches Fahrzeug den Weg nach Farnheim.

Dazu baute ich mir einen weiteren Rettungswagen nach vorhandenem Baumuster zusammen – nur eben in einem anderen Farbschema. Ein paar kleine Details, wie bspw. das Hochdach oberhalb der Kabine, unterscheiden dieses Fahrzeug von seinen Geschwistern aus dem Rettungsdienst. Es könnte somit durchaus auch ein anderer Aufbauhersteller dahinterstecken.

FLB 1 „OBrD Lübben“ (Feuerlöschboot) – Modernisierung

Als die Feuerwehr Farnheim 1994 das Feuerlöschboot „Oberbranddirektor Lübben“ in Dienst stellte, war es das modernste und größte Boot seiner Art in Europa. Die knapp 30 vergangenen Dienstjahre im Wasser gingen allerdings nicht spurlos an der „OBrD Lübben“ vorüber. Es herrschte also akuter Handlungsbedarf.

Da mittlerweile die Stadtkassen nicht mehr so üppig gefüllt sind wie damals, hatte man sich frühzeitig mit sämtlichen Verantwortlichen zusammengesetzt und verschiedenste Möglichkeiten für das größte und wichtigste Löschboot in Farnheim, die „Oberbranddirektor Lübben“, erörtert. Man entschied sich letztlich für eine umfassende Modernisierung und gegen einen Neubau, weil diese von den Stadtkämmerern und Wirtschaftsprüfern als die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung erachtet wurde. So verbrachte das Löschboot die letzten rund 15 Monate in den NOVIS Schiffswerften in Farnheim und zuletzt bei Lütjens & Heyn am Ausrüstungskai.

Die Modernisierung umfasst den Um- und Einbau modernster Navigations- und Kommunikationstechnik. Auch wurde der komplette Antrieb (Motoren, Wellen, Schrauben) generalüberholt. Die größte Herausforderung war allerdings das Einsetzen einer neuen rund 9 Meter langen Rumpfsektion. Damit konnte der nutzbare Raum an und unter Deck erheblich vergrößert werden. Das bedeutete aber auch, dass die Antriebswellen, Kabelstränge und sonstige Zuleitungen für Löschmittel, Hydraulik etc. erneuert, verlängert bzw. umgelegt werden mussten. Auch die Ballast-, Löschmittel- und Dieseltanks waren von der Verlängerung betroffen. Der so gewonnene Platz konnte allerdings für neue Decksaufbauten genutzt werden. Zum Beispiel wurde ein Behandlungsraum eingerichtet, der auf notfallmedizinische Fälle ausgerichtet ist. Ferner konnte die komplette feuerwehrtechnische Beladung eines HLFs nach DIN in einem weiteren Lagerraum verstaut werden. Auf dem Achterdeck war nun Platz für ein Beiboot und einen 2-Tonnen-Hebekran. Zudem wurden auch die löschtechnischen Einrichtungen leistungsgesteigert modernisiert. Vier Feuerlöschpumpen stellen insgesamt bis zu 120.000 L Wasser/Minute zur Verfügung. Die Wurfweiten betragen, je nach Monitor-Typ, rund 120 oder 150 Meter. Natürlich sind sämtliche Löscheinrichtungen seewasserfähig. Der eingebaute Schaummitteltank fasst nun mit 15.000 L ein Drittel mehr.

Bereits Ende April dieses Jahres wurde das Löschboot wieder der Farnheim Port Authority (FHPA) übergeben und folglich in den Einsatzdienst gestellt. Ihre erste Bewährungsprobe hatte die „OBrD Lübben“ schon im Juni, als auf einem Containerschiff ein Feuer ausbrach.

In der Motivationsphase als ich „Jade“, „Stadtbrandmeister Vincke“ und ein Lotsenboot (das folgt mal zu einem späteren Zeitpunkt) baute – angefixt durch den sensationellen Youtube-Kanal „HamburgHafenLive“ – überarbeitete ich auch meinen Erstling, das große Löschboot. Eigentlich ist es viel mehr als eine bloße Überarbeitung geworden, denn es sollte gleichzeitig mehr „Branddirektor Westphal“-Vibes bekommen, und das ging nur mit der bereits oben beschriebenen Rumpfverlängerung. Die Decksaufbauten, die im vorderen Bereich sechs Noppen breit sind verjüngen sich, bedingt durch die seitlichen Monitortürme, nach hinten hin auf vier Noppen. Damit verbleibt am Engpass der Turmaufbauten eine Noppe für den Durchgang an Deck. Die Deckaufbauten sind eigentlich eine vollständige Neukonstruktion. Brücke, der Platz für die Monitorsteuerung sowie der Schornstein entstanden neu. Dabei musste auch die angesprochene Verjüngung der Decksaufbauten berücksichtigt werden. Dies gelang durch die Verwendung von Eingangstüren, da sie im geschlossenen Zustand einen passenden, diagonalen Übergang von 6 auf 4 Steinebreiten schaffen.

Das abschließende Finishing ergänzt das fertige Modell um etwas „Gebreeble“ wie Antennen, Radare, Scheinwerfer, Positionslichter, Typhon etc.