Feuer und Flamme – Die Serie

Webpisode 5: „Der Feuerdieb“

Seit Wochen hat es nun nicht mehr gebrannt. Die Jungs von der Wache Süd wissen schon bald nicht mehr wohin mit der ganzen, unfreiwillig neugewonnen „Freizeit“. Doch als es auf einmal wieder im Bezirk zu züngeln beginnt, da sind plötzlich alle Brandherde auf geheimnisvolle Weise verschwunden, ehe die Feuerwehr am Einsatzort eintrifft.

Fundstück der Woche: Feuerwehr-Oldtimer

Beim Besuch der einmal jährlich stattfindenden „Extraschicht“ (der langen Nacht der Industriekultur) fiel mir an einem der zahlreichen Veranstaltungsorte ein wunderbar restaurierter Feuerwehr-Oldtimer ins Auge. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges LF 16 der Berufsfeuerwehr Herne auf einem Magirus Deutz F 125 A Merkur „Rundhauber“. Der Tank im Aufbau fasst 800 Liter Löschwasser und die Pumpe leistet 1600 L/Min bei 8 bar. Es lief noch bis 1987 im Einsatzdienst, wenn auch in letzten Dienstjahren nur noch als Reservelöschfahrzeug.

Der Stadtfeuerwehrverband verfügt noch über drei weitere Fahrzeuge. Wobei der gewaltige RKW10 sicher das Highlight darstellt. Wer mehr Wissen möchte, folgt einfach dem Link.

TLF 16

In den 1970er- und 80er Jahren stellte die BF acht (1x 1977, 4x 1979, 3x 1982) solcher TLF 16 nach Hamburger Vorbild in Dienst. Die Fahrzeuge verfügen über einen komplett aus Aluminium gefertigten und mit Rolläden ausgestatteten Geräteaufbau samt 2.400-Liter-Löschwassertank, und einem 200 Liter fassenden Behälter für Mehrbereichsschaumbildner. Das 11-Tonnen-Fahrzeug ist mit Allradantrieb ausgestattet und als Besonderheit ist, wie beim Hamburger TLF, auf dem Kabinendach ein Werfer installiert, der durch eine Dachluke erreichbar ist.

Geschichtlich standen nach der Dienstzeit durchschnittlich etwa 59.000 gefahrene Kilometer auf der Uhr. Zwei der Fahrzeuge erlitten im Januar 1990 reparable Schäden durch herabfallende Ast- und Gebäudeteile bei Einsätzen während des Orkantiefs Daria. Ein Fahrzeug wurde während eines Brandeinsatzes im jahr 1993 durch Flammen beschädigt. Auch dieses TLF konnte nach einigen Karosseriearbeiten wieder flottgemacht werden. Nach ihrer Ausserdienststellung bis 1995 liefen die Löschfahrzeuge tw. noch bis etwa Mitte 2000 bei der freiwilligen Wehr.

Es gibt für dieses Moc tatsächlich gleich zwei Vorbilder. Zum einen das bereits oben erwähnte TLF 16 der Hamburger Feuerwehr, sowie in modellbauerischer Hinsicht ein Mercedes-Kurzhauber-Löschzug des AFOLs Wolfgang Köhler. Ich kombinierte beide schließlich zu meiner speziellen Farnheimer Version. Details gibt es bei der Beladung des Modells: neben einem Feuerlöscher zwei Schwerschaumrohren, Verkehrsleitkegel, Werkzeugkoffern und Strahlrohren verfügt dieses Fahrzeug auf über einen Löschwassertank samt heckseitig verbauter Feuerlöschkreiselpumpe.

Die damalige Lackervorschrift fand auch hierbei Berücksichtigung.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2x10er + 2x4er Platte)

TroLF 250

Von 1984-1989 besaß die Feuerwehr auch ein solches Unikat. In Eigenregie verpasste man dem Pickup einen Blechaufbau und installierte darin einen 250-kg-Pulvertank samt Schnellangriff. Dieses Fahrzeug gilt somit wohl als eines der ersten KEF (Kleineinsatzfahrzeuge) in der Geschichte. Doch dieser umgebaute Lieferwagen war zudem mit einer Doppelfunktion belegt: im Falle eines Großschadenfalls sollte die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsagen vor der drohenden Gefahr gewarnt werden. Die Lackierung fiel ebenfalls nach Frankfurter Vorbild (welches ursprünglich aus Dortmund stammte) aus. Vor dem Umbau lief das Fahrzeug überigens bereits sieben Jahre als LKW zur Abstreuung von Ölspuren.

Dieses Modell hat kein wirklich existentes Vorbild. Vielmehr wurde es mit seiner Farbgebung zu einem Teil der Oldtimer-Flotte. Um den Charakter eines Youngtimers zu wahren, verbaute ich runde Scheinwerfer und auch nur ein einzelnes Blaulicht auf dem Dach. Das Innere des Aufbaus besteht aus einem kleinen, runden Pulvertank, samt Bedieneinrichtung und einem verstaubaren Schnellangriffsschlauch.

Fahrgestellbasisplatte: 11 Noppen (4x10er PKW-Basisplatte + 1x4er Platte)

SW 2000-Tr.

Eine weitere spezielle „Fach“-Abteilung in den Reihen der Berufswehr in Farnheim ist die der Feuerwehrhistoriker. Sie besteht derzeit aus rund 45 Mitgliedern, von denen je ein Teil aus aktiven und pensionierten Wehrleuten besteht. Sie können dazu auf die komplette Infrastruktur der Zentralwerkstatt zurückgreifen. Der Verband der hat seit seiner Gründung 1995 bereits eine stattliche Anzahl historischer Feuerwehrfahrzeuge für die Nachwelt erhalten können. Man ist zudem in der glücklichen Lage, die Oldtimer (es sind derzeit 27 Fahrzeuge und 5 Anhänger) in einer eigenen Halle auf dem Gelände der Technik- und Umweltwache (FRW 4) unterzustellen.

Den Anfang historischer Fahrzeuge macht heute ein alter Schlauchwagen aus dem Jahr 1968. Aufgebaut ist der LKW auf einem 9-Tonnen-Straßenfahrgestell, bei dem das Dieselaggregat 110 PS leistet. Dieses Fahrzeug war eine speziell für die Feuerwehr entwickelte Kleinserie, die aus vier baugleichen Schlauchwagen bestand, aber nur dieser ließ sich für die Nachwelt erhalten. Zwei der übrigen drei SW 2000-Tr. wurden 1984 und 1986 außer Dienst gestellt und verkauft. Der dritte im Bunde verunfallte bereits 1973 bei einer Alarmfahrt und erlitt einen Totalschaden.

Bereits 1965 experimentierte man mit einer auffälligen Fahrzeuglackierung zur Steigerung der Aufmerksamkeit der übrigen Verkehrsteilnehmer. Nach Frankfurter Vorbild lackierte man sämtliche Karosserieteile entlang der Kotflügelhöhe, sowie das Dach weiß. PKWs erhielten zudem weiß abgesetzte Kotflügel. So entstand die „Farnheimer Bauchbinde“. Das Lackierschema hatte bis weit in die Achtziger Jahre bestand – bis es schließlich von den gelben reflektierenden Konturmarkierungen abgelöst wurde.

Zu Modell: Vorbild, bzw. Ideengeber für dieses Fahrzeug ist der alte Hamburger Schlauchwagen auf einem mittelschweren Mercedes Frontlenker LP 911 mit kubischer Kabine und Bachert-Aufbau. Da das Vorbild über keinerlei Jalousienverschlüsse im Geräteaufbau verfügt, verbaute auch ich der Epoche entsprechende Schwenktüren. Auch dieses Moc besitzt wieder eine feuerwehrtechnische Beladung. Besonderheit ist hier allerdings das Farbschema, dass das Fahrzeug in dem o. g. Lackierung zeigt.

Fahrgestellbasislänge: 10 Noppen (2x10er Platte)

Hubrettungslöschfahrzeug (HuLF)

Die Innenstadt Farnheims besteht aufgrund tw. alter Bausubstanz aus vielen engen Gassen mit einigen sehr engen Kurvenradien und tw. nur schlecht erreichbaren Innenhöfen. Aus diesem Zwecke testet die Berufsfeuerwehr derzeit ein kombiniertes Hubrettungslöschfahrzeug. Im Prinzip verbirgt sich dahinter eine typische DLA (K) 18/12 mit Can-Bus gesteuertem Leiterpark, einer 1+5-Mann Staffelkabine, einem eingebauten 800 Liter Löschwassertank, sowie einer Feuerlöschkreiselpumpe 8/8 (800 L Wasser/Min. bei 8 bar Druck) und einem 30 m Hochdruckschnellangriff. Da viele der Innenstadtgebäude nicht über eine Bauhöhe von 20 m hinausgehen, sollte hier die 20-m-Leiter des HuLF ausreichen.

Dieser neuartige Fahrzeugtyp sieht keine Ersatzbeschaffung für die bisherigen HLFs und Drehleiterfahrzeuge vor, sondern darüber hinaus eine Ergänzung, die in engen Einsatzgebieten durch seine vielseite Einsetzbarkeit und die verhältnismäßg gute Wendigkeit den entscheidenen Vorteil bringen soll.

Zu Erprobungszwecken stellte der Feuerlöschgerätehersteller „Brickfire“ dieses derzeit in Deutschland einmalige Fahrzeug der BF Farnheim zur Verfügung. Derweil ist es auf der FRW 2 in der Innenstadt stationiert. Die Testphase, die darüber Aufschluss geben soll, ob sich eine solche Anschaffung lohnt, läuft bereits seit Februar und noch bis Ende Juli.

Bislang rückte das Fahrzeug zu 46 Einsätzen im Innenstadtbereich und 17 Alarmierungen außerhalb seines Einsatzbezirkes aus. Bei allerdings erst 21 Einsätzen konnte das kurze und niedrigere Fahrzeug seine Stärken ausspielen. Ob das ausreichen wird, um eine solche 650.000 Euro teure Spezialfahrzeuganschaffung zu rechtfertigen, die, weil kein Norm-Fahrzeug, vom Bund auch nicht bezuschusst wird, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

Dieses Fahrzeug ist sicherlich ein Exot, aber dennoch hat Magirus in der Realität in ähnlicher Form den „Multistar“ entwickelt. Dies ist allerdings ein kombiniertes Hubrettungs- und Rüstfahrzeug, das ebenfalls nicht genormt ist, und ich mir als lockeres Vorbild für mein Fahrzeugkonzept heranzog. Es gibt zwar dennoch einige Drehleitern mit fest eingebautem Löschwassertank, diese Fahrzeuge sind allerdings auch größer als meines.

Optisch lehnt es sich an den bekannten Standardlöschfahrzeuge, wie z. B. HLF 20/16, GW-G, oder auch den RW 2 an. Eine großer Geräteraum dient als Aufnahme der FP 8/8 und etwas feuerlöschtechnische Gerätschaft. Der zusätzliche Leiterpark ist selbstverständlich voll funktionsfähig und auch Unterflur ausfahrbar. Die Stützen sorgen auch auf unebenem Gelände für eine horizontale Ausrichtung des Leiterparks.

Fahrgestellbasislänge: 14 Noppen (2x10er + 2x4er Platte)

Die Galerie musste aus Platzgründen entfallen.

Tag der Hilfsorganisationen

Einmal jährlich stellen sich die Träger des städtischen Rettungsdienstes bei einem eigens organisierten Tag der breiten Öffentlichkeit dar. Teilnehmer sind die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, die Malteser und die DLRG, sowie das THW. All diese Hilfsorganisationen präsentieren sich und ihre „alltäglichen“ Tätigkeiten und Einsatzspektren der jeweiligen Fachbereiche dabei vor.

Neben zahlreichen Fahrzeugen und Rettungsmitteln wird dem Besucher auch einiges an Programm geboten: das THW lädt zur Schiffstour auf der Ruhr, die Feuerwehr lässt löschen, oder benötigt Hilfe beim Getränkekästenstapeln, und das DRK und die JUH zeigen in einer großen Übung die Patientenversorgung bei einem evtl. MANV (Massenanfall an Verletzten). Highlight ist sicher aber der Einflug des Rettungshubschraubers Christoph 9 aus Duisburg, bei dem anschließend die Besatzung den interessierten Zuschauern Rede und Antwort steht. Leider dauert die lockere Gesprächsrunde kürzer als erhofft: schon nach knapp 40 Minuten wird er zu einem neuerlichen Notfall gerufen.

Einiges aus dem Fahrzeugpark der BF Hamburg

Während ich das vergangene Wochenende in der schönen Hansestadt verbrachte, erschienen auch einige Blaulichtfahrzeuge vor meiner Kameralinse. Bedingt durch die Tatsache, dass die Stadt Hamburg ihren 822. Hafengeburtstag beging, war auch entsprechend viel Personal der Feuerwehr auf dem Wasser oder an Land unterwegs. Einige der Impressionen möchte ich Euch nun in Wort und Bild vorstellen:

Weiterführende Links:

SW 2000 (KatS)

Der Zivilschutzverband Niedersachsen sieht u. a. die Bereitstellung einige Fahrzeugtypen speziell für den Brandschutz dar. Dazu wurden in der Vergangenheit vom Bund entsprechende Schlauchwagen geplant, gebaut und an die Wehren im Land verteilt. So verfügt der Stadtfeuerwehrverband Farnheim über vier solcher SW 2000-Tr. (Trupp), die als SW-KatS laufen und der freiwilligen Feuerwehr unterstellt sind.

Sie sind speziell für den Teil der Wasserförderung eingeteilt und ausgelegt. D. h., man setzt sie vorwiegend dort ein, wo Wasser über weite Strecken und schlecht zugängliche Wege transportiert werden muss. Die Berufsfeuerwehr alarmiert in solchen Fällen automatisch die freiwilligen Kräfte mit, damit ihre kompletten Schlauchkapazitäten alleinig für die unmittelbaren Löschmaßnahmen vor Ort zur Verfügung stehen.

Das Modell basiert in lockerer Weise auf den im realen Katastrophenschutz vorkommenen und in Dienst befindlichen SW 2000 auf überwiegend montiertem Iveco Eurofire-Fahrgestell. Ebenso wie sein Vorbild verfügt die Verkleinerung über einen großen, in der Fahrzeugmitte verbauten, Geräteraum, in dem u. a. die Tragkraftspritze (TS 16/8) untergebracht ist, und einen Pritsche/Plane-Laderaum für die 2.000 m B-Schlauch. Dieser fällt proportional gesehen allerdings zu kurz aus, was aber aufgrund der verbauten Teile nicht anders zu realisieren war. Natürlich bekam am Ende auch dieses MOC als Finish die gewohnte Konturmarkierung in gelb.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2×12 Platte)