TSF-W der FF Hookerumeroog

Mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug folgt nach dem LF 8 nun auch die Vorstellung des zweiten Fahrzeugs der Löschgruppe Großedünen und ist somit komplett. Das TSF-W wurde bereits 2016 als Ersatz für ein altes TSF in Dienst gestellt. Es verfügt über einen Löschwassertank von 600 Litern, worauf das W(asser) im Namenskürzel hindeutet. Bedingt durch die teils sandig-hügeligen Dünenlandschaften und einigen unbefestigten Zufahrten zu den teils noch mit Reet (Rohr oder Schilf) bedeckten Dächern der Wohnhäuser der kleinen Ortschaft ist das Fahrzeug mit Allradantrieb ausgestattet. Für alle Einsätze, die die Löschgruppe in Größedünen nicht bewältigen kann, rückt Unterstützung aus Hokkum an.

Es musste schließlich ein Schuh daraus werden, als ich kürzlich das LF 8 präsentierte. Und so bastelte ich nun dieses Exemplar zusammen. Obwohl es schon einige TSF-Ws (oder baugleiche Fahrzeuge) unter meinen Modellen gibt (siehe Sanderoog, die Jugendfeuerwehr Farnheim oder die BTF Jade Messe AG), entschied ich mich für eine andere Darstellungsform. Sie basiert auf meiner beliebten Kleintransporterfamilie.

Erstmals seit langer Zeit nutzte ich mal wieder die guten, alten Fensterrahmen mitsamt grauer Läden für eine Geräteraumabdeckung. Dahinter verbergen sich ein wenig angedeutete Einrichtung sowie eine entnehmbare Tragkraftspritze im Heck. Da solche Fahrzeuge i. d. R. Standardexemplare sind, verzichtete ich hierbei auf ein besonderes Farbschema oder Beleuchtungs-Klimbim. Die Dachbeladung ist vervollständigt durch eine Gerätekiste, eine Axt, einen (Saug)Schlauch und eine selbstgebaute Leiter aus gekürzten Flexschläuchen.

LF 8 der Inselfeuerwehr Hokkumeroog

Die Löschgruppe Großedünnen der Inselfeuerwehr Hokkumeroog verfügt neben einem TSF-W aus dem Jahr 2016 auch über ein LF 8 auf einem AFAG (Allzweck-Fahrgerät) G409 aus dem Jahr 1988. Eine Rarität, denn der Hersteller ging noch im selben Jahr insolvent und musste seine Fertigung aufgeben. Dazu muss man wissen, dass AFAG neben den fahrbaren Untersätzen auch die allermeisten Aufbauten selbst fertigte. Historiker bekamen heraus, dass dieses Fahrzeug tatsächlich auch das allerletzte Fahrzeug war, das die Werkshallen in Kelbersheim endmontiert verließ und seinem rechtmäßigen Besitzer, eben jener Inselfeuerwehr, übergeben werden konnte. Der Hersteller und einzige Mitbewerber UniMOC kaufte die Insolvenzmasse und übernahm die noch verbliebenen Aufträge. Das Werk am alten Standort wurde geschlossen und den verbliebenen Mitarbeiter wurden Übernahmeverträge angeboten. Gefertigt wurden die letzten Aufträge dann bei UniMOC in Kaiserslohe, das dann auch die meisten der fehlenden Ausbauten lieferte. Danach wurde die G409-Serie endgültig eingestellt, da UniMOC mit dem A480 U eine eigene Modellreihe in der Klasse besaß.

Als das LF 8 frisch auf die Insel kam, war es zunächst nach DIN beladen. Jedoch erfuhr das Fahrzeug über die Jahrzehnte einige einsatztaktische Aufwertungen. Nach einigen Sturmfluten in den 1990er Jahren gehören seither eine Motorsäge und eine Seewasser-Tauchpumpe zum Beladungsumfang. Anfang der 2000er Jahre erhielt das Fahrzeug eine neue Tragkraftspritze. Die alte gibt es zwar noch, ist aber nicht mehr betriebsbereit.

Die Wehr ist sich der historischen Besonderheit ihres Löschfahrzeugs bewusst und hegt und pflegt ihr Schätzchen. Es wird wohl noch einige Jahre auf der Insel Dienst tun, ehe es durch einen Nachfolger ersetzt wird. Vermutlich von UniMOC. Sollte der Tag irgendwann kommen, will man es in jedem Fall für die Nachwelt erhalten.

Nun, so etwas passiert, wenn einen an einem kalten Sonntagnachmittag die Baulust übermannt, folglich die Steine zu etwas zusammenklötzelt, von dem man noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommt. Zuerst hatte es kurzer Fahrerhaus und einen Aufbau mit einer Tanksektion für ein typisches TLF, dann folgte experimentellerweise eine Gruppenkabine und schließlich ein mit Cupboards bestückter Aufbau. „Dann halt ein LF 8“, dachte ich also. Allerdings schwante mir, dass alle bisher bekannten Feuerwehren (Farnheim, St. Joostersiel, Sandergast und Sande) kein solches Fahrzeug in ihren Reihen besitzen. Somit musste ich meinen „Feuerwehren im Farnheimer Umland“-Spickzettel bemühen. Und siehe, die noch ungenannte und folglich unbekannte Insel Hokkumeroog mit ihrer Löschgruppe im Ort Großedünen sollte tatsächlich ein solches Fahrzeug in der Garage stehen haben. Und so erhielt das Modell seine Legitimierung, Teil der Farnheim’schen Feuerwehrwelt zu werden. Zwar bietet die Wehr mit ihrem Erstling noch nicht allzu viel Substanz, aber der Anfang ist gemacht.