LF 8 der Inselfeuerwehr Hokkumeroog

Die Löschgruppe Großedünnen der Inselfeuerwehr Hokkumeroog verfügt neben einem TSF-W aus dem Jahr 2016 auch über ein LF 8 auf einem AFAG (Allzweck-Fahrgerät) G409 aus dem Jahr 1988. Eine Rarität, denn der Hersteller ging noch im selben Jahr insolvent und musste seine Fertigung aufgeben. Dazu muss man wissen, dass AFAG neben den fahrbaren Untersätzen auch die allermeisten Aufbauten selbst fertigte. Historiker bekamen heraus, dass dieses Fahrzeug tatsächlich auch das allerletzte Fahrzeug war, das die Werkshallen in Kelbersheim endmontiert verließ und seinem rechtmäßigen Besitzer, eben jener Inselfeuerwehr, übergeben werden konnte. Der Hersteller und einzige Mitbewerber UniMOC kaufte die Insolvenzmasse und übernahm die noch verbliebenen Aufträge. Das Werk am alten Standort wurde geschlossen und den verbliebenen Mitarbeiter wurden Übernahmeverträge angeboten. Gefertigt wurden die letzten Aufträge dann bei UniMOC in Kaiserslohe, das dann auch die meisten der fehlenden Ausbauten lieferte. Danach wurde die G409-Serie endgültig eingestellt, da UniMOC mit dem A480 U eine eigene Modellreihe in der Klasse besaß.

Als das LF 8 frisch auf die Insel kam, war es zunächst nach DIN beladen. Jedoch erfuhr das Fahrzeug über die Jahrzehnte einige einsatztaktische Aufwertungen. Nach einigen Sturmfluten in den 1990er Jahren gehören seither eine Motorsäge und eine Seewasser-Tauchpumpe zum Beladungsumfang. Anfang der 2000er Jahre erhielt das Fahrzeug eine neue Tragkraftspritze. Die alte gibt es zwar noch, ist aber nicht mehr betriebsbereit.

Die Wehr ist sich der historischen Besonderheit ihres Löschfahrzeugs bewusst und hegt und pflegt ihr Schätzchen. Es wird wohl noch einige Jahre auf der Insel Dienst tun, ehe es durch einen Nachfolger ersetzt wird. Vermutlich von UniMOC. Sollte der Tag irgendwann kommen, will man es in jedem Fall für die Nachwelt erhalten.

Nun, so etwas passiert, wenn einen an einem kalten Sonntagnachmittag die Baulust übermannt, folglich die Steine zu etwas zusammenklötzelt, von dem man noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommt. Zuerst hatte es kurzer Fahrerhaus und einen Aufbau mit einer Tanksektion für ein typisches TLF, dann folgte experimentellerweise eine Gruppenkabine und schließlich ein mit Cupboards bestückter Aufbau. „Dann halt ein LF 8“, dachte ich also. Allerdings schwante mir, dass alle bisher bekannten Feuerwehren (Farnheim, St. Joostersiel, Sandergast und Sande) kein solches Fahrzeug in ihren Reihen besitzen. Somit musste ich meinen „Feuerwehren im Farnheimer Umland“-Spickzettel bemühen. Und siehe, die noch ungenannte und folglich unbekannte Insel Hokkumeroog mit ihrer Löschgruppe im Ort Großedünen sollte tatsächlich ein solches Fahrzeug in der Garage stehen haben. Und so erhielt das Modell seine Legitimierung, Teil der Farnheim’schen Feuerwehrwelt zu werden. Zwar bietet die Wehr mit ihrem Erstling noch nicht allzu viel Substanz, aber der Anfang ist gemacht.

Freiwillige Feuerwehr Langeoog

Langeoog, eine ostfriesische Insel im norddeutschen Wattenmeer gelegen und gut 5 Kilometer vom Festland vor Bensersiel entfernt, ist für den Individualverkehr gesperrt. Lediglich der Rettungsdienst und die Feuerwehr dürfen per Ausnahmegenehmigung mit Verbrennungsmotoren die knapp 20 qkm Inselfläche befahren. Die Wehr ist für den Schutz von ca. 2.000 Insulaner sowie bis zu 15.000 zusätzlichen Feriengästen während der Hauptsaison verantwortlich.

Rückblick. Die Inselfeuerwehr wurde 1934 gegründet und hat sich in den vergangenen 84 Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil des unsularen Sicherheitssystems entwickelt. Heute zählt die Wehr 38 aktive Mitglieder/Innen. Auch eine Jugendfeuerwehr mit 10 Nachwuchskräften gibt es. 5 Fahrzeuge und zwei Anhänger stehen der Wehr für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben zur Verfügung:

MTF                       VW T6 2.0 TDI 4Motion (Bj. 2017)
LF 8/6                   Iveco Magirus Eurofire, Aufbau Magirus (Bj. 1998)
TLF 8/24              Mercedes Benz Unimog U1550, Aufbau GFT (Bj. ca. 1997)
TLF 16/25            Iveco Magirus Eurofire, Aufbau Magirus (ehem. FW Leichlingen)
DLK 23/12 CC     Iveco Magirus 140-25, Aufbau Magirus (Bj. 1993, Ref. ca. 2015)
AL 18                     Anhängeleiter mit 18 m Steighöhe
Hovercraft           Anhänger mit einem verlasteten Hovercraft (Bj. 2017)

EIne Besonderheit im Fahrzeugpark ist sicher das neue Luftkissenfahrzeug vom Typ Scout Hovercraft S460 TC-WL, mit dem sich schnell Menschen aus dem Wattenmeer retten lassen. Der 110 PS-BMW-Boxermotor ist kraftvoll genug, selbst steile Dünenhänge zu erklimmen. Auf glatter Strecke erreicht das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h, auf Wasser bei guten Bedingungen immernoch 70 Stundenkilometer. Ein 23-PS-Motor von Briggs-Stratton sorgt für das Luftkissen und den damit benötigten Auftrieb. Zudem ist am Flugplatz ein weiteres TLF 8/18 auf einem Unimog mit Schlingmann-Aufbau stationiert.

Übrigens bekommt die Ortsfeuerwehr eine neue, größere Feuerwache mit angeschlossender Rettungswache, an der zwei RTWs auf je einem MB Sprinter mit Kastenaufbau auf dem Jahr 2011 stationiert werden, die vom Marburger Krankenpflege-Team, einem Tochterunternehmen der DRK Mittelhessen, betrieben werden. Die Bauarbeiten am Wehrgebäude waren im März bereits weit fortgeschritten.

Löschgruppenfahrzeug (LF 8) der FF St. Joostersiel

Die Nachbargemeinde und Touristikort St. Joostersiel des Landkreises Jade-Land verfügt über eine eigene Freiwillige Feuerwehr und ist darüber hinaus als Stützpunktwehr für die angrenzenden Ortschaften Wranstersiel, Hafflingersiel und Westersiel zuständig. Ingesamt verfügt die Wehr über drei Fahrzeuge. Von denen mit dem LF 8 nun ein älteres aber wichtiges Fahrzeug bei der Brandbekämpfung aber auch bei technischen Hilfeleistungen vorstellig wird. Das „Mädchen für Alles“ ist Baujahr 1995, heißt „Gisela“ und wird von den Joostersieler Wehrfrauen und -männern liebevoll gehegt und gepflegt.

Ein Video von de-marco, ein lettischer Modellbauer auf Eurobricks, der eine interessante Mixtur aus 4- und 5-Noppen breiten Fahrzeugen mittels toller Bautechniken kreiert, brachte mich auf die Idee eines seiner Fahrzeugdesigns für ein Feuerwehr-MOC zu nutzen. Seine Bewegtbild-Bauanleitung ließ mich bei einigen Dingen wunderbar hinter die Kulissen schauen.

Auch ich verpasste dem Modell einen 5w-Aufbau, bei dem sich im Verlauf die Befestigung auf dem Chassis als äußerst kniffelig erwies. Der einzige Haltenoppe (siehe blauen eingesteckten Technic-Pin im Fahrgestell in Bild 12) lässt alles andere als hinreichende Haltbarkeit zu, da mir aufgrund der begrenzten Möglichkeiten, die Radstand und angesteckte Anbauteile bereithalten, bislang noch keine bessere Lösung eingefallen ist. Und überhaupt. Sämtliche Leitern, die es von TLC so gab und gibt sind entweder zu lang oder zu breit. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als kurzhand selbst eine zusammenzustecken. Ist ja auch ne Steckleiter. Haha. Nee, eigentlich eine Hakenleiter. Wie dem auch sei. Ein Finish mit weißen Kotflügeln und einer Bauchbinde entlang der Kabinenseiten komplettieren das MOC farblich.