WLF (Wechselladerfahrzeug)

2015 gebaut, 2016 geliefert. Ab sofort steht das neue WLF im Einsatzdienst der Werkfeuerwehr. Ein 20 Jahre alterschwaches Fahrzeug machte eine Neubeschaffung notwendig. Man entschied sich für ein Fabrikat vom Typ „Spacestar FL.2644 6×4“ der
Brickmarscher Automobilwerke, kurz BAW. Es verfügt über zwei angetriebene Achsen und einen Abrollhydraulik von Lademaxx, die bei sämtlichen Wechselladern städteweit zum Einsatz stehen – und im Landkreis darüber hinaus.

Spätestens seit der Indienststellung des Farnheimer WLFs und dem AB-HFS (HiTrans Fire System) stelle ich sukkzessive sämtliche Abrollbehälter auf eine Länge von acht auf zehn Noppen um, denn „Länge läuft“. Die Verlängerung bekommt der Fahrzeugsilhouette durchaus zu Gute, sie wirkt nun nicht mehr allzu gedrungen. Und es erlaubt etwas mehr Raum für Ausstattungen aller Art. Cran würde in diesem Falle sicher sagen: „Gegreeble“. 😉

In meinem Fundus musste das alte WLF der Flughafenfeuerwehr für dieses Modell auf die Schlachtbank. Aber keine Sorge, schon in näherer Zukunft bekommt auch die WF Flughafen einen adäquaten Ersatz. Dem Umbau spendierte ich zahlreiche Detailverbesserungen, ein verlängertes Fahrgestell, und zugunsten der Gesamtoptik verzichtete ich auf die bespielbare Ab- und Aufrollmachanik, was der Bespielbarkeit im Gesamten aber keinen wesentlichen Abbruch tut.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (1x2er + 2x12er + 2x2er Platten)

LKW-KRD (Kampfmittelräumdienst)

Als am 01. Januar 1996 der Kampfmittelräumdienst des Landes an die Zuständigkeit der Feuerwehr überging, übernahm man auch einige Sonderfahrzeuge. Diese wurden in den Jahren danach tw. 1:1 durch Neubeschaffungen ersetzt, teils aber auch ersatzlos ausgemustert. Eines der Fahrzeuge, das in 2008 in einer weiteren Generation neu beschafft wurde, ist der LKW-KRD. Ausgestattet mit einem hochgeländegängigen Fahrgestell, einer entsprechend speziellen Bereifung für umwegsames Terrain, sowie einer vorgelagerten, kleinen Pritsche, einem heckseits installierten Ladekran und einer Frontseilwinde. Mit ihm ist die Fachgruppe Kampfmittelräumung in der komfortablen Lage auch größere, entschärfte Kampfmittel auch aus schwer zugänglichen Bereichen zu bergen.

Die Idee entstammt einmal mehr aus dem reichhaltigen Hamburger Fuhrpark. Hatten sie doch bis 2004 das Vorbild in Dienst. Das Original besticht durch seine Kompaktheit und hat dank des Allradantriebs und der Portalachsen eine recht imposante Erscheinung. Gleiches wollte ich auch für meine Portierung in Vierbreit erreichen. Ebenso nutzte dieses Modell auch für ein paar neue Bereifungsspielereien. Genauer gesagt zwei Reifen übereinander aufzuziehen, um einen besonderen Look hinzubekommen. Die profilierten Reifen außen sind gewöhnliche Motocross-/Motorrad-Reifen, die über einen Standard-PKW-Breitreifen gezogen wurden. Der Kran am Heck ist selbstredend funktional ausgeführt. Schlussendlich komplettieren viele Details, wie eine Konturmarkierung, seitliche Begrenzungsleuchten und ein detailreiches Fahrgestell samt Anbauteilen das Fahrzeug rundum.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2x 2x6er Platten)

LEGO® City – Die Mischung macht’s

Neulich stellten wir AFOLs uns (mal wieder) die Frage, ob der Lego-City-Kosmos (mal wieder) in regelmäßigen Abständen tatsächlich neue Feuerwachen und Polizeistationen braucht? So viele städtische Behörden, die mittlerweile mehr auf sich selbst aufzupassen scheinen, als sich um das Wohl ihrer Bewohner zu kümmern. Das brachte mich auf die Idee, die Frage etwas anders zu stellen: Warum gibt es keinen Platz mehr für Wohnhäuser? Für die Beantwortung dieser Frage hilft ein Blick in die Vergangenheit.

Das komplette Set

Alles fing, nach heutigen minifigmaßstäblichen Grundsätzen, im Jahr 1978 an, als die ersten Town-Sets im Handel erschienen. Natürlich waren von Beginn an die actionlastigen Themen des Feuerlöschens und der Verbrechensbekämpfung prominent besetzt. Aber auch nicht erst seitdem. Blaulichtthemen verkauften sich auch schon als es noch keine Minifig gab. Doch es gab schon immer auch zahlreiche Oasen der Ruhe: Wohnhäuser, Appartments und Ferienhäuser.

1991 begann sich das Angebot an klassischem Wohnraum zu wandeln. Das letzte Set in dieser Richtung war 1990 das Ferienhaus #6592. Im Jahr darauf erschien erstmals kein privates Wohngebäude seit 1978. Vielmehr wurden weitere, eher männerbesetzte Berufsfelder etabliert: Flug- und Seehäfen, Rettungsdienst, Renn- und Rallye- und Funsportarten.

Zwar probierte der dänische Spielzeughersteller 1992 mit der Themenwelt „Paradisa“ ein weiblicheres Produktfeld mit entsprechender Farbwahl zu lancieren aber – ganzheitlich gesehen – (bis „Friends“) ohne großen Erfolg. Dennoch lassen sich einige Sets dieses Themas durchaus zu den Privatbehausungen zählen. Allen voran sei sicher das sog. „Poolside Paradise“ erwähnt.

Wenngleich immer wieder auch privat anmutende Behausungen ins jeweilige Jahresprogramm flossen, so waren es nunmehr keine traditionellen Wohnhäuser mehr, als vielmehr Blockhäuser, Hütten oder Lodges, die eher als Startpunkt für aktionsbetonte
Freizeitaktivitäten zu dienen hatten. 1996 erschien zwar nochmals ein klassisches Wohnhaus, allerdings als Resultat einer Werbekooperation mit dem Fensterhersteller Velux. Allerdings blieb es hierbei bei einer Sonderauflage in begrenzter Stückzahl.

Die Verpackungsoberseite

Auch die Umbennungen von „Town“ in ein viel gewaltiger klingendes „World City“ um schließlich nur noch „City“ gerufen zu werden, brachte keine Wohnhäuser mehr hervor. Selbst Pizzerien und andere mehrgeschossige Stadthäuser (die sich, wenn sie erschienen, thematisch stets wiederholten), wurden nur der kommerziellen Nutzung zugeschrieben. Aber warum nur?

Ganz einfach, Lego etablierte zusätzliche Themenwelten, die der Citysparte fortan als wahre Zulieferer dienten. Mit dem Start der klassischen Städtelinie 1978 waren die Themenfelder noch überschaubar und strikter getrennt. Bei den Bausätzen im Minifig-Maßstab reichten daher auch das Raumfahrtprogramm – heute im AFOLksmund „Classic Space“ genannt – und das Ritterthema „Castle“ aus. Außerhalb davon gab es thematisch nichts verwertbares, was den Minifigs städtebaulich großartig entgegengekommen wäre. Erst nach der konzerntechnischen Neuausrichtung zu Beginn des neuen Jahrtausends, und mit der Etablierung der Produktserie „Creator“ im Jahre 2001, erschien drei Jahre später auch ein Set namens „Buildings“, mit dessen Hilfe der Bau neuer Privathäuser in der Stadt nun wieder möglich wurden. Zudem veröffentlichte LEGO® mit #4886 „Building Bonanza“ gleich mal ein wahres Prachtgebäude. Auch ließen sich mit den Häusern der heutzutage sehr beliebten modularen Gebäudeserie, die es mit dem inoffiziellen Start 2007 mit der Market Street (damals noch unter dem Themennamen „Factory“ veröffentlicht) fortan gab, wunderschöne Wohn- und Geschäftshäuser erbauen.

Und damit nicht genug, als LEGO® 2012 das eher für eine weibliche Zielgruppe ausgelegtes Spielethema „Friends“ ins Leben rief, kamen fortan zahlreiche wenn auch etwas bunter und andersartig konstruierte Häuser hinzu. Man griff hierbei Thematiken
auf, die manch AFOL in der klassischen Städtewelt über die normalen Wohnhäuser hinweg zudem schmerzlich vermisste: Supermärkte, Schulen, Saftläden, Bäckereien, Eisdielen, Arztpraxen und eben auch Wohnhäuser.

2014 folgte mit „Juniors“ die letzte Serie mit städtetauglichen Sets, die mit ihrer Teileauswahl und ihrem Bauanspruch ingesamt eher für jüngere Zielgruppen ausgelegt sind. Als ein passendes Set sei hierbei das „Family House“ erwähnt.

Bis heute erschienen unter diesen Labeln nunmehr etliche Gebäude, die sich problemlos in das klassische Städtthema integrieren lassen. Mal mit mehr, mal mit weniger anpassungstechnischem Aufwand. Aber weitestgehend alle fernab sämtlicher actionbesetzten Spielethemen. Ganzheitlich betrachtet aber machen es die Serien „Friends“, „Creator“ und die modulare Häuserserie mittlerweile unnötig, dass im City-Produktportfolio weitere Wohnhäuser erscheinen. Dafür bieten diese Serien genug Bausubstanz. Ein gelegentlicher Blick über den City-Tellerrand kann also hin und wieder nicht schaden. Denn wie bei allem im Leben gilt auch hier: Die Mischung macht’s.

ELW 3 (Befehlswagen)

Das alte Jahr endet doch noch mit der Auslieferung eines neuen Großfahrzeugs: einem neuen Befehlswagen für große Schadenlagen. Er löst zukünftig den alten Bus ab, der aufgrund seiner hohen Dienstzeit mittlerweile engmaschige und damit kostenintensive Wartungsintervalle einfordert, damit seine Einsatzbereitschaft weiterhin gewährleistet werden kann. Seine mittlerweile 15 Jahre im Einsatzsatzdienst sowie weitere 8 Jahre zuvor im Farnheimer ÖPNV sind nicht ohne Spuren geblieben und nagen bereits seit längerem an der automobilen Substanz.

Grund genug nun für einen adäquaten Ersatz zu sorgen, der – wie es heute üblich ist – auf einem dreiachsigen LKW-Fahrgestell mit Kofferaufbau realisiert wurde. Den Zuschlag für den Auf- und Ausbau erhielt die Firma Brickfire GmbH in Steinheim, die seinerzeit auch schon mit dem Ausbau der ELW 1 betraut wurde. Letzte Bestückungen werden ab Anfang Januar in den feuerwehreigenen Zentralwerkstätten durchgeführt. Nachdem die Fachkräfte an dem Fahrzeug hinreichend ausgebildet wurden, folgt gegen Frühjahr 2016 die Indienststellung.

Die Vorbilder für ein solches Modell sind heutzutage gar nicht so selten. Für meine Version standen Vorbilder aus Düsseldorf und Hannover Pate. Grundsätzlich verfügen viele Großstadtwehren ab etwa 450.000 EW über ELWs dieser größten Kategorie.

Zu Beginn experimentierte ich noch, ob sich der Aufbau mit dem seitlichen Auszug (der war modellbauerisch unbedingt gesetzt) nicht in 4w realisieren ließe. Jedoch konnte dabei der Auszug nur 3w breit werden, was ingesamt etwas schmal wirkte. So entschied ich mich für die komplexere Bauweise des Aufbaus in fünf Noppen Breite – eine Sonderlösung und eine seltene Ausnahme. Ich begann mit der Dachfläche und seinen Aufbauten (Satellitenschüssel, Klimaanlage, Lautsprecher ein kleiner Antennenwald etc.), so konnte ich zugleich die Kofferaufbaulänge ausloten, um nicht zu lang zu werden und arbeitete mich Richtung Fahrgestell voran. Für die Optik des Fahrerhauses entschied ich mich für eine Version, die ich schon beim SLF 100/180 realisierte. Sie stellt eine Modifizierung dieser Variante dar.

Etwas kniffelig wurde die Verbindung des in der Breite ungeraden Aufbaus mit der gerade Anzahl Noppen des Fahrgestells. Mittels AZMEPs/Jumper in 1×2 und 2×2 ließ sich das aber relativ stabil an mehreren Punkten realisieren. Die Auszugführung und -auflage des Anbaus erfolgte mittels Fliesen. Zur Vollendung dieser recht lange schon schwelenden Idee bekam der ELW ein graues Trittpodest, um den Minifigs zu Zugang zum höhergelegenden Innenraum zu erleichtern sowie ein Markise.

Fahrgestellbasislänge 18 Noppen (2x16er + 2x2er Platte)

GW-KRD (Kampfmittelräumdienst)

Als mit Beginn des Jahres 1995 die bis dahin bestehenden Katastrophenschutzeinheiten mit Auflösung des Bundesamtes für Zivilschutz in die städtischen Feuerwehren eingegliedert wurden, bekam auch der Kampfmittelräumdienst fortan bei der Berufsfeuerwehr eine neue Heimat. Bedingt dadurch, dass die Stadt gegen Ende des zweiten Weltkriegs wiederholt Ziel alliierter Bomberverbände wurde – nicht zuletzt während des verheerenden Bombardements in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1944, werden bei Bauarbeiten in regelmäßigen Abständen alte Blindgänger ans Tageslicht gefördert.

Die Abt. KRD (Kampfmittelräumung) hält für solche Einsatzszenarien zwei spezielle Gerätewagen bereit. Diese sind Allradantrieb und Sperrdifferenzial ausgestattet und verfügen über eine besondere EX-II-Zulassung. D. h., die Fahrzeuge haben speziell gekapselte elektrische Leitungen und erfüllen besondere Anforderungen an Batterien, Kraftstoffbehälter und Auspuffanlage. Zudem sind sie beladen einer ex-geschützten Sicherheitsbox für kleinere Sprengkörper, sowie Pulverlöscher, Atemschutzmaske und pers. Schutzausrüstung.

Ein solches Vorbild befindet u. a. in neuerer Generation bei der Feuerwehr Hamburg. Die reizvolle Idee, ein solches Fahrzeug auch in den Reihen der Farnheimer Feuerwehr zu sehen. Gesagt, getan. Als Basis entschied ich mich für das jüngst beim LKW der Feuerlöscherwerkstatt vorgestellte Design.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (neueres PKW-Fahrgestell mit längerem Innenteil in 4 x 10)

ELW B-Dienst (Einsatzleitwagen)

Bei Einsatzszenarien, die über das normale Maß hinausgehen, bspw. ab der zweiten Alarmierungsstufe und/oder bei besonderen Ereignissen, übernimmt der B-Dienst als nächst höhrere Instanz die Leitung an der Einsatzstelle. Er fungiert als Schnittstelle zwischen den C-Diensten und der Leitstelle sowie anderen Einheiten und Ämtern, wie Polizei, Hilfsorganisationen oder dem Ordnungsamt der Stadt. Er kann, im Gegensatz zum C-Dienst (der nur in seinen Wachbezirken eingesetzt wird) über das gesamte Stadtgebiet hinweg alarmiert und eingesetzt werden. Dazu stehen der Branddirektion zwei baugleiche ELWs auf einem Kleintransporterfahrgestell zur Verfügung. Von der technischen Ausstattung und Beladung entsprechen sie weitestgehend den C-Dienst Einsatzleitwagen.

Nach dem ELW-U und der Beschaffung fehlender Teile konnte ich nun ein Modell des B-Dienst-ELWs fertigstellen. Er unterscheidet sich absichtlich kaum vom ELW-U. Lediglich die Karofläche (eine vom Battenburg-Design abgeleitete Markierung namens Sillitoe Tartan) am oberen Aufbauende sollen ihn wenigstens visuell von den übrigen Modellen etwas abheben. Die übrigen Unterscheidungsmerkmale, z. B. auf dem Dach sind marginal.

Fahrgestellbasislänge: 11 Noppen (2x4er + 4x4er + 2x3er Platte)

GW-Mess (Gerätewagen-Messtechnik)

Der GW-Mess bildet das Herzstück eines Einsatzzuges des Sonderdienstes „Umwelt & Sicherheit“ bei allen CBRN-Lagen. Das auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Farnheimer Feuerwehr zugeschnittenes Spezialfahrzeug ist mittels hochsensibler und modernster Spürtechnik in der Lage alle bekannten ABC-Mess- und Spüraufträge sowie sie damit verbundene Analytik durchzuführen. Dazu dienen Massenspektrometer, Nuklidfinder oder auch Infrarot- und Ramanspektroskope für umfangreiche Probeausstattungen und ein 10-Meter-Wettermast. Mit ihm sind Messfahrten für großflächige Schadstoffwolken oder Flächenkontaminationen mit Realmessungen und anschließender Bewertung mittels Luftbodensonde und nachgeschaltetem Massenspektrometer möglich. Eine interne Stromversorgung mittels 12-KvA-Generator versorgt die Klima-, Kommunikations- und Messtechnik mit der notwendigen Energie.

Im Rahmen der Entstehung der Fahrzeuge der Analytischen Taskforce entstand auch dieser GW-Mess. Als Vorbild zog ich mir Bilder des GW-Mess der BF-Frankfurt a. Main zurate. Auch hierbei verwirklichte ich den neuen Look an der Fahrzeugfront. Dieser Look soll keine Weiterentwicklung des bestehenden der übrigen Großfahrzeuge sein, sondern vielmehr auf einen anderen Hersteller hindeuten. Der Aufbau erhielt vertikal gesnottete Fensterscheiben sowie eine anklippsbare Markise, die allerdings nicht im Fahrzeug mitgeführt werden kann. Der Wettermast ist ausfahrbar.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (2x4er + 2x6er + 2x3er + 2x2er Platten)

ELW-ATF (Analytische Taskforce)

Ein wohl in seiner Farbgebung einzigartiges Fahrzeug im Fuhrpark der Feuerwehr Farnheim dürfte zweifelsohne der Einsatzleitwagen der Anayltischen Taskforce sein. Sein strahlendes Weiß macht dieses Fahrzeug sofort als solchen erkennbar – und auch wiederum nicht. Die weiße Farbe wurde zunächst aus dem Grunde gewählt, da das Fahrzeug mitunter auch zivil, z. B. während Massenveranstaltungen, argieren kann. Daher verfügt er zudem über abnehmbare Magnetblaulichter. Seit Juli 2015 rückt man allerdings von solchen einsatztaktischen Maßnahmen ab, und eine bundeseinheitliche Folierung in RAL 3000 ist vorgesehen. Die des Farnheimer Fahrzeugs steht noch aus. Als ein Teil der Beschaffungsmaßnahme des Bundes ist er neben dem GW-ATF auf der Wache 3 stationiert.

Ausstattungstechnisches Herzstück ist das Fernerkundungssystem SIGIS2 (Scanning Infrared Gas Imaging System), welches eine nicht unbedingt sichtbare Gefahrstoffwolke in großer Entfernung sichtbar macht und gleichzeitig ihre Zusammensetzung identifiziert. Zudem ist das Fahrzeug mit modernster EDV- und Telekommunikationtechnik ausgestattet. Zusatzbatterien für IuK, EDV und die Klimatisierung sorgen für autarkes Arbeiten.

Während der GW-ATF bautechnische Formen annahm, förderte eine zeitgleiche Internetrecherche den weißen ELW zutage. So ungewohnt hatte natürlich auch das Farnheimer Pendant auszuschauen. Soll doch angenommen werden, dass er aus derselben Beschaffungscharge wie die übrigen sieben ELW in Deutschland stammt. Lediglich die Konturbeklebung unterscheidet ihn von den übrigen (echten) Schwesterfahrzeugen.

Basis für das MOC bildet der bekannte Kleintransporter, der in Farnheim vielseitige Aufgaben wahrnimmt. Eine Vielzahl an Details, die in vielen Teilen von seinem Vorbild abgeschaut wurden, runden das Modell ab. Grundsätzlich war der ELW-U bautechnischer Pate.

Fahrgestellbasislänge: 11 Noppen (2x3er + 2x4er und 4x4er Platte)

GW-ATF (Analytische Taskforce)

GW-ATF00Die neue Frontgestaltung mit vertikal gesnotteten Lampensteinen

Bei sog. CBRN-Lagen (Chemisch, Biologisch, Radiologisch und Nuklear) kann zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort die Analytische Taskforce herangezogen werden. Sie ist ein Team speziell ausgebilder Einsatzkräfte in der Bewältigung solcher Gefahrenlagen. Ihr steht dazu leistungsfähige Messfahrzeuge zur Verfügung.

Ein solches Fahrzeug ist der Gerätewagen-ATF. Mit ihm können nach Ausbau die Wartung der Messtechnik vorgenommen werden oder er dient als Laborfahrzeug. Zudem kann er grundsätzlich zu jedweder Art von Logistikaufgaben herangezogen werden. Stationiert ist er auf der Wache 3 in Westerwede.

An insgesamt acht vom BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) eingerichteten bundesweiten Standorten (Feuerwehr München, Hamburg, Köln, Dortmund und Mannheim, LKA in Berlin und das Institut der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt sowie nun auch bei der Feuerwehr Farnheim) sind die Spezialeinheiten, deren zentraler Aufgabenbereich den Schutz der Bevölkerung sowie der Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen vor CBRN-Gefahren umfasst, tätig. In einem Umkreis von bis zu 200 km können die ATF-Züge innerhalb Deutschlands eingesetzt werden. Die CBRN-Bezeichnung löst aufgrund der sich verändernden globalen Gefahrenlage im übrigen die alte ABC-Formulierung ab.

Vorbildtechnisch ein eher unspektakuläres Fahrzeug, das aber im Zug mit dem ELW-ATF und zwei weiteren Messfahrzeugen laut AAO den ATF-Zug bildet. Dennoch stand ein solches Fahrzeug noch auf meinem Arbeitsplan. Hierbei gab ich dem Modell erstmalig ein neues Gesicht, indem ich die Scheinwerfer hochkant snottete (es soll ja keinen MAN darstellen). Sicherlich ist solch eine Optik gewöhnungsbedürftig, hat aber durchaus seinen Reiz. Wie beim Original ist der Aufbau thermoisoliert und im Modell durch seine zusätzlichen Hecktüren, versteckt hinter der Ladebordwand, erkennbar. Im wesentlichen habe ich versucht bis auf Fahrgestellanbaudetails dem Vorbild zu entsprechen. Ich hoffe, es ist mit einigermaßen gelungen.

Fahrgestellbasislänge: 15 Noppen (2x2er + 2x10er + 2x3er Platte)