Die moderne Berliner Feuerwehr – Fahrzeuge von 1996 bis 2011

Berlin ist Weltmetropole, Hauptstadt, kultureller Schmelztiegel und hoch verschuldet. Letzteres betrifft auch die Berliner Feuerwehr. Zwar ist eine Wehr der Superlative, die aber immer seltener aus dem vollen Schöpfen darf (wenn sie es denn je konnte). Dennoch ist sie in der Pflicht den Brandschutz für ihre 3,3 Millionen Einwohner sicherzustellen. Dies stellt die Großstadtwehr vor große Herausforderungen und vielseitige Aufgaben. Wer jetzt einen unfamgreichen Gemischtwarenladen im Fahrzeugpark erwartet wird allerdings enttäuscht: die Berliner Feuerwehr hat ihren Fahrzeugpark in den vergangenen Jahren weitestgehend standardisiert. Und das ist auch gut so. Für das Personal, die Bevölkerung und den Geldbeutel.

Das Buch gibt einen prallgefüllten Einblick in den kompletten Fahrzeugpark der letzten 15 Jahre. Zeigt die (Weiter-)Entwicklung des Berliner LHF (Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugs), die in den 80er Jahren mit Mercedes-Benz und Bachert begann. Wie und wann die Folienbeklebung Einzug hielt. Wie Wehr vom Konjunkturprogramm II profitierte, und wie sich die Feuerwehr ein eigenes Corporate Identity zulegte. Für Liebhaber aktueller Fahrzeugbestände im Brand- und Rettungswesen ein Fest, da hier (wie schon im Hambugrer Buch) alle Fahrzeugtypen, angefangen bei ELWs, PKWs und RTWs, über Lösch- und Drehleiterfahrzeuge, bis hin zu Rüst- und Gerätewagen, Wechselladerfahrzeuge, Abrollbehältern und Anhängern alles dabei ist, was bei der Berliner Feuerwehr im Dienst ist, und darüber hinaus welcher Wache sie zugeordnet sind.

Der Autor Hans-Jörg Schierz ist selbst aktiver Feuerwehrmann in Diensten der Berliner Feuerwehr, passionierter Modellbauer, und Jounalist und veröffentlichte hiermit nun sein erstes Buch.

Wenn es in NRW großbrennt

In den frühen Abendstunden des 09. Juli brannte in Krefeld in einem Gewerbegebiet ein Holzmarkt in voller Ausdehnung. Solche Großbrände passieren (leider) immer wieder. Hier soll im Anschluss aber nicht über die Häufigkeit eines solchen Ereignisses diskutiert werden, sondern vielmehr das (nach dem Hamburger Brand vom Januar) erneut bemerkenswerte Aufgebot an Mensch und Material, das die Feuerwehr aufbot, um der Lage Herr zu werden.


Zum Vergrößern einfach auf die Grafik klicken (Wer sachdienliche Hinweise beisteuern kann, die das Schaubild einsatztaktisch vervollständigen, trete sehr gerne mit mir in Kontakt)

En Detail stellte sich folgende Sachlage dar: Als die ersten alarmierten Kräfte am Montagabend kurz nach 20 Uhr am Einsatzort eintrafen, brannte eine ca. 30 x 60 Meter große Halle des Holzfachmarktes Roeren im Gewerbegebiet an der Mevissenstraße in Krefeld-Inrath annähernd im Vollbrand. Die Flammen schlugen, aufgrund des aufgefrischten Windes im Verlauf bis zu 50 Meter in den Abendhimmel, und fachten den Brand der dort gelagerten Holzwerkstoffe immer weiter an, so dass schnell eine Gesamtfläche von 35 x 120 Metern lichterloh in Flammen stand. Dadurch mussten sich die Einsatzkräfte zurückziehen. Da die Einrichtungen auf dem Gelände Holzfachmarktes nahezu komplett ein Raub der Flammen geworden waren, konzentrierte man von nun an die Bemühungen das angrenzende real,- Warenhaus vor dem wütenden Feuer zu schützen. Dazu bauten die Einsätzkräfte eine sog. Riegelstellung auf. U. a. sah man die Brandbekämpfung von Drehleitern und vom Dach des Warenhauses vor.

Gegen 21 Uhr griffen die Flammen jedoch auf den Supermarkt über, konnten aber schnell gelöscht werden. Im weiteren Verlauf stellte sich ein ernstes Problem dar: Bedingt durch den hohen Wasserbedarf, der auf das Brandobjekt abgegeben und für die Riegelstellung benötigt wurde, sackte der Leitungsdruck des Hydrantennetzes derart ab, dass die Feuerwehr gezwungen wurde ihre eigene Wasserförderung aufzubauen. Diese fand mitunter über sehr weite Distanzen statt, um das Löschwasser u. a. aus offenen Gewässern herbeizuführen. Ein Grund, weshalb die Bezirksregierung den sog. „NRW-Alarm“ auslöste.

Dank der Unterstützung durch die herbeigerufene HFS-Wasserförderung (Hytrans-Firesystems) aus Krefeld und Duisburg konnten somit insgesamt bis zu 1,8 Millionen Liter/Stunde (ca. 30.000 L/Min.) auf das Feuer abgegeben werden. Bedingt durch den NRW-Alarm bekam die Feuerwehr Krefeld zunächst Unterstützung von Kräften der ortsansässigen Werkfeuerwehren Thyssen-Krupp Nirosta, Currenta (ehemals Bayer), Evonik und dem Flughafen Mönchengladbach, zahlreicher freiwilligen Wehren aus dem Umkreis, u. a. aus Willich, Tönisforst, Waldeck, Goch, den Berufsfeuerwehren, Duisburg und Düsseldorf.

Um 0:22 Uhr alarmierte die Bezirksregierung per Telefon die Region 2 (Mülheim, Essen und Oberhausen), um die bereits vor Ort im Einsatz befindlichen Einsatzkräfte der Region 1 (Duisburg, Wesel und Kleve) abzulösen. Um 07:00 Uhr setzte sich der MEO-Tross, der sich zuvor auf einem Sammelplatz der BF Essen einfand, bestehend aus insgesamt 23 Fahrzeugen in Richtung Krefeld in Bewegung. Die lange Vorlaufzeit liegt ganz einfach darin begründet, dass bei solchen besonderen Ereignissen feste Mindeststärken vorgesehen sind, die erst einmal aus Kräften der BF und der FF zusammengestellt werden müssen. Zudem wurden hier die Fahrzeuge, tw. mit gesondertem Material zusatzbestückt und ausgerüstet.

Vor Ort kümmerten sie die Kräfte aus MEO (Mülheim, Essen und Oberhausen) vornehmlich um Brände, die in einer südlich angrenzenden KFZ-Halle auf dem ehemaligen Gelände der britischen Armee schwelten, zu lokalisieren, zu bekämpfen und ein Ausbreiten der Feuer zu verhindern. Dazu wurden sie u. a. von Kräften der Feuerwehr Krefeld und Waldeck unterstützt. Gegen 16 Uhr am Dienstag wurde der Einsatzabschnitt schließlich an die Bereitschaft der Region 5 (Wuppertal, Solingen, Remscheid) übergeben.

Das Großfeuer war 26 Stunden nach Ausbruch endlich niedergerungen. Dennoch waren aufgrund der zahllosen Glutnester massive Nachlöscharbeiten erforderlich, die sich bis in den Donnerstag erstreckten.

Das Feuer brach, wie Brandsachverständige herausfanden, durch eine glimmende Zigarette aus. Die Polizei nahm einen 57jährigen Mann fest, der sich nach Zeugenaussagen gegen 17 Uhr in der Gartenausstellung der Holzhandlung aufgehalten, und dort nach eigenen Angaben geraucht haben soll. Der Polizei habe er als Reaktion auf den Brand geäußert: „Hoffentlich nicht durch Kippen“. Gegen ihn wird jetzt wegen der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Der dabei entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 30 Millionen Euro. Insgesamt vier Tage waren etwa 1.500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei an der Mevissenstraße im Einsatz. Aufgrund der schlechten Wasserversorgung brauchte die Feuerwehr ein ganze Weile, ehe sie eine funktionierende Infrastruktur aufbauen konnte, was aber glücklicherweise letztlich, auch Dank der massiven Unterstützung umliegender Feuerwehren, gelang.

Dennoch räumt die Feuerwehr Krefeld im Nachgang einige Fehler ein. Demnach habe sie zunächst die Intensität des Großbrandes derart unterschätzt, so dass es zu der langen Zeitspanne kam, bis endlich die Brandbekämpfung wirkungsvoll einsetzen konnte. Zudem seien die Bordmittel der Feuerwehr Krefeld in der Schlauchleitungsversorgung unzureichend. Grund hierfür war die tw. über sehr lange Distanzen (bis zu 2.500 m) aufgebaute Infrastruktur der Wasserversorgung, und ein nicht funktionierender Hydrant auf dem Betriebsgelände der Holzfirma.

Feuerwehr Krefeld:
DLK 23/12
WLF + AB-Wasserförderung (HFS)
GTLF 8500/750/120
HLF 20/16
HLF 20/16
LF 20/16 TS
LF 20
2 LF 16-TS
3 LF 8/6
2 RTWs
5 MTW
KdoW
KdoW
ELW

Feuerwehr Duisburg:
HLF 20/16
WLF + AB Löschwasser
WLF + AB ELKO
WLF + AB Wasserföderung (HFS)
AB-Kraftstoff
ELW

Feuerwehr Dinslaken:
TLF 24/50

Feuerwehr Düsseldorf:
TLF 24/48-P

Feuerwehr Essen:
LF 24
LF 16-TS
GW-AWL
GW-L
ELW
KdoW

Feuerwehr Moers:
TLF 30/50 L/S

Feuerwehr Mönchengladbach:
TLF 24/50

Feuerwehr Mülheim (27 Mann, 6 Fahrzeuge):
HLF 20/6
LF 16-TS
ELW 2 (zur Koordinierung der Einsatzkräfte aus MEO)
KEF-Log
MTW
KdoW

Feuerwehr Oberhausen:
TLF 16/25
LF 16/12

Feuerwehr Remscheid (31 Mann, 7 Fahrzeuge):
Dekon-P

Feuerwehr Solingen (20 Mann)

Feuerwehr Wesel:
TLF 16/25
TLF 24/50

Feuerwehr Wuppertal

Freiwillige Feuerwehr Goch:
2 LF 16-TS

Freiwillige Feuerwehr Hamminkeln

Freiwillige Feuerwehr Hünxe

Freiwillige Feuerwehr Kamp-Lintfort (2 Mann, 1 Fahrzeug):
TLF 24/50

Freiwillige Feuerwehr Neukirchen-Vluyn (6 Mann, 1 Fahrzeug):
TLF 16/25

Freiwillige Feuerwehr Rheinberg:
TLF 24/50

Freiwillige Feuerwehr Schermeck

Freiwillige Feuerwehr St. Tönis:
DLK 23/12
MTW

Freiwillige Feuerwehr Viersen

Freiwillige Feuerwehr Voerde:
MTF

Freiwillige Feuerwehr Walbeck:
LF 16/12

Freiwillige Feuerwehr Willich:
ELW
2 MTW
2 HLF 20/16
HLF 20/30
WLF + AB Schlauch

Werkfeuerwehr Thyssen-Krupp Nirosta (Werk Krefeld):
ULF
GB
WLF

Werkfeuerwehr Evonik (Werk Krefeld):
Stickstoff-GTLF 40/40-5-250-100

Werkfeuerwehr Currenta Krefeld (ehemals Bayer Uerdingen):
GW-G
SLF 60/60-40
WLF

Flughafenfeuerwehr Mönchengladbach

DRK Krefeld
Im Nachgang noch eine Vielzahl an interessanten Links in Form von Videos oder Bildergalerien:

Die Münchner Feuerwehr im Einsatz – Von den Siebzigern bis heute

Bei den aktuellen Buchneuerscheinungen in der Sparte Feuerwehr scheint sich derzeit ein Trend beim Format abzuzeichnen. So sind die bisherigen hier vorgestellten Bücher über die Feuerwehr Hamburg und den Rettungsdienst der Stadt Mülheim an der Ruhr, sowie das an dieser Stelle vorstellte Buch im handlichen DIN A5-Hardcover zu haben. Das mag ja sehr händisch sein, dennoch leiden tw. Abbildungsgrößen, die besonders bei Fahrzeugen durchaus hätten größer ausfallen können und dürfen. Sicher aber stellt hierbei die Buchgröße aufgrund der Produktionskosten dem progostizierten Verkäufen gegenüber einen Kompromiss dar. So ist das halt mit „Special Interest“-Titeln.

Nun aber zum Buch selbst. Die Münchner Berufsfeuerwehr ist eine bedeutsame. Die größte in Bayern und, hinter Berlin und Hamburg, die drittgrößte Deutschlands. Einige Einsätze haben die Wehr auch im Rest der Republik bekannt werden lassen: z. B. als 1994 ein Linienbus durch U-Bahnbauarbeiten im Erdreich versank, als ein angetrunkener Fußballfan 1982 kurz vor Anpfiff der Partie des FC Bayern gegen den HSV das Zeltdach des Olympiastations erkletterte, oder als 1986 der Löwenbräukeller ein Raub der Flammen wurde. Aber über die Jahrzehnte hatte auch immer mal wieder die Feuerwehr selbst Verluste zu beklagen. Glücklicherweise gingen diese aus personeller Sicht meist glimpflich aus.

Der Autor Thomas Gaulke, selbst aktiv im Einsatzdienst – früher als Feuerwehrmann, heute als Fotograf, hat für dieses Buch die spektakulärsten, größten und ungewöhnlichsten Einsätze seit Beginn der 70er Jahre zusammengesammelt und die Bilder mit kurzen informellen Texten ergänzt. So ergibt sich ein anschaulicher Reigen aus dem Alltag der Münchner Feuerwehr durch die Jahrzehnte; sei es bei der Brandbekämpfung, der technischen Hilfeleistung, bei Umweltschutzeinsätzen oder tierischen Rettungsaktionen.

Eine interessante Retrospektive, die neben den Einsätzen auch einen Blick auf längst vergangene Zeiten Blicken lässt.

Buch „Die Münchner Feuerwehr im Einsatz – von den Siebzigern bis heute″, gebundene Ausgabe
Verlag: Sutton Verlag
144 Seiten, 245 (zum Teil farbige) Fotos
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-86680-789-1
Größe: 25 x 17,5 x 1,2 cm
Preis: 22,90 Euro

Rettungsdienst in Mülheim an der Ruhr von 1850 bis 2010

Ein geschätzer und guter Bekannter und ehemaliger Bastelkollege von mir, Harald Karutz, der sich, wie ich, seit Kindertagen mit dem Blaulichtthema beschäftigt, hat bereits vor längerer Zeit ein Werk veröffentlicht, das sich komplett mit der Entwicklung des Rettungsdienstwesens in seiner/unserer Heimatstadt Mülheim an der Ruhr der vergangenen 160 Jahre beschäftigt. Ich möchte nun an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und das hervorragende Machwerk einmal näher vorzustellen.

Mülheim an der Ruhr ist nun wirklich keine Stadt von Weltruf. Dennoch bietet diese Stadt mit ihrem Rettungsdienst eine erzählenswerte Geschichte. Auf 144 Seiten werden dem Leser chonologisch sämtliche technischen und medizinischen Entwicklungen, seien es die ersten Krankenkarren in den Anfängen, die Menschenrettung während des zweiten Weltkrieges, der Vorläufer aller Notarztwagen, das sog. „Clinomobil“, der Aufbau eines ärztlichen Notfalldienstes, oder auch die Etablierung des mittlerweile bewährten Rendezvous-Systems von NEF und RTW über alle Hilfsorganisationen hinweg vor Augen geführt und erläutert. Bei vielen dieser „Meilensteine“ betrat man tw. entwicklungstechnisches Neuland und galt mitunter als Vorreiter für andere Kommunen des Landes, die diese Neuerungen später mitunter übernahmen.

Viele Einsatz- und Fahrzeugfotos, sowie eine umfangreiche, abschließende Zeittafel bieten dabei nicht nur für Fahrzeugenthusiasten und Geschichtsfreunde ein umfangreich recherchiertes Nachschlagewerk.

Buch „Rettungsdienst in Mülheim an der Ruhr von 1850 bis 2010″, gebundene Ausgabe
Verlag: Martina-Galunder-Verlag
144 Seiten, 198 (zum Teil farbige) Fotos
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-89909-08 1- 9
Größe: 24,6 x 17,4 x 1,3 cm
Preis: 14,90 Euro

# 853378 – Firefighter Minifigure Pack (2012)

Manche mögen ja TLG gerade auf dem Stadtsektor wenig Kreativität und Ideenmangel nachsagen, mich als feuerwehrinteressierten Mitmenschen aber reizen die neuen Waldbrandsets schon sehr. Dabei aber ganz besonders die neuen Feuerwehrfiguren. Glücklicherweise hatte das Unternehmen meine Wünsche erhört und seit kurzer Zeit ein Minifigure Pack herausgebracht, das gleich vier der neuen Uniformierten samt ein wenig Zubehör und einen kleinen Brandherd enthält.

Die Figuren bieten viel Neues: neue Gesichtsbedruckungen (sogar eine Dame ist darunter), einen dunkelroten Helm und einen hellorangen Overall, der mit zahlreichen Details, wie Taschen, Koppel und Warnstreifen bedruckt ist. Erfreulicherweise hat auch der Rücken einen Aufdruck auf dem u. a. ein rotes Feuerwehrsymbol prangt. Erfreulicherweise deswegen, da sämtliche Minifigs Visier und mit schwerem Atemschutz daherkommen, somit also das Rückendecal verdeckt ist. Aufgrund der Ausrüstung ist es ja beinahe unnötig zu erwähnen, dass alle Figuren obendrein auch mit Handschuhen bekleidet sind.

Das Zubehör bietet alles, was der Waldbrandbekämpfer von heute so benötigt: Funkgerät, Feuerlöscher, Trennschleifer (soll wohl eher eine Kettensäge darstellen), Axt, und so etwas wie einen Monitor. LEGO® bleibt uns allerdings die Antwort schuldig, woher das Wasser kommt, das vorne herausspritzt. Einer kleiner Strauch mit einer großen zweifarbigen und einer kleinen orange-transparenten Flamme als Alibi-Feuerchen geben den vier Spezialisten wenigstens ein klein wenig Arbeit.

Kleiner Wehrmutstropfen: die ursprüngliche Öffnung an der Mündung dieses Tabs ist mittlerweile (seit 2005) verschlossen – Schade eigentlich.

Erhältlich ist das Pack in jedem LEGO Store und kostet die „Kleinigkeit“ von 12,99 Euro.

Jahr: 2012
Teile: 43
Minifig: 4

Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr – 1960 bis Heute

Manfred Gihl, seines Zeichens 23 Jahre lang Branddirektor der Hamburger Feuerwehr, ist nach wie vor „seiner“ Wehr sehr eng verbunden und hat mit „Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr – 1960 bis Heute“ eine weitere, komplett farbig gestaltete Bilddokumentation vorgestellt, die 2011 im Sutton Verlag erschienen ist.

Dieses Buch beschäftigt sich, wie es der Titel vermuten lässt, mit dem Fahrzeugpark der hansestädtischen Feuerwehr, die zugleich die zweitgrößte Deutschlands ist, und auf nicht weniger als 517 (!) landgebundene Fahrzeuge zurückgreifen kann. Dieser große Anzahl an Fahrzeugen gliedert sich in fünf Kapitel, die die unterschiedlichen Fahrzeugsegmente ausführlich beleuchten. Beginnend mit den Standardlöschfahrzeugen auf den bekannten Mercedes-Pullman, über die klassischen Kurzhauber, dem ersten frontlenkergesteuerten „HANSA-Löschzug“ bis hin zu den heutigen HLFs, die, wie ich jetzt darin las, fälschlicher Weise oftmals als „Hilfeleistungslöschfahrzeuge“ bezeichnet werden. „HLF“ steht in diesem Zusammenhang aber schlicht für „Hamburger Löschfahrzeug“: Ein spezielle hanseatische Entwicklung, die allerdings eng mit dem allgemein bekannten HLF verwand ist. Darüber hinaus werden sämtliche Drehleitertypen und Teleskopmastbühnen, die Einsatzleitfahrzeuge und Befehlswagen, die Fahrzeuge des Rettungsdienstes und sämtliche Sonderfahrzeuge, wie Rüst- und Gerätewagen, Fahrzeuge des Kampfmittelräumdienstes, sowie WLFs und Kranfahrzeuge in Wort und vor allem Bild vorgestellt.

Kurzum, für Blaulichtfahrzeugfans ein lohnenswerter Bildband und ein großer Ideenquell für Modellbauer aller Maßstäbe.

Buch „Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr 1960 bis Heute″, gebundene Ausgabe
Verlag: Sutton Verlag
132 Seiten, 216 Fotos
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866807678
ISBN-13: 978-3866807679
Größe: 24,6 x 17,4 x 1,6 cm
Preis: 22,95 Euro

GPLF 12000 – Der zweite Koloss des Faun-Trios

Ich hatte es ja bei der Präsentation des GFLF 6/18-2 bereits angekündigt, dass irgendwann das GPLF folgen würde. Nun, jetzt ist es fertig.

Neben den beiden Großflugfeldlöschfahrzeugen stellte die Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main AG (FAG) in enger Zusammenarbeit mit dem Feuerschutzanbieter Total Anfang der 70er Jahre das hier vorgestellte GPLF 12000 (Großpulverlöschfahrzeug) in Dienst. Zu dem Zeitpunkt befanden sich die Druckgasbehälter noch unverkleidet mittig auf beiden Aufbauseiten. Nach einer Revision im Frühjahr 1971, die zahlreiche Nachbesserungen beeinhaltete, wurde das Fahrzeug schließlich  im Juli 1971 wieder in den Dienst der FAG gestellt. Bei diesen zahlreichen Optimierungen verschwanden auch die gewaltigen Treibgastanks für das Löschpulver in einen zentralen Zylinder, der fortan, wie die beiden großen Pulvertanks oben aus dem Aufbaudach ragte. Die Seitenflächen wurden mit Türen verschlossen, und boten zusätzlichen Stauraum für feuerlöschtechnische Gerätschaften. Alsbald stellte sich jedoch heraus, dass die 12.000 kg Löschpulver zu überdimensioniert waren, was bei der Anschaffung der nächsten Generation an Großlöschfahrzeugen berücksichtigt wurde. 1986 folgte schließlich die Ablösung durch die neuen 8×8 Simba GFLFs von Rosenbauer.

Auch die technischen Daten des Montrums sind gewaltig. So verfügte das Fahrzeug zwei Kessel mit insgesamt12.000 kg Löschpulver mit zwei Dachmonitoren mit je 50 kg/Sek. Durchsatz. Vier riesige Druckgasbehälter mit je 275 L Inhalt erzeugten einen Druck von 200 bar. Als Treibsatz verwendete man getrocknete Pressluft oder Stickstoff. So benötigte das Fahrzeug allerdings 40-50 Sekunden, um den benötigten Betriebsdruck aufzubauen, was viel zu lange dauerte. Nach der Revision verbaute man einen Kompressor, der das Löschpulver konstant auf 32 bar hielt. Ebenso installierte man eine Selbstschutzanlage inkl. Bodensprüdüsen und einen 800L fassenden AFFF-Tank, die man bereits aus den GFLFs kannte.

Mein Modell ist eine Zwitterlösung. Zum einen zeigt es die Treibgasanordnung zum Auslieferungsdatum, allerdings sind diese hier bereits durch die in der Revision angebrachten Geräteraumtüren verschlossen. Ebenso musste ich, aufgrund der Teileverfügbarkeit bei den Frontwerfern einen Kompromiss eingehen. Im Original waren die Werfer getrennt von einander dreh- und schwenkbar. Dieses Problem werde zu gegebener Zeit aber nochmals angehen. Der Rest des Modell basiert im wesentlichen auf dem des GFLF 6/18.

Jetzt sollte nur noch das zweite GFLF folgen, dann wäre das Faun-Trio wieder komplett – zumindest aus LEGO®.

Fahrgestellbasislänge: 2×8 (vorderes Achspaar) + 2×6 (hinteres Achspaar)

GFLF 6/18-2 – Eine Vision wird Wirklichkeit

Die Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main präsentierte, nachdem man 1968 die visionäre „Frankfurter Konzeption“ unter der Leitung von Prof. Dipl-Ing. Ernst Achilles (seines Zeichens Direktor der Branddirektion der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main) ins Leben rief, pünktlich zur damaligen Interschutz 1972 zwei baugleiche Jumbo-Löschfahrzeuge GFLF 6/18 (Bj. 01/70 und 08/70) und ein GPLF 12.000 (Bj. 07/71). Grund für diesen revolutionären Schritt war der Beginn des Jetzeitalters, bei dem die Passagierflugzeuge von nun an zehntausende Liter Kerosin an Bord hatten und damit ein ungleich höhreres Risiko bedeuteten.

Die zwei ersten Faun bekamen Aufbauten von Metz in Karlsruhe und das PLF einen Aufbau von Total-Walter. Das Gesamtgewicht der drei ersten ihrer Art betrug je rund 50-52 Tonnen. Ihre Daimler-Benz-Motoren lieferten je 1.000 PS und ihre Höchgeschwindigkeit betrug schon damals 110 km/h. Ausgestattet waren die beiden GFLFs mit 18.000 Litern Löschwasser und 2.000 L Schaumbildner. Das PLF hatte 12.000 kg Löschpulver in zwei Tanks zu je 6.000 kg an Bord.

Optisch glichen sie bei der Indienststellung den Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Frankfurt, d. h. Rumpf in rubinrot RAL 3003 mit im oberen Teil weiß abgesetztem Führerhaus, sowie weißen Ecken am Heck mit einem darin diagonal verlaufendem rubinroten Streifen. Ingesamt erfolgten im Laufe der Zeit insgesamt fünf optisch mehr oder weniger auffällige Lackiervarianten. Das aber nur am Rande.

Als 1986 das erste SIMBA 8×8-Löschfahrzeug von Rosenbauer am Franfurter Flughafen seinen Dienst aufnahm, folgte das, was kommen musste: die Außerdienststellung des ersten GFLF 6/18-1. Es wurde im Dezember des Jahres dem Flughafen Budapest übergeben. Das Trio bestand fortan nicht mehr. Das zweite GFLF, welches das Vorbild meines Modells ist, wurde 1988 an den Flughafen Saarbrücken-Ensheim verkauft. Im Herbst 1989 begann für das letzte verbliebene GPLF eine wahre Odysee: zwischen 1989 und 1991 hatte es mindestens drei Besitzer. Erst 1993 konnte der Verbleib des Fahrzeuge zweifelsfrei ermittelt werden.

24  bzw. 25 Jahre nach Indienststellung wurden zwei der Flughafenlöschfahrzeuge mit hohem Aufwand zurück nach Frankfurt geholt: das GPLF und das GFLF aus Saarbrücken. Am 29. Juni 1994 kehrte der „Saarbrücker“ mit Motorschaden (weshalb es dort ausgemustert wurde) „heim“ und am 03. August 1994 folgte das GPLF. Geplant war, die beiden Flughafenlöschfahrzeuge in einem neuen Flughafenmuseum der Öffentlichkeit als Ausstellungsexponate zu präsentieren. Jedoch wurde der Plan des Museums nie realisiert. Das dritte Fahrzeug aus dem Bunde wurde nach seiner Außerdienststellung in Ungarn verschrottet.

Am 22.03.2003 erfolgte die Überstellung des GFLF 6/18-2 von Frankfurt an das Technikmuseum in Speyer. Dort wurde es ab 2009 einer Generalsanierung unterzogen und erstrahlt seitdem in einer Halle in jenem rubinroten Blechkleid, das es zum Zeitpunkt um 1971 gehabt hatte.

Inspririert durch EROLs 8-W-Monstrum versuchte ich mich daran, den Koloss auch in die 4er-Breite zu transferieren. Was ich zum Start noch nicht wusste, war, dass ich während der kompletten Bauphase die Konstruktion für den Löschmitteltank bis zuletzt immer immer wieder änderte. Ich wollte die charakteristische Darstellung des Originalfahrzeug auf auf mein Modell übertragen. Dank der winkligen Adapterplatten (1×2 auf 1×4) und der neuen 2x4er Fliesen klappte dann mein Vorhaben. Zudem bekam das Modell alle typischen optischen Merkmale, wie Abgasanlagen, Blaulichter, Tankklappen auf dem Dach, Frontwerfer und den großen Dachwerfer. Optisch entspricht das Modell im Wesentlichen dem Lackierschema kurz nach seiner Indienststellung.

Ach ja, irgendwann soll auch noch das GPLF folgen…

Fahrgestellbasislänge: 2×8 (vorderes Achspaar) + 2×6 (hinteres Achspaar)

Brotherhood

Vor genau vor zehn Jahren ereigneten sich in New York City, Washington D.C. und Shanksville in Pennsylvania die bislang verheerendsten Terroranschläge der Neuzeit, als entführte und vollbesetzte Passagierjets u. a. in die Türme des World Trade Centers krachten. Hunderte Retter des New York Fire Departments eilten in die beiden Türme, um die vielen Menschen zu retten, die Gebäude zu evakuieren und die schier aussichtlose Lage irgendwie wieder unter Kontrolle zu bringen. Doch als etwas später die beiden Tower kollabierten, begruben die Trümmer über 2.700 Zivilisten und auch 343 Feuerwehrwehrleute. Aus diesem traurigen Anlass möchte ich heute mal wieder (dem Thema entsprechend) ein weiteres Buch vorzustellen.

Der englischsprachige Bildband „Brotherhood“ von Frank McCourt, Rudolph Giuliani und Thomas von Essen, seines Zeichens Commissioner des New Yorker Fire Departments, behandelt das Leben der Wehrleute des F.D.N.Y. in den ersten Wochen nach dem Einsturz des World Trade Centers am 11. September 2001. Viele der Wachen sind mittlerweile zu wahren Huldigungsstätten geworden, dessen Fassaden voller Dankbarkeits- und Beileidsbekundungen der Mitmenschen hängen. Vor den Rolltoren liegen bunte Blumenmeere und Stofftiere, es brennen Grablampen und Lebenslichter. Dazwischen immer wieder ergreifende Kindermalereien von jenem Tag, Fotos vom WTC aus längst vergangenen Zeiten und niedergeschriebene Gedanken: „Thank you rescuers, what you did for our city“. Auch eine Zeichnung findet sich darunter, die die drei Superhelden Spiderman, Batman und Superman zeigt, die einen vorüberstreitenen Feuerwehrmann um ein Autogramm bitten.

New York’s bravest. 343 der tapfersten Feuerwehrleute der Stadt verloren an jenem sonnigen Dienstag im September 2001 ihr Leben. Ihnen ist dieser überwiegend farbig gestaltete Band gewidmet. Am unteren Seitenrand laufen in stillem Gedenken die Namen all jener getöteten Feuerwehrleute durch, und begleiten den Betrachter von der ersten bis zur letzten Seite.

Ein von der renommierten Werbeagentur Ogilvy & Mather auf 222 Seiten gestaltetes und unglaublich bildbewaltiges Werk des Gedenkens, ganz ohne Pathos und der unfassbaren Dramatik am „Ground Zero“, das einfach nur den damaligen, ergreifenden Ist-Zustand in der geschockten Zeit nach jenem 11. September widerspiegelt. Den Prologue fasst übrigens der damalige Bürgermeister von New York City, Rudolph W. Giuliani, zusammen.

Ein authentisches Stück Zeitgeschichte.

Buch „Brotherhood″, gebundene Ausgabe
Verlag: Main Street Press
222 Seiten, 447 Fotos
Sprache: English
ISBN-10: 0916103943
ISBN-13: 978-0916103941
Größe: 33 x 27,7 x 3 cm
Preis: variiert (da hierzulande vergriffen)

Wie es sich lebt auf der Wache Süd

Nach einigen bildhaften Kurzgeschichten über die Abenteuer der Jungs von Wache Süd, möchte ich heute ein wenig genauer über das Gelände der Feuerwache berichten, das dort bereits ausgiebig als Kulisse gedient hat. Seit der neuesten Geschichte ist aber (wieder) alles anders – nämlich größer.

Um die Wache genauer unter die Lupe zu nehmen, muss ich ein wenig ausholen: Alles begann bekanntlich, nachdem Uschi ein seltsames Artefakt unter dem seit langem nicht mehr Staub gewischten Zentralistentisch vorfand. Als dieses Etwas unter lautem Getöse „explodierte“ war alles auf dem Gelände nicht mehr, wie zuvor.

Die alte baufällige Wache, die als altes Originalset # 6385 (Fire House I von 1985)  in gerademal 19 Szenen Verwendung fand, wich fortan einer modernen Herberge mit allen Schikanen. Optisch bildet sie den Grad zwischen den modernen LEGO®-Sets und den Klassikern der 80er Jahre. Den Baugrund für das eigentliche und wesentliche Hauptgebäude bildet die grüne Bauplatte aus dem Bausatz # 6571 (Flame Fighters aus dem Jahre 1994). Manche halten die Wache Süd für die moderne Variante des letztgenannten Sets.

Wie dem auch sei. Die Wache Süd wird allen Ansprüchen an eine Unterkunft des 21. LEGO®-Jahrhunderts gerecht. Das von einer Mauer (auf der rechten Seite vor dem Turm befindet sich ein offener Waschplatz) umschlossene Areal verfügt im hinteren Teil über eine hohe Fahrzeughalle mit zwei Einstellplätzen, die zwei großen Löschfahrzeugen ausreichend Raum bieten. Zudem finden sich dort von der Decke herabreichende Abgasschläuche und zusätzlicher Lagerplatz für etwas Material.

Das Wachgebäude, ein 3-geschossiger Turm, beherbergt im Erdgeschoss die hochmoderne Zentrale mit einem Zugang zur Fahrzeughalle. Die Zentrale bietet alle computergestützten Spielereien, wie z. B. Digitalfunk. Im Stockwerk darüber befindet sich der Ruheraum der wachhabenden Mannschaft, und im zweiten Obergeschoss ein großer Besprechungs- und Unterrichtsraum samt Whiteboard und Overhead-Projektor.

Erst kürzlich wurde das Gelände auf der linken Seite um einen separaten Hallenstellplatz erweitert. Erbaut wurde dieser auf einer 16x32er Bauplatte in grün, und soll in naher Zukunft als Unterstellplatz für einen geplanten Rettungswagen dienen. Im Augenblick parkt dort der PKW der Tagesdienstes, bzw. sie wird gelegentlich zur Reparaturzwecken genutzt.

Für Erholung der Wehrleute sorgt eine kleine Sitzgelegenheit im Freien, umgeben von ein wenig Grünbepflanzung.