Stellprobe 2.2 beta

Es geht weiter mit der Ausnutzung der Verfügbarkeit des Raumes auf meinem Modul für Bricking Bavaria. Nachdem nun die endgültige Größe des Moduls feststeht, und damit auch mein Gleisplan fix ist, kam die Feuerwehr an die Reihe. Fahrzeug für Fahrzeug wurde probehalber platziert. Schnell füllte sich das Ausstellungsareal. Letztendlich ist die rechte Hälfte der Anlage also wieder üppig rot eingefärbt. Zudem habe ich mich ins kalte Wasser geschmissen, und meinen Streckenplan im Track-Designer umgesetzt:

Streckenplan BB2013Für eine Vergrößerung auf die Grafik klicken

Zur Erläuterung und besseren Vorstellbarkeit sei genannt, dass sich die Publikumsseite am unteren Bildrand dieses Schemas befindet. Zwei Schienenkreise werden die Szenerie gleichzeitig befahrbar machen. Zum einen die außen verlaufende Transitstrecke, die alle Modulbetreiber mit einander verbindet und einen großen Schienenkreis darstellt. Zum anderen über einen inneren Strang, das sog. Binnengleis. Hier werden lediglich Züge über die Nachbarmodule fahren können. Dieses Binnengleis erstreckt sich über insgesamt drei Module auf eine Gesamtlänge von 28 Platten in der Vermaßung 32 x 32 Noppen.

Stellprobe 2.0

Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung. Es geht wieder los. Und zwar auf die Zielgerade. Denn in knapp vier Wochen findet in München die Bricking Bavaria im Rahmen der Münchener Spielwies’n statt. Und die MoRsStafaris haben sich nach Berlin im Sommer diesen Herbst für Süddeutschland angekündigt. Somit bin auch ich wieder mit einem Modul dabei. Diesmal sind es aber keine Eckmodule, sondern ein ganz normales Zwischenstück. Gerade bin ich dabei den Gleisplan auszuarbeiten, und ihn recht harmonisch in die Szenerie einzuarbeiten. Natürlich sind auch diesmal wieder eine Vielzahl Feuerwehrmodelle dabei, aber nicht ausschließlich. Ich werde meine, erstmalig auf der Fanwelt gezeigte „Ufertraverse“ in einem anderen und gehörig um- und ausgebauten gebauten Kontext präsentieren.

Die Basis umfasst derzeit 8 x 4 Bauplatten (32 x 32 Noppen). Darauf entsteht ein Schienenstrang für den Transit- und einer für den Binnenverkehr. Darin eingebettet befindet sich für den Betrachter in der linken Hälfte ein Stadtstraßenszenario inkl. eines umfangreichen Feuerwehreinsatzes und in der rechten Hälfte eine Fahrzeugausstellung der Berufsfeuerwehr Farnheim. Somit wird auch dieses Modul wieder recht, wenn auch diesmal nicht ausschließlich, rotlastig sein.

Oberleitungswagen

Vor geraumer Zeit kam mir ein Gedanke in den Sinn, als es in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch die sog. Oberleitungswagen gab. Komischerweise verschwanden diese beinahe komplett aus dem Stadtbild – zumindest kam mir das so vor. Jedoch müssten solche Fahrzeuge doch nach wie vor Verwendung finden in Städten, die über ein großzügig ausgebautes Straßenbahnnetz mit ebensolch umfangreichen Hochspannungsleitungen verfügen. Die Idee eines Nachbaus im 4w-„Maßstab“ reizte mich. Schnell nach ein paar Vorlagenbildern gegoogelt (wie man neudeutsch heutzutage so sagt), und siehe da, es gibt diesen Fahrzeugtypus aktuell immer noch. Also machte ich mich an meine eigene Version. Im Verlaufe der Konstruktionsphase, die sich übrigens über mehrere Monate hinzog – entweder es fehlten Teile, oder es gefielen mir einige Detaillösungen nicht, stellte ich mir vor, dieses Modell könne man auch hervorragend zur Wartung von hochgelegenden Monorail-Strecken heranziehen. Mittels eines Scherenhubtisches, der über allerei Werkzeuge für evtl. Reparaturen an Träger und Streckenabschnitt verfügt, konnte die nötige Arbeitshöhe erreicht werden. Und nicht nur das: gleichzeitig darf man ihn gern als legitimen, wenn auch inoffiziellen Nachfolger des altehrwürdigen Sets #6671 (Utility Repair Lift) von 1989 ansehen. So lassen sich mit ihm problemlos die technischen Sicherheitseinrichtungen, in Form von Straßenlaternen und Verkehrsampeln, in Farnheim komfortabel und zeitgemäß warten. Somit entstand seit langem mal wieder ein kommunales, wenn auch nicht völlig blaulichtfreies Fahrzeug.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2 Stück 1×2 auf 1x4er Platte + 2x12er Platte)

#602 – Fire Chief’s Car (1978)

Vor mittlerweile 35 Jahren vollzog der Konstruktionsspielzeughersteller einen nachhaltige Änderung, die bis heute anhält: die Einführung der sog. Minifig. 1978 gilt gemeinhin als Geburtsjahr der kleinen Figur mit ihren beweglichen Armen und Beinen, wie wir sie heute kennen. Löste sie doch die „Kaulquappe“ ab, mit der sich noch nicht so recht viel anstellen ließ. Gleichfalls etablierte das Unternehmen bekanntermaßen drei neue Themenwelten „Town“, „Space“ und „Ritter“. Bis heute sind sie, von einigen kürzeren oder längeren Pausen einmal abgesehen, die Dauerbrenner im Produktportfolio. Als LEGO® die Sparte (heute besser bekannt als Classic-)Town ins Leben rief, und damit die beliebte „Legoland“-Serie ablöste, fanden in einer mehrjährigen Übergangsphase immer mehr neue Bauteile den Weg in die Produkte, und es kam zu den bekannten Automobilen, in denen die Figuren hineingesetzt werden konnten.

Davor jedoch kam als eines von vielen kleinen Spielsets, dieser Einsatzleitwagen der Feuerwehr auf den Markt, der zwar mit einer der neuen, lebensechteren Minifigs ausgestattet war, aber selbst noch keine Möglichkeit bot, die Figur im Inneren des Fahrzeugs zu platzieren. Somit blieb bei den ersten Modellen der Classic-Town-Ära die Minifig immer noch eine Art Fremdkörper, oder das Auto – ganz wie man will. So also auch bei diesem kleinen Flitzer, der, was auch früher vielfach üblich war, mit Aufklebern reich verziert werden konnte. Als weitere Teileneuheit sollen an dieser Stelle die blautransparenten Rundeiner nicht unerwähnt bleiben.

Eine Besonderheit stellt sicher Kopfbedeckung des Feuerwehrmanns auf der Umverpackung dar. Sitzt sie doch, im Gegensatz zur tatsächlich dem Set beiliegenden Figur, arg –  sagen wir mal – „windschief“ auf dem Kopf. Aller Voraussicht nach, sollte es sich hierbei wohl um ein Vorserienmodell oder Handmuster handeln. Solche Bauteile fanden und finden immer mal wieder den Weg in finale Bauanleitungen und Verpackungen.

Ergänzend sei erwähnt, dass die Fahrzeugbasis selbst im übrigen bei zahlreichen Vehikeln seiner Zeit Verwendung fand. So bspw. im Police Car (#600), Shell Service Car (#604), in der Ambulance (#606), im Tow Truck and Car (#642), im schwarzen Taxi der Market Street (#1589) und im blau-schwarzen Taxi (#608) von 1979. Als Nachfolger dieser Fahrzeugform können sicher folgende Modelle angesehen werden: der Fire Ranger (#6611), das Race Car (#6609), Space Buggy (#886), Radar Truck (#889), Mobile Ground Tracking Station (#894), Mobile Rocket Launcher (#897), sowie als Teil der Groß-Sets Rocket Launch Pad (#920), Space Transporter (#924), Command Center (#926) und das Set Space Cruise And Moonset (#928).

Jojo hat auf seinem Blog einen lesenswerten Abriss über die LEGO®-Figuren verfasst, auf den ich gerne verweisen möchte. Illustriert er die doch recht erschöpfend die Geschichte der LEGO®-Figuren, und klärt die Frage, die evtl. so manch einen in Vergangenheit umgetrieben haben mag, weshalb die LEGO®-Figuren eine gelbe Haut haben.

Jahr: 1978
Teile: 29
Minifig: 1

Neuheitenrecyling, oder „Never touch a running system“

Gerade ist ja wieder die Zeit der Spielwaremessen. Aktuell präsentieren sich die Hersteller mit ihren Produktneuheiten in Nürnberg. So auch das dänische Traditionsunternehmen mit den genoppten Bausteinen. Man präsentiert sich in der fränkischen Metropole mit den kommenden Sommerneuheiten sämtlicher Themenbereiche.

Und somit erwarten uns im Laufe der Zeit wieder, wie jedes halbe Jahr, mitunter tolle Setneuigkeiten. Gleichzeitig begrüßt uns dabei aber auch das sog. Murmeltier. Sicher, sämtliche Neulinge sind durchdesignt, glänzen mit tollen neuen Bauteilen und Farben und überzeugen mit hohem Spielwert. Allerdings haben sie besonders für die ältere Käuferschar den, ich will mal sagen Beigeschmack, dass L. bekannte Sets in im wieder regelmäßigen Abständen als Remake neu veröffentlicht. Eine solche Strategie mag bei einigen Dauerbrenner-Bausätzen durchaus Sinn machen, aber wie schön wäre es doch mal die Palette um ein paar frische Modelle zu erweitern. Eine Stadt (als Beispiel, bei das Set-Recycling sicher in einem hohen Maße auffällt) besteht nun mal nicht nur aus Feuerwachen und Polizeistationen. Überspitzt gesagt.

Versetzt man sich allerdings mal in Lage des Unternehmens, kann man sicher argumentieren, dass L. vornehmlich ein Kinderspielzeug ist, und die avisierte Zielgruppe aus jungen Menschen im zarten Alter von 6-12 Jahren besteht. Zur Kundenbindung sei randnotizlich erwähnt, dass sie im voranschreitenden Alter in „erwachsenere“ Themenbereiche, wie Technic oder Creator wechseln können. Das hieße ganz nüchtern, dass sie in diesem Zeitraum eh nicht so viele Neuauflagen mitbekämen. Und außerdem bieten typische Blaulicht-Heldenberufe auch viel mehr Action als ein Marktstand samt Blumenverkäufer.

Aber genau diese querdenkerische, blumenverkäuferische Herangehensweise würde sicherlich auch die jenigen Käufer zu schätzen wissen, die länger als die prognostizierten sechs Jahre dem oben genannten Bau-Genre treu bleiben. Mut zur Lücke muss nicht immer heißen in neue Themennischen vorzustoßen, auch kleiner gedacht ist in den etablierten Themenwelten durchaus Luft für andersartiges. Warum also nicht mal…:

• ein Taxistand mit Droschke, Fahrer und Fahrgst
• ein Handwerkerlieferwagen samt Monteur
• ein gescheites Stadtausgestaltungszubehör (mit mehreren Laternen, neuen Verkehrszeichen, etc.)
• verschiedentliche Geschäftshäuser (à la City Corner)
• ein Kinderspielplatz
• ein Supermarkt
• ein Betonwerk (um mal Crans geäußerten Wunsch aufzugreifen)

Die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Dass es geht, bewies das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder. Z. B. mit dem 1988er Parkhaus, der 1990er Monorail-Bahn (inkl. der Space-Derivate), dem 2010er VIP-Shuttleservice, oder auch dem 2010er Recyclinghof.

Bedenke, was für das Städtthema gilt, gilt natürlich gleichermaßen für alle anderen Brot-und-Butter-Themenbereiche. So, nu aber Schulz gezz mit meinem Geseier. Und genug der Ideenvorschläge, denn wenn es das doch irgendwann einmal alles gäbe, hätten wir ja schließlich nichts mehr zu bauen. 😉

Nun ja, jedem sein Stein.

# 6679 – Exxon Tow Truck (1980)

Passsend zum noch sehr jungen Town-Thema veröffentlichte die TLC, in Verbindung mit Exxon, einem US-Mineralölgiganten, zwischen 1979 und 1984 ganze vier Promotion-Bausätze. Eines dieser Sets war der Exxon Tow Truck (#6696) aus dem Jahr 1980. Es kam nur als Exklusiv-Set und in begrenzter Stückzahl in den Verkauf, und besteht aus einem mehrheitlich blauen Abschleppwagen mit roten Akzenten, einem kurzen Roadster in patriotischem Lackkleid, einem Exxon-Mitarbeiter und einem blauen Sturzhelm. Ob der Helm für den Betrieb des Roadster erforderlich ist, wird nicht weiter aufgelöst. Ab man benötigt ihn (wegen der Sicherheit), wenn man die Alternativbauten auf der Kartonrückseite nachbaut.

Wer sich in der klassischen Set-Welt vergangener Jahrzehnte ein wenig auskennt, dem fällt sofort auf, dass sich der namensgebende Abschleppwagen in nur wenigen Details vom gelben Tow Truck aus dem Set # 6363 – Auto Repair Shop aus dem selben Erscheinungsjahr unterscheidet. Es wurde also für das Mineralölunternehmen nicht wirklich etwas neues entwickelt, sondern lediglich in den Exxon-Firmenfarben umgestaltet.

Das Pannenfahrzeug ist ein kleiner weißer Roadster, der von der Seitenansicht betrachtet, vor allem heckseitig arg zu kurz geraten ist. Das abwechslungsreiche Farbschema in „red, white and blue“ schaut indes recht gelungen aus. Ein entsprechend zweifarbiger 2×2 Noppen großer Aufkleber auf der Motorhaubenfliese ergänzt und unterstützt die dreifarbige Optik.

Apropos Aufkleber. Überhaupt sind/waren sämtliche Dekorelemente in diesem Set als Aufkleber ausgelegt. Das hat, vor allem nach über 30 Jahren, den Nachteil, dass sie tw. in einem bemitleidenswerten Zustand sein können und auch mitunter sind. Ich lenke dabei das Hauptaugenmerk mal auf eines der Fotos, das den Logo-Sticker der Beifahrertür des Abschleppwagens zeigt. Hier ist dringend entsprechende Nachsorge vonnöten. Ansonsten aber kleben (hierbei) alle übrigen Aufkleber seit dem ersten Tag nach wie vor auf ihrem vorgesehenen Teileträger. Sie sind zwar abgewetzt und etwas speckig. Besonders fällt dies an der Minifig auf. Aber, sie sind noch da.

Jahr: 1980
Teile: 79
Minifigs: 1

#105 – Mail Van

1982, das Classic-Town-Thema steckte noch in den Kinderschuhen, da erblickte dieser Post-Van das Licht der Welt. Allerdings offiziell nur in Kanada und auch nur in begrenzter Stückzahl. Dennoch schafften es einige Sets über den großen Teich und eines davon nun in meine Sammlung.

Der 14-Noppen-lange Van folgt mit seiner Optik den typischen Fahrzeugkonstruktionen jener Zeit. Gehalten ist er in den Farben der Canada Post Corporation. Um das zweifelsfrei zu belegen, wurden hierzu extra zwei speziell bedruckte reinweiße 1x6er Steine für jede Fahrzeugseite beigelegt. Dass das Stadtthema noch in den Kinderschuhen steckte, erkennt man daran, das gerade in den ersten Jahren die Verkehrssicherheit bei den Fahrzeugmodellen mitunter sträflich vernachlässigt wurde. So auch hier: fehlt es dem Lieferwagen doch an Rückleuchten. Zudem gibt die Dachflächenkonstruktion ein Rätsel auf. Weshalb wurden hierbei zwei 2x8er Platten anstelle einer einzigen 4x8er Platte verbaut?

Diese eher hypothetische Frage ist an dieser Stalle nicht zu beantworten. So wenden wir uns lieber dem Fahrer zu. Unspektakulär aber erwähnenswert hierbei ist, dass die Minifig einen (für damalige Verhältnisse typischen) blauen Overall und eine schwarze Mütze als Kopfbedeckung trägt.

Trotz annähernd 28jähriger Existenz auf diesem Erdball, und einer sicherlich spielerisch-bewegten Geschichte, machen sämtliche Teile des Sets noch immer einen guten Eindruck. Zwar sind sie, insbesondere die roten Teile wirken so, sehr bespielt, aber der rare Aufdruck scheint wenig gelitten zu haben. Auch das Weiß gibt sich noch als solches zu erkennen.

Imbisswagen

Um gegen Mittag zahlreichen hungrigen Mäulern entsprechenden Input liefern zu können zieht dieser Unternehmer mit seinem Imbisswagen an exponierte Stellen der Stadt: vor große Supermärkte, an Baustellen oder im Geschäftsviertel. Die heranströmenden Massen lassen mit dann mit schnell zubereiteten wie mitunter recht schmackhaften Snacks entzückt sättigen. Der Fahrer ist Unternehmer und Verkäufer in Personalunion. Er führt seit mehreren Jahren ein etabliertes Imbissunternehmen und beschäftigt mehrere Mitarbeiter, die ihrerseits mit ihren Imbisswagen in der Stadt unterwegs sind, anderen hungrigen Mitmenschen schnelle Sättigung zu versprechen.

Die Fanwelt wirkt noch nach. Ausgestattet mit vielen neuen Eindrücken und Inspirationen wollte ich die Zeit im Anschluss nutzen, wieder an ein paar zivilen Modellen für meine Stadt zu arbeiten. Als ein erstes MOC wurde dieser Imbisswagen fertig. Ein geräumiger Lieferwagen mit gesnotteter Frontgesteltung bietet innen auch den Platz hinter den Verkaufstresen eine Minifig zu platzieren. Zudem sorgen ein Getränkekühlschrank und weitere Utensilien, wie Stehtische für den typischen Verkaufswagenflair.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2x12er Platte)

#1590 – Breakdown Assistance (1982)

Als Sammler an sich erfreut man sich natürgemäß am meisten über die wirklichen raren Dinge im eigenen Sammelgut. So verhält es sich bei mir doch ein wenig mit diesem Set „Breakdown Assistance“, das 1982 in den Niederlanden anlässlich zur Promotion des dort operierenden Pannendienstes ANWB (in etwa vergl. mit dem dt. ADAC) erschien. Hierzulande ergab sich aber kürzlich für ein ein Angebot des im deutschsprachigen Raum (trotz der Nähe zu den Niederlanden) äußerst raren Set, das ich nicht ausschlagen wollte und konnte. Tja, Sammler eben…

Das Promotion-Set fällt von der Ausstattung recht umfangreich aus: Es bietet drei Autos, vier Figuren, allerhand Absperrzubehör, ein Werkstattgebäude und Notrufsäulen. Garniert wird das ganze mit ein wenig Grünzeug auf zwei typischen Straßenplatten aus jener Zeit (Straßenmarkierungen OHNE Radweg). Das Pannenfahrzeug ist ein typischer PKW der „Classic Town“-Ära. Auch die rote Farbe überrascht nicht wirklich. Das Pannenhilfefahrzeug in der Kombiausführung, das mit allerlei Zubehör ausgestattet ist, ist da optisch schon interessanter, da hier offenbar ein echter Renault R4 oder ein DAF 33 Pate gestanden haben. Das spätere Modell #6521 „Emergency Reparier Truck“ könnte durchaus, mit etwas Phantasie, die frei verfügbare Variante dieses Sondermodells darstellen. Das Highlight bildet aber sicher der Abschleppwagen, der überdies mit herabklappbaren Auffahrrampen ausgestattet ist. Mit ihm kann das Pannenfahrzeug in der passenden Werkstatt wieder flottgemacht werden. Das Telefonhäuschen bietet darüber hinaus blaue Scheibenrahmen (mir verklebten Scheiben), die, wie auch die passende Tür, nur in diesem und im vier Jahre später erschienenden Tochter-Set des schweizerischen Pannendienstes #1589 „Touring Club Schweiz“ Verwendung fanden. Die Minifigs, insbesondere die drei Machaniker mit ihren polizeihaften Overalls und ihren weißen Mützen sind in dieser Kombination nur in diesem Set zum Einsatz gekommen. So machen also die vielen Kleinigkeiten und nicht zuletzt die speziellen Aufkleber des ANWB dieses Promo-Set so einzigartig.

Leider sind bei meinem Modell mit den Jahren ein paar der Sticker abhanden gekommen. Ebenso, wie original Scharnierklappen an den Auffahrrampen. Aber immerhin ist die Anleitung dabei. Also ein Indiz dafür, dass dieses Set tatsächlich ein Original war und ist.

Jahr: 1982
Teile: 233
Minifigs: 4

# 6420 – Mail Carrier (1998)

Wer hätte gedacht, als 1998 dieser freundliche Postbote auf seinem gelben Drahtesel daher kam, dass das Fahrrad bis heute in seiner Fahrgebung ein rares sein und bleiben sollte. Ich formuliere das mal vorsichtig im Konjunktiv. Denn, dass es anders geht, bewies LEGO® 2010 mit der Neuauflage des gelben Bauarbeiterhelms im Toy-Story-Set #7789 Lotso’s Dump Truck.

Nun aber zurück zum Set. Das Post-Thema wurde ja bereits zu Beginn der 80er Jahre mit mehreren Sets eingeführt. Lange Jahre danach tat sich auf dem Sektor nichts, ehe rund 13 Jahre nach dem letzten Ur-Postset diese und einzige Postneuheit auf den Markt kam. Doch wollte sie sich nicht so recht in die bestehenden Sets einfügen, denn Dienstoverall und Briefkasten waren nun mit einem stilisierten Logo der königlich-dänischen Post bedruckt. Der Korb, der am Fahrrad festklemmt werden kann, erschien in schwarz zum bislang letzten Mal in einem Set. Ansonsten bewährten sich auch hier einmal mehr die im Dekor zeitlos wirkenden 1x2er „Brief“-Fliesen.

Jahr: 1998
Teile: 12
Minifig: 1