#60001 – Fire Chief Car

Als ich gestern beim Einkauf die ersten Januar-Neuheiten im Regal stehen sah, konnte ich nicht daran vorbeigehen und nahm das „Fire Chief Car“ gleich mal mit. Schließlich bot das kleine Set einige interessante Bauteile, wie die neu bedruckte Feuerwehr-Minifig, der goldene Feuerwehrhelm, das rote Fahrzeugdach, die roten Rückleuchten aus den neuen Rundfliesen, sowie das Motorhaubenbauteil. Sowieso eignet sich das Set recht gut als Teilespender.

Wie jedes Spielset, erzählt auch dieses eine kleine Geschichte: Die Katze der Besitzerin (erfüllt LEGO® nun allmählich die Frauenquote?) ist auf einen (wirklich kleinen) Baum geklettert, und der Feuerwehrmann versucht sie mit einem leckeren Fisch aus der luftigen Höhe zu retten. Allerdings, wenn man das mal versucht auf die Wirklichkeit zu projizieren, dann dürfte sich kaum der Feuerwehrchef (erkennbar an dem goldenen Helm) höchstpersönlich um einen solchen Einsatz kümmern. Dafür ist er im echten Leben mit ganz anderen Aufgaben betreut. Aber für ein kleines Einstiegsset passt es hier. Zudem dürfte es Kindern egal sein, ob der Chef der Feuerwehr diesen Einsatz abwickelt oder nicht.

Es fällt auf, dass das Fahrzeugfarbkonzept hierbei wieder mehr an das der städtischen LEGO®-Feuerwehr angelegt ist, denn die gelben Zierstreifen (bekannt aus den Waldbrand-Sets) sucht man vergebens. Die Montage des sog. Einsatzleitwagens entspricht im wesentlichen den bisherig bekannten Fahrzeugen dieser neuartigen 4er-Baubreite. Interessant sind allerdings Details, wie die Kofferraumladefläche, die einen Feuerlöscher und ein Funkgerät aufnimmt, und eine Armaturentafel, das mit einem Sticker zu einer solchen wird. Überhaupt liegen dem Teil alle Ausschmückungsmöglichkeiten auf einem Stickerbogen bei. Was allerdings etwas schade ist, ist die Tatsache, dass man dem Auto erneut keine Türen spendiert hat. Aber man kann nicht alles haben.

Jahr: 2013
Teile: 80
Minifigs: 2
Preis: 9,99 Euro UVP

Die Galerie musste aus Platzgründen entfallen.

Die Feuerwehr Farnheim auf der Fanwelt 2012

Das Fanwelt-Wochenende vom 21.-25.11.2012 in Köln war meine erste große und mehrtägige Ausstellung vor öffentlichem Publikum. Dementsprechend plante ich im Vorfeld, vor allem, wie ich denn meine Ausstellungsstücke am besten für den Transport verpacken würde und könnte. Den stabilen Kunststoffkisten sei dank. Sie waren sicher auch maßgeblich daran beteiligt, dass vor Ort lediglich einige wenige Kollateralschäden zu beklagen waren, die auch mit wenigen Handgriffen schnell wieder behoben werden konnten. Was im zusammengepackten Zustand recht recht überschaubar aussah, entpuppte jedoch vor Ort bald als eine Flutwelle aus roten Steinen.

Die gut 4 1/2 Tage Messezinnober mit allem Tamtam waren zwar äußerst turbulent, anstrengend und schlaftechnisch höchst defizitös, aber außerordentlich gelungen. So war es großartig, die Menschen hinter den MOCs einmal kennenzulernen, interessante Fachsimpeleien zu führen und neue Kontakte zu knüpfen. Also, alles in allem so gelungen, dass ich gerne in zwei Jahren wieder dabei sein möchte. Daher ein großes Dankeschön an den MBFR, Tretty als Cheforganisator und seinen Mannen (und selbstverständlich Frauen) im Hintergrund für den tollen, reibungslosen Ablauf auf und neben der Messe.

So, nun aber genug der Lobhudelei und Start frei für einen kleinen „Zeitraffer“-Überblick über meine ganz persönliche Ausstellungsfläche, die lediglich nur ein bescheidener Teil der tollen, großen Gemeinschaftsanlage war.

Entgleister Monorailzug – ein Einsatzbericht

Am Samstag, den 24.11.2012, lief um 12:07 Uhr in der Leitstelle der Feuerwehr Farnheim die Einsatzanforderung der Bezirksregierung Köln für eine überörtliche Hilfeleistung auf. Grund für die Alarmierung war ein entgleister, vollbesetzter Monorailzug auf der LEGO® Fanwelt. Innerhalb kürzester Zeit erreichte ein kompletter Rüstzug der Feuerwehr und Rettungkräfte des Roten Kreuzes die Unglückstelle.

Die örtliche Situation stellte sich für die Rettungskräfte wie folgt dar: Aus noch ungeklärter Ursache entgleiste ein vollbesetzter Monorailzug in der Innenstadt von Brixe’s Monorailanlage. Der dreiteilige Zug stürzte mehere Steinhöhen in die Tiefe und verkeilte sich schließlich mit den hinteren beiden Waggons zwischen zwei Bahntrassen und kam auf einem Trägerausleger der in diesem Bereich oberirdisch geführten Bahnanlage zum stehen, oder besser liegen.

Die Einsatzleitung der Feuerwehr koordinierte unverzüglich eine umfassende Rettungsaktion, bei der sie sich zunächst mit Trennschleifern Zugang zum Innenraum verschaffte, um an die verletzte Minifiguren gelangen, um sie in Freie zu schaffen und der ärztlichen Notfallversorgung zukommen zu lassen. Der in Stellung gebrachte Kranwagen sicherte für die Zeit der Evakuierung die Waggons zunächst gegen ein mögliches Abrutschen. Einige Fahrzeuge konnten (dank der kompatiblen Baubreite) nach Stromabschaltung auf Brixe’s Anlage die Trasse entlang fahren, um so noch schneller an den hochgelegenen Einsatzort zu gelangen. Nach der Rettung der Passagiere, die in die umliegenden Krankenhäuser gebracht wurden (glücklicherweise nahm keine Minifig ernsthaft Schaden und schon alsbald konnten sie das Hospital wieder verlassen), begann man mit der Bergung des havarierten Zuges, der anschließend auf Tieflader verladen zu einer umfangreichen Untersuchung durch Zyppers Ingenieure auf das Betriebsgelände der städtischen Monorailbahn gebracht wurde.

Der abschließende Bericht hierzu steht noch aus. Der Einsatz wurde um 13:14 Uhr beendet, und die Besatzungen kehrten mit ihren Fahrzeugen nach Farnheim in ihre Unterkünfte zurück.

Einsatzdauer: 1 Std. 7 Min.

Eingesetzte Personalstärke: 5 Mann

Eingesetzte Einheiten:
Einsatzleitwagen ELW 1-1 (Florian Farnheim 1-11-1)
Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-1 (Florian Farnheim 1-46-1)
Rüstwagen RW 2-1 (Florian Farnheim 3-52-1)
Kranwagen KW 25-1 (Florian Farnheim 3-71-1)

sowie ein Rettungswagen des Roten Kreuzes (Rot Kreuz Farnheim 1-83-3)

#4428 – 2012 City Adventskalender

Nachdem zu Beginn dieses Jahres mit der Wald- und Wiesenfeuerwehr ein neues Sub-Thema im LEGO® City-Kosmos eingeführt wurde, folgt zu Jahresende ein Adventskalender gleichen Themas. Gleichzeitig lenkt er den Blick auf die kommenden Neuheiten für 2013, wenn wieder Feuerwehr-Sets anstehen.

Unter den 24 Kleinigkeiten finden sich diesmal auch wieder einige Zubehörteile, die erst seit jüngerem im Bauteilesortiment zu finden sind: als Beispiel wären erwähnt der 1×2 Stein mit Ziegelgravur in dark orange, der Schäferhund, sowie natürlich drei (in der neuen Waldbrandkluft gekleidete) Feuerwehrfrau und -männer. Zur Freude sind gleich fünf dunkelrote Helme dabei. Ebenso, wie die neue Schubkarre.

Die 24 Sets im Einzelnen:

Tag 1: Feuerwehrmann I (5 Bauteile + 2 Extrateile)
Feuerwehrmann in Waldbrandmontur, Megafon und Kopfaufdruck mit gelber Sonnenbrille

Tag 2: Kettensäge (8 Bauteile + 1 Extrateil)
Kettensäge + Holzstamm

Tag 3: Weihnachtsbaum (16 Bauteile + 2 Extrateile)
Weihnachtsbaum samt Beleuchtung und Standfuß

Tag 4: Treppe (8 Bauteile, keine Extrateile)
Dreistufige Treppe sowie Zauberstab als Weihnachtsbaumspitze

Tag 5: Wand mit Feuerwehrzubehör I (17 Bauteile, keine Extrateile)
Wandelement mit Haken zur Befestigung von Feuerlöscher und Axt

Tag 6: Junge (5 Bauteile + 5 Extrabauteile)
Junge mit grüner Winterjacke und Helm und Schneeball

Tag 7: Ferngesteuertes Auto (15 Bauteile + 4 Extrateile)
Feuerwehrleiterwagen als ferngesteuertes Modellauto mit Fernbedienung

Tag 8: Wand mit Feuerwehrzubehör II (24 Bauteile + 1 Extrateil)
Wandelement mit Haken zur Befestigung von einem Paar Skiern + Stöcken

Tag 9: Mechaniker (6 Bauteile + 2 Extrateile)
Mechniker mit blauer Latzhose, schwarzem Basecap und Schraubenschlüssel

Tag 10: Sackkarre (10 Bauteile, Extrateile)
rote Sackkarre mit vier Reifen auf Felgen

Tag 11: Buggy (13 Bauteile, keine Extrateile)
Roter Feuerwehreinsatzbuggy (Räder aus Tag 10 benötigt)

Tag 12: Feuerwehrfrau (5 Bauteile + 1 Extrateil)
Feuerwehrfrau mit Funkgerät in Waldbrandmontur

Tag 13: Büro (13 Bauteile, kein Extrateil)
Schreibtisch mit Computer, Kaffeetasse und Bürostuhl

Tag 14: Brennender Kübel (5 Bauteile, keine Extrateil)
Flammen mit Brandherd und Holzkiste

Tag 15: Wand mit Feuerwehrzubehör III (16 Bauteile, keine Extrateil)
Wandelement mit Befestigungsmöglichkeiten für Atemschutz

Tag 16: Mädchen (5 Bauteile + 4 Extrateile)
Mädchen mit brauener Zopffrisur und Schneeball

Tag 17: Schneeschleuder (15 Bauteile + 1 Extrateil)
Schneeschleuder mit Schneeballgeschossen

Tag 18: Hydrant (6 Bauteile + 1 Extrateil)
Hydrant mit Hund

Tag 19: Feuerwehrmann II (5 Bauteile  + 4 Extrateile)
Feuerwehrmann in Waldbrandmotur und trationeller Kaffeetasse

Tag 20: Schubkarre (7 Bauteile + 2 Extrateile)
Rote Schubkarre mit Schippe und Schneebällen

Tag 21: Absperrmaterial (9 Bauteile + 1 Extrateil)
Zwei beleuchtete Absperrhütchen und ein Warndreieck

Tag 22: Schlittenanhänger (8 Bauteile + 3 Extrateile)
roter Schlitten mit Ladefläche

Tag 23: Geschenke (16 Bauteile + 2 Extrateile)
Zwei große Geschenke

Tag 24: Weihnachtsmann (13 Bauteile, kein Extrateil)
Weihnachtsmann auf rotem Motorschlitten

Jahr: 2012
Teile: 250
Minifigs: 7

WLF 5

Im Zuge der Einsatzwertsteigerung erhalten einige ältere Fahrzeuge kleine Modifikationen. Bei dem hier vorgestellten Wechselladerfahrzeug 5 (WLF), das im Grunde baugleich mit dem alten WLF 1 ist, wurde dafür die gelbe Konturmarkierung angebracht, eine neue Martin-Horn-Anlage installiert, sowie der Kühlergrill getauscht. Der alte war bei einem der letzten Einsätze kürzlich beschädigt worden. Somit soll das zwölf Jahre alte Fahrzeug noch etwa weitere fünf Jahre im Dienst bleiben.

In Wirklichkeit ist mit dem WLF 5 kein neues Modell entstanden. Lediglich das alte WLF habe ich einigen Optimierungen unterzogen, um es einen zeitgemäßeren Look zu verpassen.

ELW

Im Rahmen der Neubeschaffung und Modernierung der Führungsfahrzeuge entschied man sich die kleinen Kombi-PKWs durch wesentlich größere Kleintransporter als Basis zu ersetzen. Die Vorteile liegen mit einer höheren Zuladung und geräumigerem Innenraum bei ähnlichen Fahrzeugabmaßungen auf der Hand. Und die Mehrkosten halten sich in einem überschaubaren Rahmen. Die Ausschreibung für die Beschaffung von zunächst 9 Führungsfahrzeugen inkl. Innenausbau (Mit Lagetisch, einem Funkplatz, Drucker, Rechner, Gefahrgut-Datenbank, sowie Verstaumöglichkeiten entsprechender Materialien im Fahrzeugheck) gewann ein renomiertes Unternehmen, dass sich bereits jahrzehntelang im Karosseriebau betätigt.

Bei der Aktualisierung der eigenen Modellfahrzeugpalette werden auch einige der kleinen, eher unspektakulären Modelle einem Facelift unterzogen. Somit hat es nun auch die Einsatzleitwagen erwischt. Heutzutage sind solche Fahrzeuge bei Berufsfeuerwehren eher größer dimensioniert, um eine entsprechend umfangreiche Ausstattung vor Ort parat zu haben. Somit entschied ich mich, meiner Fantasie-Wehr einen eben solchen Kleintransporter zur Seite zu stellen. Ausgestattet mit einem Funktisch, diversen Koffern, Absperrmaterialien und einer Winkerkelle kann es so gut gerüstet in den Einsatz gehen.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x 2x3er + 1x4er Platte)

GW-Boot „Bootswagen“

Die Berufsfeuerwehr Farnheim unterhält, bedingt durch die städtische Geografie, zwei Wasserrettungszüge. Während einer im Norden stationiert ist, und für die dortigen öffentlichen Gewässer, sowie den unteren Flusslauf samt Nebenarme bis zur Mündung in die Nordsee zuständig ist, entfallen auf den zweiten Zug alle südlichen Gewässertypen, sowie der Seehafen. Hier sorgt ein sog. schwerer Wasserrettungszug (WRZ) für die Rettung in der Not. Dieser Zug setzt sich i. d. R. aus einem ELW, einem HLF, ggf. Rüstwagen, einem Taucherwagen (GW-Taucher) und einem Bootswagen (GW-Boot) zusammen – immer unterstützt von RTW und NEF.

Neben dem Taucherwagen ist dieser Bootswagen sicher ein fahrzeugtechnisches Highlight des WRZ II. Es ersetzt einen etwa 25 Jahre alten Vorgänger, der nun in den verdienten Ruhestand entlassen wurde. Der neue Bootswagen ging im Sommer dieses Jahres in Dienst und ist mit einem Aluminium-Mehrzweckboot beladen, das mit dem heckseitig verbauten Kran zu Wasser gelassen werden kann. Die Beladung umfasst Tauchgeräte, Rettungsgeräte für Wasser- und Eisunfälle aller Art, sowie Ausstattung zur Mensch- und Tierrettung.
Ich bin derzeit dabei nach und nach meinen gesamten Fahrzeugbestand zu überarbeiten. Manches ist über über drei Jahre alt, und im Vergleich zu den heutigen Modellen nach eigenem Gusto nicht mehr zeitgemäß, was Funktion, Optik und Detailgrad anbelangen. Und somit fiel der alte GW-Wasserrettung dem Bootswagen zum Opfer. Aus einer angedachten Optimierung erwuchs ein komplett neues Modell nach Frankfurter Vorbild. Kniffelig war hierbei zum einen die niedrige Gestaltung des Aufbaus (insbesondere funktionaler Geräteräume), damit darauf höhentechnisch noch ein kleines Boot Platz findet, und zum anderen ein „zusammenfaltbarer“ Heckkran. Hierfür entschied ich mich für einen Klappmachanismus aus Clips, anstelle der alten 2-Finger-/3-Finger-Gelenke. Für den letzten Feinschliff möchte ich zukünftig das Mehrzweckboot mit einer hellgrauen Schale ausstatten (sofern es die Bauteile in der Farbe überhaupt gibt), um ihm ein wenig mehr Aluminiumcharakter zu geben.

Fahrgestellbasislänge: 13 Noppen (1×2 auf 1×4 Bracket, 2x12er Platte)

KEF (Kleineinsatzfahrzeug)

Das Einsatzkonzept der Berufsfeuerwehr sieht u. a. bei Einsätzen kleinen Umfangs, überwiegend bei einfachen technischen Hilfeleistungen, vor, dass ein KEF zur Einsatzstelle beordert wird. Entweder allein als selbsttätiger Trupp, oder als Teil eines Fahrzeugverbandes (mit Löschfahrzeugen oder in Verbindung mit RTW und NEF), wenn sich hinter verschlossenen Türen Personen in aktur Gefahr befinden. Das Einsatzspektrum umfasst kleinere technische Hilfeleistungen, das Beseitigen von Ölspuren, Notfalltüröffnungen oder das Löschen von Kleinstbränden. Ebenso können hiermit Personen aus öffentlichen Gewässern in Ufernähe gerettet werden.

Dieses Fahrzeug ist Teil der Beschaffungsmaßnahme die alte Generation der ersten KEFs zu ersetzen. Nachdem bei den ersten beiden Nachfolgefahrzeugen allerdings eine derart hohe Störanfälligkeit und gar ein gebrochener Rahmen auftrat, sah sich die Abt. Technik nach etlichen werksseitigen Nachbesserungen genötigt von der Bestellung Abstand zu nehmen, die bereits in Dienst gestellten Fahrzeuge zurückzugeben, und neu auszuschreiben. Ein anderer Hersteller konnte gar mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis gefunden werden. Zudem verfügen die Fahrzeuge, dank des neuen Herstellers, ab Werk bereits über eine höhere Gewichtsreserve. Da jede Feuerwache im Stadtgeboet eines dieser Fahrzeugtypen in seinem Fuhrpark vorhält, stehen noch weitere fünf Lieferungen bis Jahresende aus.

Turbolöscher

Der Fahrzeugpark der Werkfeuerwehr Jade Öl war bislang schon ziemlich beeindruckend. Doch nun ist er noch ein wenig beeindruckender geworden. Denn als letzten Neuzugang konnte man ein sog. Aerosol-Löschfahrzeug, im Volksmunds „Turbolöscher“ genannt, in Empfang nehmen. Dieses Fahrzeug ist durch seine besondere Konstruktion zweier Jettriebwerke, in die Löschwasser zur Zerstäubung eingespritzt werden kann, in der Lage bis zu 8.000 L Löschmittel/Minute auf den Brandherd aufzubringen. Es kann neben der aktiven Brandbekämpfung auch zum Kühlen gefährdeter umliegender Gebäude, zum Niederschlagen austretender giftiger Gase und Rauchwolken, sowie zum Belüften von Tunnenanlagen eingesetzt werden. Der massiven Badarf an Löschwasser durch ein sog. Unterstützungsfahrzeug und durch das Hochleistungs-Pumpsystem HFS sichergestellt. So gerüstet sieht die Werkfeuerwehr einem möglichen Störfall ein wenig gelassener entgegen.

Nach dem Großbrand in Krefeld, bei dem ein solcher Turbolöscher der WF Chempark aus Dormagen eingesetzt wurde, und durch die Anregung des Lesers und 1000steine-Mitglieds „amhh“, machte ich mich daran, ein solches Modell in den klassischen LEGO-Maßstab zu transferieren. Die entsprechende Herausforderung und Hauptaugenmerk bei der Umsetzung lag auf der Löscheinrichtung selbst. Natürlich sollte sie über die selben Funktionen verfügen, wie das Vorbild, sprich schwenk und drehbar sein. Dank einiger Brackets und Fliesen lies sich ein entsprechende Ummantelung und Ausgestaltung der Löscheinrichtung realisieren. In den Fotos sind die Details der innenliegenden beiden Jettriebwerke und der Löschwassereinspritzung zu erkennen. Montiert auf einem passenden 3-Achs-Fahrgestell, das neben der Fahrerkabine auch über einen entsprechenden Geräteaufbau zur Wassereinspeisung verfügt. Da dieses Fahrzeug den Lieferzustand zeigt, wird in Eigenregie noch die tradionelle weiße Bauchbinde angelegt. Bilder werden selbstverständlich noch nachgereicht.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2x12er + 1x2er Platte + 1×2 aus 1x4er Bracket)

Wenn es in NRW wieder großbrennt

Erst knapp drei Monate waren vergangen, dass für einen Großbrand in einem Krefelder Holzgroßhandel der sog. NRW-Alarm ausgelöst wurde. Nun brannte es wieder, wieder in Krefeld, und wieder wurde NRW-Alarm gegeben. Der Brand diesmal ereignete sich am frühen Dienstag Morgen, kurz nach 7 Uhr des 25.09.2012 in einer Düngelmittelfabrik in Uerdingen, im Osten der Stadt. Dieser sollte der langwierigste Einsatz in der Geschichte der Feuerwehr Krefeld seit Ende des zweiten Weltkriegs werden.

Die Lage: eine alte, holzüberdachte Lagerhalle, in der Dimension 180 x 250 Meter, der Firma Compo an der Ohlendorffstraße im Krefelder Hafengebiet stand im Vollbrand. Wie sich im Verlauf des Einsatzes herausstellte, brannten etwa 33.000 Tonnen Rohstoffe und Fertigprodukte für sogenannte mineralische Mehr-Nährstoffdünger, teils verpackt, teils in loser Schüttung. Aufgrund der schnellen Brandentwicklung drohte anfangs das Feuer auch auf eine benachbarte Produktionshalle, in der sich auch größere Mengen gelagerten Ammoniaks befanden, überzugreifen. Erst durch den massiven Einsatz von Löschmitteln und eine Riegelstellung gegen das vom Feuer bedrohte, weitere Hallengebäude konnte Schlimmeres verhindert werden.


Zum Vergrößern einfach auf die Grafik klicken (Wer weitere, sachdienliche Hinweise beisteuern kann, die das Schaubild einsatztaktisch vervollständigen, trete sehr gerne mit mir in Kontakt)

Dem Brandherd entstieg eine dichte, teils geruchsbelästigende Rauchwolke, die bis weit in den Essener Norden sichtbar war. Sie reichte 300 Meter in den Himmel und erstreckte sich über eine Breite von 2 Kilometern. Eine Gesundheitsgefährdung durch Schadstoffbelastungen des dichten Rauchs konnte für die Bevölkerung nicht ausgeschlossen werden. Messungen ergaben zunächst keine wesentliche Gefährdung. Dennoch wurde die Bevölkerung im direkten Umfeld (Krefeld Gellep-Stratum, Linn und Teile Uerdingens, sowie Duisburg Mündelheim) über Lautsprecherdurchsagen und Sirenenalarm aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich nicht im Freien aufzuhalten. Schulen und Kindergärten stellten den Betrieb ein. Die BAB 57, die B 288, sowie der Rhein zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Rheinberg-Orsoy wurden für verschieden längere Zeiträume für den Individualverkehr gesperrt.

Acht Löschzüge aus Krefeld und Duisburg kämpften mit etwa 200 Wehrleuten gegen die Flammen an. Insgesamt waren rund 450 Feuerwehrleute aus der gesamten Region, sowie letztlich insgesamt 1.340 Helfer, inkl. der Hilfsorganisationen, der Polizei und des THWs, im Einsatz. Dadurch, dass permanent sehr viel Wasser bereitgestellt werden musste, waren hierfür die Löschboote aus Krefeld und Duisburg, sowie die HFS-Systeme der Krefelder, Duisburger und Essener Feuerwehr im Einsatz. Die eigentliche Brandbekämpfung erfolgte über drei Gebäudeseiten mittels Wasserwerfer an Drehleitern und über Fahrzeugen, sowie C-Rohrangriffe mit PA-Trupps (was einen hohen Bedarf an Pressluftatmern nötig machte), sowie über den „Turbolöscher“ der WF Chempark aus Dormagen. Der Fernmeldedienst der Feuerwehr Duisburg war alleine 64 Stunden im Einsatz. Die Einsatzbereitschaft II (MEO) war ab 9:32 Uhr morgens ingesamt 13 Stunden im Einsatz, ehe sie von der Bereitschaft IV (DÜS) abgelöst wurde. Am Abend des selben Tages leistete bspw. die Feuerwehr Mülheim noch weitere 6 1/2 Stunden Dienst, in dem sie regelmäßig mit einem Messfahrzeug die Schadstoffkonzentration in der Umgebungsluft überwachte.

Der Einsatz erstreckte über mehrere Tage und wurde erst am darauffolgenden Sonntag (5 Tage nach dem Brand) beendet, da im Nachgang noch etliche Glutnester mit Baggern auseinandergezogen und abgelöscht werden mussten. Die Brandsachverständigen machten schließlich technisches Versagen für den Störfall verantwortlich. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Neben dem gewaltigen Sachschaden wurden auch zwei Compo-Angestellte und zwei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Der von der Bezirksregierung Düsseldorf gegebene „NRW-Alarm“ betraf die Bereitschaften I-IV. Dieses System des Katastrophenschutz zur Abwehr von Großschadensereignissen funktioniert, kurz beschrieben, so: die fünf Bezirkregierungen (Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster) halten jeweils die sog. Bereitschaften vor. Der Bezirksregierung Düsseldorf sind in diesem Falle fünf Bereitschaften unterstellt, die sich aus Personal und Gerätschaften der Feuerwehren aus den Städten zusammensetzen. Diese wiederum sind in mehrere Einsatzzüge unterteilt, die so zusammengestellt sind, dass sie autark agieren können. Sprich, sie können ihren Einsatzabschnitt selbständig verwalten und koordinieren, eine eigene Wasserversorgung aufbauen und Löschunternehmungen durchführen.

Alarmierte Wehren:
FW Krefeld (BF und FF)
Rettungsdienst
Werkfeuerwehr Evonik
Werkfeuerwehr Currenta
Bereitschaft I:
FW Duisburg
Breitschaft II:
FW Mülheim a. d. Ruhr
FW Essen
FW Oberhausen
Bereitschaft III:
FW Tönisvorst
FW Willich
Breitschaft IV:
FW Düsseldorf
FW Meerbusch
FW Mettmann
FW Ratingen
FW Neuss
FW Köln
WF Chempark Leverkusen
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