FLB 1 „OBrD Lübben“ (Feuerlöschboot) – Modernisierung

Als die Feuerwehr Farnheim 1994 das Feuerlöschboot „Oberbranddirektor Lübben“ in Dienst stellte, war es das modernste und größte Boot seiner Art in Europa. Die knapp 30 vergangenen Dienstjahre im Wasser gingen allerdings nicht spurlos an der „OBrD Lübben“ vorüber. Es herrschte also akuter Handlungsbedarf.

Da mittlerweile die Stadtkassen nicht mehr so üppig gefüllt sind wie damals, hatte man sich frühzeitig mit sämtlichen Verantwortlichen zusammengesetzt und verschiedenste Möglichkeiten für das größte und wichtigste Löschboot in Farnheim, die „Oberbranddirektor Lübben“, erörtert. Man entschied sich letztlich für eine umfassende Modernisierung und gegen einen Neubau, weil diese von den Stadtkämmerern und Wirtschaftsprüfern als die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung erachtet wurde. So verbrachte das Löschboot die letzten rund 15 Monate in den NOVIS Schiffswerften in Farnheim und zuletzt bei Lütjens & Heyn am Ausrüstungskai.

Die Modernisierung umfasst den Um- und Einbau modernster Navigations- und Kommunikationstechnik. Auch wurde der komplette Antrieb (Motoren, Wellen, Schrauben) generalüberholt. Die größte Herausforderung war allerdings das Einsetzen einer neuen rund 9 Meter langen Rumpfsektion. Damit konnte der nutzbare Raum an und unter Deck erheblich vergrößert werden. Das bedeutete aber auch, dass die Antriebswellen, Kabelstränge und sonstige Zuleitungen für Löschmittel, Hydraulik etc. erneuert, verlängert bzw. umgelegt werden mussten. Auch die Ballast-, Löschmittel- und Dieseltanks waren von der Verlängerung betroffen. Der so gewonnene Platz konnte allerdings für neue Decksaufbauten genutzt werden. Zum Beispiel wurde ein Behandlungsraum eingerichtet, der auf notfallmedizinische Fälle ausgerichtet ist. Ferner konnte die komplette feuerwehrtechnische Beladung eines HLFs nach DIN in einem weiteren Lagerraum verstaut werden. Auf dem Achterdeck war nun Platz für ein Beiboot und einen 2-Tonnen-Hebekran. Zudem wurden auch die löschtechnischen Einrichtungen leistungsgesteigert modernisiert. Vier Feuerlöschpumpen stellen insgesamt bis zu 120.000 L Wasser/Minute zur Verfügung. Die Wurfweiten betragen, je nach Monitor-Typ, rund 120 oder 150 Meter. Natürlich sind sämtliche Löscheinrichtungen seewasserfähig. Der eingebaute Schaummitteltank fasst nun mit 15.000 L ein Drittel mehr.

Bereits Ende April dieses Jahres wurde das Löschboot wieder der Farnheim Port Authority (FHPA) übergeben und folglich in den Einsatzdienst gestellt. Ihre erste Bewährungsprobe hatte die „OBrD Lübben“ schon im Juni, als auf einem Containerschiff ein Feuer ausbrach.

In der Motivationsphase als ich „Jade“, „Stadtbrandmeister Vincke“ und ein Lotsenboot (das folgt mal zu einem späteren Zeitpunkt) baute – angefixt durch den sensationellen Youtube-Kanal „HamburgHafenLive“ – überarbeitete ich auch meinen Erstling, das große Löschboot. Eigentlich ist es viel mehr als eine bloße Überarbeitung geworden, denn es sollte gleichzeitig mehr „Branddirektor Westphal“-Vibes bekommen, und das ging nur mit der bereits oben beschriebenen Rumpfverlängerung. Die Decksaufbauten, die im vorderen Bereich sechs Noppen breit sind verjüngen sich, bedingt durch die seitlichen Monitortürme, nach hinten hin auf vier Noppen. Damit verbleibt am Engpass der Turmaufbauten eine Noppe für den Durchgang an Deck. Die Deckaufbauten sind eigentlich eine vollständige Neukonstruktion. Brücke, der Platz für die Monitorsteuerung sowie der Schornstein entstanden neu. Dabei musste auch die angesprochene Verjüngung der Decksaufbauten berücksichtigt werden. Dies gelang durch die Verwendung von Eingangstüren, da sie im geschlossenen Zustand einen passenden, diagonalen Übergang von 6 auf 4 Steinebreiten schaffen.

Das abschließende Finishing ergänzt das fertige Modell um etwas „Gebreeble“ wie Antennen, Radare, Scheinwerfer, Positionslichter, Typhon etc.

HLF 20/16 der FF Sande

Manch einem mag dieses Fahrzeug durchaus bekannt vorkommen. Zurecht, denn es war in seinem ersten Leben bei der Feuerwehr Farnheim in größerer Stückzahl im Einsatz. Nach Außerdienststellung und einer umfassenden Aufbereitung interessierten sich die Kollegen aus Sande für das Fahrzeug. Seit dem vergangenen Jahr steht es schließlich als neue Verstärkung zur Verfügung. Er kam Mitte 2024 als Austausch für ein altes LF 16/12 aus dem Jahr 1995 auf die Insel.

Klamme Inselkassen greifen gerne mal auf nachbarschaftliche Angebote zurück. Anstelle ein neues Auto zu planen, auszuschreiben und teuer bauen zu lassen, kauft man bewährte und vertraute Technik. So ist dieses Modell auch nur ein „umlackiertes“ Farnheimer Löschfahrzeug. Dies ist allerdings schon die größte optische Veränderung. Selbst die Beladung blieb identisch. Unterm Plaste-Blech habe ich allerdings etwas zusätzliches Baumaterial in die Stabilität des Ganzen investiert, damit es fortan auf der Insel zuverlässig seinen Dienst versehen kann.

FLB 3 „Florian Jade“

Seit Neuestem ergänzt die Flotte der Feuerlöschboote ein weiteres Gefährt. Das neue Feuerlöschboot 3 wurde jüngst auf den Namen „Florian Jade“ getauft und, wenn die Ausbildung der neuen Besatzungen abgeschlossen ist, in den Einsatzdienst gestellt.

Das neue Boot ist wesentlich kleiner als seine Geschwister, dafür aber erheblich wendiger und schneller unterwegs. Zu den Haupteinsatzgebieten zählen vor allem die weitläufigen Binnengewässer, Kanäle und schiffbaren Seen, die die Stadt durchziehen, für die die anderen Boote zu groß sind.

Trotz ihrer kleinen Bauart sind auf der „Florian Jade“ wirkungsvolle Feuerlöscheinrichtungen für die Brandbekämpfung verbaut. Unter anderem eine leistungsfähige Kreiselpumpe, die 5.000 L/Min. fördert und auch zur Einspeisung in das an Land befindliche Löschwassernetz an Einsatzstellen in Ufernähe genutzt werden kann. Darüber hinaus ist am Heck ein kombinierter Schaum-Wasserwerfer installiert, der 2.400 L/Min. abgeben kann. Im Rumpf des Schiffes befindet sich außerdem ein 200 L Schaummitteltank.

Der Bootsantrieb leistet 2 x 405 kW (insg. 1.100 PS) und macht es im Ernstfall bis zu 24 Knoten (ca. 44 km/h) schnell. Durch einen verstärkten Bug lässt sich die „Florian Jade“ im Winter auf den Nebengewässern auch als Eisbrecher einsetzen. Als Hauptliegeplatz des neuen Bootes ist der Beevekai der Feuerwehr- und Rettungsassistentenschule im Stadtteil Hude vorgesehen. Die Besatzung besteht aus 3 Feuerwehrbediensteten.

Animiert durch den sehenswerten Youtube-Kanal „HHL – HamburgHafenLive“ habe ich die Steine mal für ein neues Boot in die Hand genommen. Inspiriert durch die Lotsenboote, die unterwegs zu den großen Ozeanriesen sind, um diese sicher über die Elbe zu navigieren, entstand ursprünglich ein Nachbau eines dieser Lotsenboote. Allerdings brachte mich die Farbgestaltung meines Nachbaus schnell zurück auf mein eigentliches Kernthema. Und so wurde mit einigen, kleinen Umbauten daraus dieses neue Feuerlöschboot. Neben dem Löschboot „Oberbranddirektor Lübben“ und der Löschfähre „Branddirektor Schorpens“ das dritte im Bunde.

Das Grundgerüst für den Rumpf stellen sog. Technic-Bricks in der Dimension 8×6. Das vordere Rumpfende ist, wie man sicherlich erkennen kann, gesnottet, und dank verschiedener sog. „curved Slopes“ ließ es sich einigermaßen spitz zulaufend gestalten und der Rest fachgerecht verfliesen. Gewohnt detailreich fielen die Deckaufbauten aus. Neben Haltegriffen und Gittern entlang des Decks, befindet sich am Bug zusätzlich eine kleine Plattform, um Umstiege auf andere Schiffe oder höhergelegene Stege zu erleichtern. Am Heck erkennt man seitlich die Anschlussmöglichkeiten für die Einspeisung in ufernahe Löschinfrastruktur. Der Werfer am Heck ist im Fahrmodus zusammengeklappt, sodass etwas mehr Bewegungsraum Achtern entsteht. Details, wie eine zweifellos zuordnungsfähige Beklebung und allerlei Funk, Sonar und Radarantennen und entsprechend (und hoffentlich realistisch dargestellte) Schiffsbefeuerung sorgen schließlich für das Finish.

SW 2000 Tr. (Schlauchwagen)

Schlauchwagen haben bei der Feuerwehr eine lange Tradition. Sie gelten als wichtiges Unterstützungsfahrzeug in der Brandbekämpfung. Überall dort, wo bspw. Löschwasser über lange Wegstrecken gefördert werden muss, oder, wenn das in herkömmlichen Löschfahrzeugen mitgeführte Schlauchmaterial nicht ausreicht (z.B. bei Großbränden), kommen solche Fahrzeuge zum Einsatz. Sie haben dazu vornehmlich allerlei Schlauchmaterial an Bord. Genauer gesagt insgesamt 2.000 m B-Schläuche, wovon 600 Meter in sog. Buchten im Fahrzeugheck vorgekuppelt lagern, die auch während einer Schrittfahrt verlegt werden können.

Zudem finden sich auf dem Fahrzeug weiteres Schlauchmaterial mit kleineren Durchmessern, zahlreiche wasserfördernde Armaturen, wie Verteiler, Stand- und Strahlrohre, eine Tragkragspritze 8/8 zur Förderung des Löschwassers sowie Schaummittel, Kupplungen etc. Bewegt und bedient wird dieses Fahrzeug von einem selbsttätigen Trupp (1/2). Daher deutet auch das hintere Buchstabenkürzel hin. Es gibt sie auch mit einer Staffelkabine in der Besetzung 1/5.

Kommen wir zur Feuerwehr Farnheim: die beschaffte 1978 zwei baugleiche SW 2000 Tr., wovon einer noch heute – nach über 45 Jahren – im Arbeitsdienst steht. Er trägt bis heute sogar das alte Farbschema mit weiß abgesetzten Fahrzeugecken. Nach zahlreich erfolgten Umsetzungen in seinem Arbeitsleben zu anderen Standorten innerhalb des Stadtgebietes ist er nun seit einigen Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Jadergroden im Südwesten der Stadt unterstellt, und hier wird er auch bleiben, denn seine Ausmusterung soll in Kürze erfolgen.

Dass eine solche Geschichte durchaus wahrheitsgetreu ist, zeigt ein Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr Bremerhaven-Lehe; tatsächlich ohne, dass meine davon inspiriert wurde. Scheinbar ist das Fahrzeug dort noch immer im Dienst, denn er wird auf der Seite der Stadtverwaltung Bremerhaven nach wie vor geführt.

Ehrlicherweise gehört ein solches Standardfahrzeug nicht wirklich zu den Fahrzeugentypen, die es für die Nachwelt zu erhalten gilt, aber dennoch war und ist er nach wie vor eine wichtige Unterstützung im Kampf gegen das Feuer. Ich wählte mir diese Art Fahrzeug aus, um dem alten Kurzhauber-WLF auch die Version mit kürzerer Haube zur Seite zu stellen. Denn das Vorbild war ein weit verbreitete Fahrzeugbasis in den 1960ern bis in die 1990er Jahre hinein – nicht zuletzt bei vielen freiwilligen Wehren im Land.

Der Aufbau ist erneut aus einer gestürzt angeordneten Cupbard-Basis entstanden. Die Dachbeladung besteht aus einer Schlauchbrücke (die rot-weißen Rohre), Reserverad, Schlauchbrücken und einer Steckleiter. Das Heck wurde angesnottet, will heißen, das dortige Gerätefach lässt sich nicht öffnen. Zudem bekamen die hinteren Fahrzeugecken rot-weiße Diagonalstreifen aus Selbstklebefolie, wie es für die Zeit vielerorts üblich war. Die Kabine ist nahezu kompletter Nachbau der WLF-Kabine, jedoch war die Verkürzung etwas kniffelig. Tatsächlich ist es augenblicklich nicht möglich die Autotüren auf einer Noppe zu fixieren.

Der Fotovergleich mit dem Wechsellader auf den letzten beiden Bildern zeigt übrigens den optischen Unterschied zwischen den beiden Haubenlängen.

VW Bus T1: Historisches Werbefahrzeug im Feuerwehrlook

Was in 1950er Jahren schon einmal Aufmerksamkeit auf sich zog, funktioniert über siebzig Jahre später wieder oder immer noch. Die Rede ist von einem Kleintransporter, der auf seiner Ladefläche modellene Exponate zur Schau trägt. Das neue Feuerwehrmuseum in Farnheim nämlich fährt nun auch mit einem solchen zeitgenössischen Fahrzeug durch die Stadt und das Jaderland, um für die Sache zu werben. Mit diesem sympathischen Werbefahrzeug will man die Öffentlichkeit für das eigene Museum begeistern. Dazu restaurierte und rekonstruierte man in den eigenen Werkstätten ein altes Werbefahrzeug aus den 1960er Jahren und versah es mit dem damaligen Fahrschema der Feuerwehr. Die Pritsche des historischen Lieferwagens ist mit einer großen und lichtdurchfluteten Plexiglashaube verkleidet, um einen guten Blick auf die verkleinerten Ausstellungsexponate zu geben. Man beabsichtigt in den Sommerhalbjahren sich damit auf den zahlreichen Oldtimertreffen, Dorf-, Stadt- und Straßenfesten zu zeigen.

In Wirklichkeit befuhr das Bausparunternehmen Schwäbisch Hall der Volks- und Raiffeisenbanken mit 15 solcher Fahrzeugen bereits ab 1959 Straßen und Wege in und um die gleichnamige Stadt und warb so fürs Bausparen. Dereinst aufgebaut auf einem VW Bus T1 mit Pritsche waren unter einer riesigen, gewölbten Plexihaube eine Neubausiedlung im Modell zu bestaunen. Aufgrund seiner verglasten Beschaffenheit wurde er im Volksmund schon bald gern als „Schneewittchensarg“ bezeichnet. Einer von ihnen wurde nach 55 Jahren zufällig aufgespürt und konnte mit viel Aufwand aus einem Waldboden in Oberbayern gezogen werden. Er war 1962 verunfallt, an Ort und Stelle ausgeschlachtet und dort vergraben worden.

2011 gab das Bausparunternehmen zum 80jährigen Firmenjubiläum einen Nachbau bei Fa. Meyer- Autodienst in Auftrag. Durch den Anklang, den das Fahrzeug fand, wurde schließlich ein weiterer Nachbau beauftragt. Soviel zur Geschichte.

Bei mir löste eine Unterhaltung auf unserem vergangenen Stammtisch im September über historische Fahrzeuge und im Verlauf über eben jenen VW Bus, den ich bis dato noch gar nicht kannte, den Wunsch zu einem konkreten Nachbau im Feuerwehrlook aus. Am nächsten Tag nahm ich das kleine Projekt in Angriff. Heraus kam ein nicht skalvisch an das Original gehaltener Nachbau, dem ich bewusst einige modellbauerische Freiheiten gönnte, denn er sollte zu der bereits vorgestellten historischen DL 17 passen.

Vielen Dank an Nicole und Andreas für die Inspiration!

Neue Einsatzleitwagen der Branddirektion Farnheim

Die Feuerwehr Farnheim hat nun eine neue Generation Einsatzleitwagen vorgestellt. Die Beschaffungsmaßnahme umfasst insgesamt 10 Fahrzeuge. Der neue ELW verfügt durch einen größeren Radstand und ein Hochdach und somit über ein geräumigeres Inneres als sein Vorgänger. Das Fahrzeug verfügt außerdem über Allradantrieb. Gerade im Winter oder auf schlecht passierbaren Straßen und Wegen ein deutliches Plus an Fahrsicherheit. Ein fest eingerichteter Funkplatz sorgt für eine reibungslose Kommunikation zwischen der Einsatzstelle und der Abschnittsleitung sowie der Feuerwehrleitstelle. Er führt künftig auf allen Wachen die verschiedenen Zugverbände an. Natürlich bekam auch er die neue und wesentlich auffälligere Folierung.

Nach knapp 12 Jahren musste also Ersatz her. Tasächlich baute ich bereits 2012 das erste Führungsfahrzeug der bis dato aktuellsten Fassung aus LEGO®. Ein Facelift erfolgte in 2017. In Wirklichkeit sind diese 12 Jahre durchaus auch ein realistischer Wirkungszeitraum für eine solche Fahrzeuggeneration bei einer echten Feuerwehr. Dass nun die alten ELWs im Modell ähnlich lange durchhielten ist mehr als Zufall, denn ich tausche zumeist in deutlichen kürzeren Intervallen Altfahrzeuge gegen neue Modelle aus.

Da alle Fahrzeuge wachsen, tun sie es auch in meiner Modellfeuerwehr. In diesem Fall steckte sich der neue ELW in Länge und Höhe. Zwar griff ich erneut auf mein beliebtes Kleintransporter-Gerüst in der traditionellen 4er Breite zurück, jedoch sollte der alte Kleinbus ein mittlerweile viel zu klein geratenes Inneres aufweisen. Statt eines tragbaren Funkgerätes und eines kleinen Besprechungstisches ist nun ein festeingebauter, computergestützter Funkplatz enthalten.

Die letzten drei Fotos zeigen den neuen ELW der Berufsfeuerwehr mit seinem Schwestermodell der Werkfeuerwehr Jade Öl AG. In enger Kooperation mit der städtischen Wehr entstand der Einsatzleitwagen für die Raffineriefeuerwehr. Dazu an anderer Stelle zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Der KA 550 RL von Körsch-Atlas: Ein leistungsstarker Radlader für die Feuerwehr

Aufgrund zahlreicher größerer Brandereignisse in der Vergangenheit, bei denen das Brandgut zur Ablöschung mithilfe von externen Dienstleistern immer wieder aufwendig auseinander gezogen werden musste, beschaffte man 2021 schließlich einen eigenen Radlader. Der im darauffolgenden Jahr in Dienst gestellte KA 550 RL von Körsch-Atlas bringt insgesamt ein Einsatzgewicht von 13 Tonnen auf die Waage. Die Schaufel des Radladers fasst rund 2 qm. Verlastet ist er für den Transport auf einem Niederflurauflieger von Eggermann – und der wird gezogen von einem Rüstwagen.

Zwischen zwei Ausstellungsveranstaltungen mit einem Abstand von zwei Wochen entstand währenddessen sukzessive das Modell zur vorangegangenen kurzen Geschichte. Mit der Idee der Feuerwehr Farnheim einen im Volksmund „Bagger“ genannten Radlader an die Seite zu stellen, konnte ich mich recht schnell anfreunden, allerdings kannte ich mich bis dato mit solchen Baufahrzeugen überhaupt nicht aus. Ich hatte zwar eine grobe visuelle Vorstellung von dem Endergebnis im Kopf, jedoch nicht von den Details, die für ein glaubhaftes Endergebnis insbesonde an und um die Schaufel herum sorgen würden. So zog ich das Internetz zurate. Und siehe da, der Bau nahm vom Heck beginnend erste Formen an. Dann aber hatte ich leider nicht die ursprünglich angedachte Kabinenscheibe vorrätig, sodass ich mich mit einer klssischen 4-Noppen-breiten Windschutzscheibe arrangieren musste. Die an meinem Modell angebrachte Schaufel aus der City-Sparte verfügt lediglich über eine zentrierte Befestigungsmöglichkeit, nicht aber für weitere, vorbildgereche Hydraulik-Hebe-/Senkfunktion links und rechts daneben. Da schielt man schon mal neidisch zu den Technicern. Aber die sind allesamt viel zu groß. Somit ist sind die Hydraulikelemente an meinem Modell auch nur so als ob und nicht mit der Schaufel verbunden. Daher erfüllen sie lediglich dekorative Zwecke.

Was mich allerdings an meinem fertigen Modell tatsächlich am allermeisten stört ist, dass es keine vorderen Schmutzfänger trägt. Die waren mir leider nicht möglich zwischen der Vorderachse und dem Knickgelenk unterhalb der Kabine zu installieren, sodass sich der Radlader auch noch mit ausreichendem Lenkeinschlag bewegen ließ. Aber was nicht ist, kann ja bei einem zukünftigen Upgrade noch werden.

WLF (Wechselladerfahrzeug)

Das zweite WLF, das ebenso extra für das Modulsystem „Trinkwassernotversorgung“ beschafft wurde, hat bei der Pressevorstellung seinem nicht wesentlich kleineren Bruder beinahe die Show gestohlen. Die Rede ist von dem Falcon Weightsta R520.44 10×4 ZL (Hinterachs-Zusatzlenkung). Die fünfachsige Konfiguration ist imposant und keinesfalls üblich. War aber in Kombination mit der großen Megaliner-Kabine und dem Ladekran zwingend notwendig.

Neben den Abrollcontainern, die bereits vor etwas längerer Zeit in Dienst gestellt wurden, den beiden neuen Chieftain Rockmont SUVs als Vorkommando-Fahrzeuge und dem GW-RTF ist die umfangreiche Beschaffungsreihe das Katastrophenschutzwesen abgeschlossen.

Ich habe beide WLFs entsprechend gleich aussehen lassen. Das schließt sogar Anbauteile am Fahrgestell beider Modelle mit ein – trotz verschiedener Achskonfigurationen. Neben dem Arbeitskran, der eine ähnliche Bauweise wie der am GW-G aufweist, ist an beiden Wechselladern auf der Rückseite der Kabine noch eine Klimaanlage zu erkennen. Da alle Abrollcontainer mittlerweile ebenso auf die Fünfer-Breite umgestellt wurden, misst auch der Aufnahmerahmen am Fahrzeug dieselbe Breite.

Ideengeber ist die Feuerwehr Mülheim an der Ruhr, die Ende vergangenen Jahres zwei ähnliche Fahrzeuge in Dienst gestellt hat und bereits im Einsatz hatte.

GW-RTF (Robotik Task Force)

Mit ihren unbemannten Ferndiagnossystemen steht die Feuerwehr Farnheim mit einer weiteren Fachgruppe seit Anfang des Jahres im Dienst der Gefahrenabwehr. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Einsatzrobotik (DEZERO) leistet mit der neuen „Robotik Task Force“ Forschungsarbeit, bspw. taktische Vorgehensweisen zu verschiedensten Einsatzszenarien mithilfe der Einsatzrobotik.

„Es sei zwar noch erhebliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit nötig, bis Feuerwehren das Potenzial von Robotern im Einsatzdienst vollends ausschöpfen können“, so der Leiter der RTF Sönke Richmann, aber durch die Feldforschungen in der Einsatzpraxis sei man auf einem guten Weg.

Die Einsatzrobotik der Feuerwehr kann in vielen Bereichen die Arbeit der Einsatzkräfte unterstützen:

  • Das Erhöhen der Sicherheit der Einsatzkräfte, indem Roboter Arbeiten in einsturzgefährdeten Bereichen übernehmen
  • Mit der Erkundung aus der Luft Lageeinschätzungen verbessern und beschleunigen. Rettungsmaßnahmen können so schneller greifen
  • Autonome Personen- und Materialtransporte, Lösch- und Hilfeleistungsmaßnahmen können das Personal vor Ort entlasten

Da die technischen Voraussetzungen tw. geschaffen sind, ist die Fortentwicklung, insbesondere der Einsatztaktiken, eine der wichtigsten Forschungsfelder des DEZEROs.

Mit der Aufklärung und Erstellung eines entsprechenden Lagebildes an unwegsamen oder unübersichtlichen Einsatzstellen hat die neue „Robotik Task Force“, kurz RTF, ihre Arbeit aufgenommen. Als Einsatzfahrzeug dient ihr ein geräumiger Transporter mit Hochdach, langem Radstand und Allradantrieb. Er verfügt über ein Geräteabteil und einen witterungsunabhängigen Leitstand im Heck des Fahrzeugs. Die Beladung umfasst zwei Drohnen (eine Lasten- und eine Aufklärungsdrohne) sowie einen erdgebundenen Erkundungsroboter. Ferner sind auf dem Fahrzeug ein Generator, Werkzeuge und Ersatzteile verlastet, um mögliche Wartungs- oder Instantsetzungsarbeiten noch vor Ort an den Gerätschaften vornehmen zu können. Ausgestattet ist die an Bord befindliche Rettungsrobotik mit hochsensibler und -auflösender Sensorik, die vom Leitstand des Fahrzeugs fernsteuerbar ist.

Zu ihren wesentlichen Aufgabenbereichen zählen derzeit das Lokaliseren von verschütteten Personen, das Spüren und Messen von CBRN-Gefahrstoffen und ihrer Konzentration in Erde, Wasser und Luft sowie das Erstellen eines vollständigen, hochauflösenden und dreidimensionalen Lagebildes bei unübersichtlichen, umfangreichen oder/und schwer zugänglichen Einsatzstellen. Im Einsatz ist die RTF eng mit der Einsatzleitung und, falls nötig, mit der Fachgruppe Spüren & Messen verzahnt.

Die Robotik Task Force ist eine Teileinheit in der Katastrophenabwehr der Feuerwehr Farnheim.

Angefixt über einen Bericht des DRZ, dem Deutschen Rettungsrobotikzentrum, das zusammen mit dem Fraunhofer Institut und einer Forschungsgruppe für Rettungsrobotik der Feuerwehr Dortmund entstand und so in Deutschland bislang einmalig ist, wollte ich meiner Feuerwehr für ihre Drohne einen ähnlich Rahmen bieten. Da im Augenblick auch im modellbauerischen Teil meines Hobbies der Katastrophenschutz ein großes Thema einnimmt, fand ich die autonome Einsatzrobotik ein interessantes und äußerst spannendes Einsatzspektrum. So inspirierte mich auch der feuerwehreigene Gerätewagen der Feuerwehr Dortmund zu einem „Nachbau“. Verladen sind in ihm ein kleiner bodengebundener Roboter und eine größere Flugdrohne.

WLF (Wechselladerfahrzeug)

Im Rahmen der Indienststellung der Abrollbehälter für das Schnelleinsatzsystem „Trinkwassernotversorgung“(kurz TWNV) war auch die Beschaffung zwei schwerer Wechselladerfahrzeuge vorgesehen, um zwei der drei je 15.000 L fassenden Tankbehälter bewegen zu können. Beide WLFs konnten kürzlich auf dem Hof der Hauptfeuerwache der geladenen Fachpresse vorgestellt werden.

Die WLFs sind auf einem Falcon Weightsta aufgebaut, dieses hier in der Konfiguration R520.36 8×4 NL. Das kryptische Kürzel dröselt wie folgt auf: R (hochrobustes Fahrgestell) 520 (PS) 36 (Tonnen Gesamtmasse) 8×4 (angetriebene Achsen) und NL (Nachlaufachse). Hierbei wurde das Augenmerk auf eine optimale Lastverteilung gelegt. Daher sind drei der vier Achsen unterhalb des Gleitrahmens positioniert. Je nach Anforderung und folglicher Zusammenstellungs des Modulsystems kann das WLF mit einem weiteren Anhänger zu einem Gliederzug zusammengestellt werden und damit einen zusätzlichen Abrollbehälter (in diesem Fall einen AB-Generator) ziehen.

Als Kabine wählte man beim Hersteller die vollklimatisierte Megaliner-Version mit Hochdach und Ruheabteil. Da immer auch die Möglichkeit besteht, dass das Trinkwassernotversorgungssystem bundesweit zum Einsatz kommen kann, und Besatzung recht komfortabel reisen und die persönliche Ausrüstung bequem mitführen kann.

Dieses Modell ist tatsächlich kein Neubau, sondern ein umfangreicher Umbau, der aus dem WLF, welches ich mir dereinst von der Feuerwehr Essen abschaute, entstanden ist. Es bekam eine umfassende Neubereifung, wobei die vierte Achse eine Nachlaufachse darstellen soll, ein erweitertes Chassis mit neuen Anbauteilen und überhaupt eine vollkommen neue Hütte. Sie greift das Design zahlreicher schwerer LKWs (18 Tonnen und mehr) auf, dass bspw. beim TLF 30/50 SL oder bei einem weiteren Vierachs-WLF bereits zur Anwendung kam. Die Gesamtoptik wird auch hier durch das neue Corporate Design abgerundet.