Das große Aufräumen nach „Ela“

Tag 11 nach „Ela“. Wie berichtet sind seit der Unwetternacht von Pfingstmontag bis heute Feuerwehren aus ganz NRW im Ruhrgebiet, insbesondere in Essen und Mülheim im Einsatz, die Folgen des mächtigen Sturmtiefs zu beseitigen.

Ich konnte einen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Leverkusen in meinem Viertel eine Weile beobachten, und kam mit folgenden Fotos heim. Es wird übrigens hier der Baum gefällt, der in der Sturmnacht u. a. mehrere Autos zerstörte.

NACHTRAG 14.12.2014: Die erschütternde Bilanz des verheerenden Orkans sind in der Nachbetrachtung ein halbes Jahr später insgesamt 15 zum teils schwer verletzte Personen, etwa 20.000 umgestürzte Bäume, unzählige zerstörte Autos, abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller und Tiefgaragen. Alles in allen summiert sich der Schaden – alleine in Mülheim – auf 28 Millionen Euro. Das Gesamteinsatzaufkommen der Feuerwehr beläuft sich in jeden Tagen und Wochen nach dem Ereignis auf über 2.500 Einsätzen – ebenfalls alleine in Mülheim.

NACHTRAG 15.04.2019: Allein der Regierungsbezirk Detmold schickte 546 Helferinnen und Helfer mit insgesamt 119 Einsatzfahrzeugen nach Mülheim, die sich wie folgt aufteilten:

Bezirksbereitschaft 1 Bielefeld 118 Einsatzkräfte
25 Fahrzeuge
Bezirksbereitschaft 2 Kreis Minden-Lübbecke/
Kreis Herford
135 Einsatzkräfte
27 Fahrzeuge
Bezirksbereitschaft 3 Kreis Gütersloh/
Kreis Lippe
126 Einsatzkräfte
28 Fahrzeuge
Bezirksbereitschaft 4 Kreis Paderborn/
Kreis Höxter
167 Einsatzkräfte
39 Fahrzeuge

Schweres Unwetter über dem Ruhrgebiet

Das Unwetterereignis in NRW am späteren Abend des Pfingstmontags war zwar vorhergesagt, aber in seiner unglaublichen Wucht sicherlich unerwartet. Besonders Düsseldorf, Essen und den Mülheimer Nordosten traf es dabei am schlimmsten. Allein in Mülheim spricht man bei dem angerichteten Flurschaden von etwa 20.000 (!) beschädigten Bäumen. Natürlich ist diese Zahl nur eine Schätzung, denn gezählt hat dies noch keiner können.

Auch wenn ich selbst nicht direkt und unmittelbar vom heftigen Unwetter vom betroffen war und bin, möchte auch ich mich auf diesem Wege für die unentwegte und unermütliche Einsatzbereitschaft der Hilfsorganisationen bedanken. Sie wendeten während der ganzen Woche nach dem Sturm weiteren Schaden von den Bewohnern der Stadt ab, und sorg(t)en jeden Tag wieder für etwas mehr Normalität. All dies wäre in der kurzen Zeit nicht zu bewätigen gewesen, würde es das Ehrenamt nicht geben. Die Vielzahl der Helfer, die mit der Beseitigung der Sturmschäden betraut sind, taten dies freiwillig und opferten dafür ihre Freizeit – unentgeltlich!

Sowohl in den sozialen Netzwerken als auch in der Realität startete in der Folge aus der Bevölkerung eine wahre Welle der Dankbarkeit für die Helfer. So bedankten sich bislang hunderte Bürger für den engargierten Einsatz der Einsatzkräfte, oder unterstützten sie mit kurzerhand mit Kuchen-, Obst und Wasserspenden, oftmals auch spontan vor Ort.

Allein in der ersten Nacht wickelte die Mülheimer Wehr die ersten 95 sturmbedingten Einsätze ab. Bis zum darauffolgenden Donnerstag morgen, Stand 7 Uhr wurden daraus sage und schreibe über 1.200 (!), und rund weitere 400 Einsätze warten vermutlich noch bis zu Wochenende darauf endlich abgearbeitet zu werden. Diese Arbeit war allerdings nicht allein durch die Frauen und Männer der städischen Feuerwehr zu leisten. Neben dem THW, den Hilfsorganisationen, wie DRK, JUH und Malteser, wurden auch hunderte Einsatzkräfte der NRW-Einsatzbereitschaft 3 des RB Düsseldorf sowie im Wechsel der Einsatzbereitschaft des Regierungsbezirkes Detmold um Hilfe gebeten. Zudem halfen Kräfte aus Wuppertal, Solingen, Remscheid, Duisburg, Paderborn, Gütersloh und den Kreisen Lippe, Wesel und Kleve, die u. a. mit zahlreichen Drehleitern wieder für Ordnung und Sicherheit sorgten. Ingesamt waren in Spitzenzeiten über 700 Einsatzkräfte mit dem Beseitigen der Unwetterschäden betraut.

Dieses Einsatzaufkommen überstieg schon nach wenigen Tagen jenes nach dem Orkantief Kyrill im Januar 2007. Vermutlich ist dies, nach dem Hochwassereinsatz vor ziemlich genau einem Jahr entlang der Elbe und in Magdeburg, der längste Einsatz, den die Feuerwehr Mülheim nach dem Krieg zu absolvieren hatte.

Danke Euch!

Badeunfall in Brickstedt – Ein Einsatzbericht

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Die Ausstellung beim 3. Berliner Steinewahn wurde am Sonntag vormittag von einem Badeunfall überschattet. Als um etwa 11:02 Uhr der Notruf bei der Feuerwehr Brickstedt auflief, waren die eigenen Kräfte bereits bei zwei parallel verlaufenen Einsätzen gebunden, so dass umgehend bei der benachbarten Feuerwehr Farnheim um Unterstützung gebeten wurde. Im Rahmen der nachbarbaftlichen Hilfe setzte sich diese sogleich mit entsprechedem Personal und Technikapparaturen in Bewegung.

Vor Ort stellte sich die Situation wie folgt dar: ein Kanu war gekentert, während Sommerloch-Kaiman Sammy über die Hose des Paddlers herfiel. Zeitgleich machte sich der aus dem Wasserpark entkommende Hai Sharky hungrig über das Surfbrett eines weiteren Wassersportlers her.

Sofort wurden die beiden mitgeführten Rettungsboote der Feuerwehr zu Wasser zu gelassen, um den gefährdeten Minifigs zu Hilfe zu eilen. Während der Kanufahrer mit dem Rettungsboot an Ufer geholt wurde, konnte der Surfer mittels der Drehleiter aus seiner misslichen Lage befreit werden. Eine notärztliche Untersuchung, bzw. Versorgung der beiden Sportler war glücklicherweise nicht von Nöten. Jedoch saß Beiden der Schrecken noch längere Zeit in den Beinen. Die alarmierte Tierrettung der Feuerwehr konnte anschließend die beiden Wildtiere dem Wasserzoo, bzw. seinem Besitzer übergeben – nicht ohne mahnende Worte von den Beamten der Polizei und des Ordnungsamtes, ob der Sorgfallspflicht bei solchen Kreaturen. Somit ist die vorausgegangene latente Gefahr, die von diesen beiden Tieren ausging, endlich beseitigt. Die Brickstedter Bevölkerung dürfte über diese Nachricht erfreut aufatmen und wieder mit einen gutem Gefühl ihr geschätztes Naherholungsgebiet aufsuchen können.

Einsatzdauer: 90 Min.

Eingesetzte Personalstärke: 8 Mann

Eingesetzte Einheiten:
Einsatzleitwagen ELW 1-1 (Florian Farnheim 01-ELW-01)
Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16-1 (Florian Farnheim 02-FLF-2)
Bootswagen GW-Boot (Florian Farnheim 04-GWBoot-1)
Tauchwagen (GW-Taucher) (Florian Farnheim 04-GwTaucher-1)
DLK 23/12 (Florian Farnheim 03-DLK-1)
Rettungswagen (Florian Farnheim 01-RTW-6)
sowie das Rettungsboot RTB 1

Ein besonderer wie herzlicher Dank gebührt 1000steine-Mitglied brickstedt13 für die Möglichmachung des Szenarios auf seiner Anlage.

MoRaSt-Modul “Farnheim” auf dem SteineWAHN

Noch im vergangenen Herbst feierte mein MoRaSt-Modul auf der Bricking Bavaria seine Premiere. Beim 3. Berliner SteineWAHN kam es erneut zum Einsatz. Und mit wenigen Modifizierungen konnte ich auch mit Modulbetrieber Idefix (MBI) an der linken Seite andocken, während ich meine Gleisabschnitte auf der rechten Seite (natürlich vom Betrachter aus gesehen) schloss, so dass dann zwei Züge pausenlos ihre Runden ziehen konnten. Aber eine Ausstellung wäre keine richtige Ausstellung, wenn sich sich während ersten Stunden der Veranstaltung nicht mindestens einmal ein Zug dem Fußboden entgegengestürzt hätte. Insgesamt lief danach der Fahrbetrieb aber weitesgehend störungsfrei.

So präsentierte ich in der Hauptstadt ein leicht abgeändertes, aber in wesentlichen Bestandteilen bereits bekanntes Modul. Allerdings wuchs die Ausstellungsfläche für die Feuerwehrfahrzeuge um zwei 32er Bauplatten in der Länge.

Streckenplan_SW2014Für eine Vergrößerung auf die Grafik klicken

Der Vollständigkeit halber seien für statistische Zwecke im Anschluss dennoch die Längenmaße der Gleisabschnitte aufgelistet und zusammenaddiert.

– Größe: 280,5 x 102 cm, bzw. 11 x 4 Basisplatten à 32 x 32 Noppen
– Gleisstränge bestehend aus:
– 20 langen Gerade
– 22 kurzen Geraden
– 10 90-Grad-Kurven
– 4 45-Grad-Kurven
– 9 Stoppern
– 6 Weichen
– 2 Rampen mit je 2 Streckenelementen
– entspricht einer Gesamtlänge von 15,534 m

ELW

Die Einsatzleitung der Flughafenfeuerwehr organisiert seit kurzem das Einsatzgesehen mit und von diesem Fahrzeug aus. Eigens dazu beschaffte die Werkfeuerwehr ein entsprechend groß dimensioniertes Fahrzeug mit Allradantrieb. Es ersetzt die beiden in die Jahre gekommenen Vorgänger, die zusammen eine Kommunikations- und Befehlseinheit bildeten. Mittlerweile müssen, dank technischer Entwicklungen und geänderter Einsatzanforderungen, selbst für komplexe Einsatzszenarien keine zwei dieser großen Fahrzeuge mehr vorgehalten werden. Dieser Umstand reduziert in erster Linie den Kostenfaktor und den Personaleinsatz enorm.

Das Fahrzeug selbst ist mit sämtlichen Kommunationsmöglichkeiten, wie Digitalfunk und digitalen Kurzzeitdokumentationen sowie GSM ausgerüstet. Die benötigte Energie wird über einen externen Stromerzeuger eingespeist. Ein im Fahrzeug verbauter Akku gewährleistet auch bei plötzlich auftretendem Spannungsausfall über mehrere Stunden weiterhin für eine reibungslose Kommunikation. Ferner helfen den Einsatzkräften Lagekarten, Auflistungen über besondere Objekte, Gefahrgutdatenbanken bei der taktischen Analyse, und zwei fest installierte Funkplätze sorgen für einen reibungslosen Kommunikationsablauf während des kompletten Einsatzzeitraums.

Um die Modernisierung der Flughafenwehr weiter voranzubringen und, um einen hochmodernen ICAO-Löschzug präsentieren zu können, fiel die Entscheidung, das Führungsfahrzeug zu erneuern. Heutzutage sind ja allradbetriebene Transporter mit langem Radstand und Hochdach die gängige Basis für solche Fahrzeugtypen. So auch in meinem (Modell-)Falle.

Fahrgestellbasislänge: 11 Noppen (2x10er Platte + 1×2 auf 1×4 Bracket)

Schaumtankfahrzeug – STF 6000

In den Reihen der Werkfeuerwehr Jade Öl AG befindet sich seit kurzem dieses Schaumtankfahrzeug. Der Umstand, wie es zu diesem Fahrzeug letzlich kam, ist tragisch aber durchaus interessant. Der Aufbau samt Tank war vorher auf einem anderen, etwas älteren Fahrzeug montiert. Leider verunfallte dies jüngst auf einer Alarmfahrt zu einem Großbrand im Hafen mit dem Auftrag, den Kollegen der städtischen Feuerwehr Unterstützung zu leisten. Glücklicherweise verletzten sich die Einsatzkräfte nur leicht, allerdings erlitten dabei das Fahrerhaus sowie das Fahrgestell solch strukturelle Schäden, dass eigentlich ein neues Fahrzeug beschafft werden musste, was jedoch aus Kostengründen keine Option darstellte. Die Wahl fiel entweder auch ein Containerchassis für das Wechselladersystem oder die Ersatzbeschaffung eines gebrauchten LKW-Fahrgestells. Zufälligerweise konnte ein entsprechendes Fahrzeug schnell gefunden und kostengünstig finanziert werden. Sämtliche Umbauten, die Reparaturen am Aufbau und Tank, sowie die weitere Ausstattung übernahmen die Kollegen der Zentralwerkstätten der Berufsfeuerwehr Farnheim in Kooperation ihrer Kollegen der Raffineriefeuerwehr. Die wesentlichen feuerlöschtechnischen Merkmale sind ein 6.000 L fassender Schaummitteltank samt Zumischer. Da das Fahrzeug am Heck lediglich über Schaumentnahmemöglichkeiten, und damit die Einspeisung in das Löschnetz verfügt, dabei aber keine eigene Fahrzeugpumpe besitzt, versorgt es im Einsatzfall gleich mehrere Löschfahrzeuge, die damit in der Lage sind, einen großangelegten Schaumangriff vornehmen zu können.

Solch ein Modell ist für mich ein typischer Sonntagnachmittagsbau. Man beginnt ohne große Vorstellung irgendetwas zusammenzusetzen und lässt sich treiben. Die dabei entstehenden Ideen nehmen alsbald konkretere Formen an, und nach und nach entsteht ein vollkommen neues MOC. Während der Bauphase werden immer wieder Bereiche auseinander genommen und abgeändert, um sie zu optimieren und mit weiteren Details zu versehen. Man probiert dieses. Man probiert jenes. Und schließlich ist es vollbracht. Hierbei wollte ich mal eine neue Tankform ausprobieren. Was als Auflieger-Idee begann entpuppte sich schließlich als diese vorgestellte Variante. Auch hierbei versuchte ich wieder eine Vielzahl an Details am Modell unterzubringen, seien es die seitlichen Markierungsbeleuchtungen, die auf dem Aufbaudach montierten Schläuche, das Schwerschaumrohr, der Antriebstrang, oder einfach das Farbkonzept der Werkfeuerwehr.

Fahrgestellbasislänge: 12 Noppen (2x10er + 2x2er Platte)

 

Zugkombinationen – Teil 3

In dieser kleinen Serie möchte ich auch solche Kombinationen vorstellen, die nicht Teil der städtischen Feuerwehr sind. In diesem Falle ist es die erste von zwei Löschzugzusammenstellungen der Flughafenfeuerwehr. Der ICAO-Löschzug (intern Löschzug 2) ist immer dann der erste Abmarsch, wenn sich ein Problem bei einer Maschine im Landeanflug oder auf dem Flugfeld abzeichnet. Gleichfalls rückt dieser auch zu Alarmierungen rund um das Flughafengelände aus, desweiteren kann er in speziellen Fällen auch zu Unterstützungseinsätzen der Berufsfeuerwehr herangezogen werden. Dabei muss es sich nicht immer nur um Flugnotfälle handeln.

Im Gegensatz dazu rückt die Berufsfeuerwehr bei gemeldeten Flugnotfällen technischer Art (z. B. Rauch in der Kabine, Triebwerksschaden, etc.) mit einem Löschzug aus den beiden umliegenden Wachen in Beklum und Farmsen aus, um auf den Flughafenvorfeld in Bereitstellung zu gehen. Gleichzeitig wird der Fachgruppe MANV alarmiert). Ein ähnliches Konzept der Zusammenarbeit zur Schadenabwehr verfolgen seit einigen Jahren die Flughafen- und die Berufsfeuerwehr Hamburg.

Dieser ICAO-Löschzug setzt sich aus dem Führungsfahrzeug, dem HTLF 30/50-5, drei GFLF 100/125-15 + 500P und dem Rettungstreppenfahrzeug, sowie einem Rettungswagen zusammen. Dieser Rettungswagen dient in erster Linie, wie es auch bei den städtischen Zugkombinationen der Fall ist, dem personellen Eigenschutz. In den Löschfahrzeugen stehen im Einsatzfall, bei dem binnen 2 Minuten jeder Punkt auf dem Flughafengelände erreicht werden muss, insgesamt 42.500 L Wasser, 5.000 L Schaummittel und 1.500 kg Löschpulver für einen Erstangriff zur Verfügung. Diese Mittel erfüllen somit die Anforderungen der höchsten ICAO-Brandschutzkategorie 10.

Nebenbei noch der Link vom selbigen Löschzug anno 2009.

RTF – Rettungstreppenfahrzeug

Im Zuge der umfangreichen Modernisierung der Fahrzeugflotte der Flughafenfeuerwehr beschaffte die Werkfeuerwehr jüngst ein neues Spezialfahrzeug. Als Ersatz für das alte Rettungstreppenfahrzeug, stellte die Abteilung Technik einen hochmodernen Nachfolger in Dienst, der auch den neuen Einsatzanforderungen augenblicklicher Großraumjets mehr als gerecht wird. Als logische Konsequenz wuchs somit auch das Fahrzeug in der Größe. Ebenso vergrößerte sich der Löschwassertank für den Erstangriff auf 1.000 L, und der für Schaummittel auf 100 L. Die fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe liefert 2.000 L/Min. bei 8 bar. Geräte zur technischen Hilfeleistung, sowie Co2-Löscher runden die Beladung ab.

Lange Zeit schon beschäftigte ich mich mit dem Gedanken, das alte Modell gegen ein neues auszutauschen. Bei dem Nachfolger sollte vor allem die Treppe nun wesentlich filigraner ausfallen, wenn möglich verkleidet sein und darüber hinaus auch über sämtliche beweglichen Merkmale des Originals verfügen. Bei einer Baubreite von nur vier Noppen eine echte Herausforderung. Und so kam es, dass das Treppesegment insgesamt dann auch etwas breiter ausfiel. Aber dadurch ließen sich alle weiteren, und daran anschließenden Bewegungsfunktionen und -abläufe realisieren. Und so sind nun die vorderen Plattformen vorbildgerecht nach vorne fahrbar, die Treppe aufrichtfähig und die hintere Bordwand nach unten schwenkbar. Zudem erhielt das Fahrzeug Geräteräume, einen Generator, eine entsprechende Verkabelung und sonstige, dem Fahrzeugtyp entsprechende Accessoires. Schlussendlich sollte sich auch hier die optische Vereinfachung des Fahrzeugparks bemerkbar machen, indem das Modell über ein „Gesicht“ verfügt, dass als mittelschwere bzw. schwere Klasse meiner Modell-LKWs nun hinlänglich bekannt sein dürfte.

Fahrgestellbasislänge:  15 Noppen (1 x 2 auf 1 x 4 Bracket, 2 x 12er Platte + 2 x 2er Platte)

# 6480 – Hook And Ladder Truck (1986)

Parallel zum „Mobile Police Truck“ erschien mit diesem Bausatz 1986 ein weiteres sog. „Light & Sound“-Set. Denn auch dieses wies die typischen Bauteile der Elektrifizierung auf. Da TLC 1986 noch nicht vorsah den Batteriekasten auch in anderen Farben herzustellen (Rot bspw. folgte erst mit dem „Airport Shuttle“ 1990), musste aus der Not eine Tugend gemacht werden: ein großer schwarzer Aufkleber mit einem Feuerwehrsymbol mit gekreuzten Äxten, Flammen und Helm hinterließ – sorgsam montiert – einen umlaufend gleichmäßig weißen Rahmen um den Sticker, was durchaus als ein Gestaltungselement gewerten werden konnte und noch immer kann.

Um dem Modell darüber hinaus auch einen gewissen Spielwert mitzugeben, wurde um den wuchtigen Batteriekasten allerlei Zubehör drappiert und eine heckseitige Schnellangriffsvorrichtung verbaut und obenauf eine drehbare, zweiteilige Leiter angeflanscht. Somit wirkt das Fahrzeug eher wie ein Zwitter: halb Tanklöschfahrzeug, halb Drehleiter. Aber den Realismus erkaufte man sich bei den Sets von jeher in eher homöopathischen Dosen. Den Kinder schien es egal. Dass dieses Fahrzeug als „Mädchen für Alles“ gilt, zeigt der obendrein mitgeführte Anhänger, der mitsamt zusammenbaubauer Feuerlöscher (soviel zum Thema Realismus) und einiger Saugschläuche ein Pumpenaggregat mitführt. Das generelle Fahrzeugdesign, allen voran das Fahrerhaus, passt zu den übrigen Modellen jener Zeit. Die Lampensteinen-Scheinwerfer samt Leiter als wuchtiger Kühlergrill machen im Wesentlichen das typische Gesicht jener Fahrzeug-Ära aus. Apropos Beleuchtung. Immerhin verfügt dieses Zugfahrzeug mal über einen Satz Rückleuchten, jedoch bleibt der Anhänger im Dunkeln verborgen.

Dankeswerter Weise ist auch dieser Bausatz gut erhalten. Vor allem aber ist auch hier die Elektrik in vollem Umfang funktionstüchtig, und auch der Aufkleber weist nach all der Zeit keinerlei Gebrauchserscheinungen auf. Einmal mehr ein Indiz dafür, dass die Qualität der frühen Siebdruckaufkleber ganz hervorragend war. Mal schauen, ob heutige Aufkleber dies in einem Vierteljahrhundert auch von sich behaupten können.

Wer sich jetzt fragt, an welches Fahrzeug dieses Ungetüm erinnert, sei verdeutlicht, dass die Entwickler wohl maßgeblich hieran dachten:

Typische Fahrzeugfront mit Leiter als Kühlergrill

Typische Fahrzeugfront mit Leiter als Kühlergrill

Wer’s nicht mehr weiß: zu finden in der Allerersten der roten Feuerwachen: #6382 von 1982

Jahr: 1986
Teile: 118
Minifig: 1

Wider dem Purismus

Es gleicht beinahe einer Glaubensfrage, in wie weit man bei seinen MOCs gehen darf oder soll. Ich rede vom kustomizieren, vom modifizieren, schlicht vom pimpen. Puristen schwören ja auf das, was das dänische Unternehmen im Portfolio hat. Alles andere gehört nicht in die Sammlung. Andere hingegen modifizieren ihre Modelle, indem sie ihnen einige Fremdteile als punktuelle Aufhübscher gönnen. Und dann gibt es noch die, die neben unternehmensfremden Bauteilen ihre MOCs mittels Farbe und Werkzeug, ich will mal sagen, optimieren. Ich selbst würde sicher niemals so weit gehen, meine Steine zu bemalen oder zu zersägen. Insofern denke ich, bin ich eher den Puristen zugetan (obwohl ich mir selbst diese Frage noch nie selbst stellte), jedoch bin ich aber auch einigen Fremdteilen nicht gänzlich abgeneigt. Der Einsatz dieser is, meines Erachtens, auch nur dann gerechtfertigt, wenn sie der Sache dienlich sind.

Auf unserem letzten Stammtisch erwähnte ich beläufig, dass ich in Erwägung zöge, meinen Modellen echte Konturmarkierungen in Form von reflektierenden Aufklebern zu spendieren. Das hatte einen mittelschweren Aufschrei zufolge. Dennoch ließ ich mich aber von den Äußerungen nicht abschrecken, denn wollte mir die Idee mit den retroreklektierenden Folien einfach nicht aus dem Kopf gehen. Nachdem ich mir kürzlich ein paar kleine Folienstücke erwarb, probierte ich es sogleich testweise an zwei Modellen aus. Ergebnis? Tja, was soll ich sagen? Der Effekt ist – wie eigentlich zu erwarten war – sprichwörtlich sehenswert. Der Vorteil der Folie ist, neben der Wiederablösbarkeit, dass ihr Farbton annähernd dem Gelbton der Steine entspricht, und sich bei Tageslicht weitestgehend unsichtbar verhält. Während sie aber im angeblitzten Zustand, oder bei Licht im Rücken des Betrachters ihren ganzen Reiz entfaltet. Allen, die sich am Stammtischaufschrei seinerzeit beteiligten, oder sich nun daran beteiligen möchsten, sei gesagt, dass ich lediglich die gelben Steine mit der Folie beklebe, d. h. sämtliche baulichen Gegebenheiten der Modelle bleiben nach wie vor bestehen.

Und damit man mal sieht, wovon ich die ganze Zeit spreche, ein paar Fotos zur optischen Verdeutlichung. Macht Euch selbst ein Bild:

Gleichzeitig beginnt jetzt eine Langzeitstudie, inwiefern sich der Folienkleber mit dem ABS-Kunststoff verträgt.