LEGO® Lieferwagen

Zu lange habe ich den zivilen Fahrzeugen aus meinem Stadtthema keine Beachtung geschenkt. Dabei haben gerade sie erheblichen Nachholbedarf. Streng genommen mehr noch als verschiendene Fahrzeuge meiner Feuerwehr. Denn gerade die LKWs waren noch nicht in der 5er-Breite angekommen. Das musste sich ändern.

Den Anfang machte mein alter Paketdienst-Zusteller, den ich zugunsten eines umfassenden Rebrandings vollkommen zerlegte und von Grund auf neu zusammenstellte. Dann aber, als der Umbau des Postautos schon fast abgeschlossen war, entstand die Idee, dem Fahrzeug ein Rebranding zu verpassen. Denn mein Blick fiel – zugegebenermaßen spät – auf die 4×4 Fliesen mit dem aufgedruckten LEGO® Logo des vorletztes Jahr erschienenden LEGO® Sattelschlepper (Nr. 60440) aus dem aktuellen City-Programm.

Überhaupt spielen solche gebrandeten LKWs in der Produktgeschichte bei LEGO® immer wieder eine Rolle. Binden sie die Zielgruppe unterbewusst so doch noch mehr an die Marke.

– 1972, Truck with Trailer (Nr. 685)
– 1983, Tractor Trailer (Nr. 6692) – mein persönlicher Lieblingstruck
– 1986, Container Lorry (Nr. 1525)
– 1997, LEGO Truck (Nr. 2148) – der Show Truck kam 2004 (Nr. 10156) noch einmal baugleich auf den Markt
– 2010, LEGO Truck (Nr. 3221)
– 2013, Villy Thomsen Truck (Nr. 4000008) – als Beigabe der exklusiven LEGO® Inside Tour
– 2015, Truck, (Nr. 10601) – duplo
– 2016, LEGO Truck Show (Nr. 4000022) – als Beigabe der exklusiven LEGO® Inside Tour
– 2022, LEGO Delivery Truck (Nr. 5007377) – als Beigabe im Rahmen der Eröffnungen neuer LEGO® Brand Stores
– 2024, LEGO Delivery Truck (Nr. 60440)
– 2025, Toy Truck (Nr. 60475) – Tag 18 des Adventkalenders
– 2026, LEGO Van (Nr. 60500)

Weitere Sets, in denen Fahrzeuge, bzw. Utensilien des Spielzeug-Unternehmens vorkommen:

– 2010, Cargo Train (Nr. 7939)
– 2015, City Square (Nr. 60097)

Soviel zum geschichtlichen Exkurs. Die Idee für mein Modell: die eingangs erwähnten Fliesen gesnottet, also in anderer Baurichtung, als Teil der Seitenwände montieren. Soweit der Plan in meinem Kopf. Allerdings ist die Geometrie der Bauteile so beschaffen, dass die eingesetzte Fliese, je nach Bauteileverwendung entweder eine halbe Plattenstärke nach innen oder nach außen versetzt ist. Oder anders ausgedrückt: Die Fliese schließt nicht bündig mit der Seitenoberfläche ab. Das ließe sich vermeiden, indem ich die kompletten Seiten fliese. Aber das schränkt den Innenraum ein.

Beladen ist der Bausatzfrachter mit sündhaft teurer Fracht: randvoll mit den legendären „Café Corner“ Modular Building Sets (Nr. 10182) aus dem Jahr 2007. Ja, die bedruckte Fliese brachte LEGO® höchstselbst 2017 im Modular-Haus-Jubiläumsset „Assembly Square“ (Nr. 10255) zum zehnten Geburtstag der beliebten Häuserserie auf den Markt. 2020 folgte aber noch ein günstigeres Creator-Set (Nr. 31105).

LEGO® als Unternehmen selbst vollzieht auch in seiner City-Welt immer mehr Wechsel von alten Antriebsarten hin zu einer umweltschonenderen Elektrifizierung. Ob Solar-Paneele auf Dächern, E-Roller, passende Ladesäulen oder eben mit Strom betriebene Autos aller Art. Und so mache ich es schließlich auch. Der Lauf der Dinge spiegelt sich auch in der Modellwelt wider. So soll mein LKW schließlich vollkommen elektrisch angetrieben sein. Um den Eindruck zu verstärken, deutet unmissverständlich das Strom-Symbol im Kühlergrill darauf hin. Darüber hinaus versah ich den Laster mit einer entsprechenden Batterie, die unter dem Fahrerhaus hellgrau hervorlugt. Auch sorgt ein Windabweiser auf dem Kabinendach für ein homöopathisches Plus an Windschlüpfrigkeit. In diesem Fall lässt sich sagen: Aus Gelb wird Grün.

Zuletzt das Finishing. Details wie das Bedienfeld für die Betätigung der Ladebordwand, seitlicher Unterfahrschutz, Außenspiegel und sonstige lichttechnische Notwendigkeiten runden das Modell ab. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dem Zugfahrzeug in der Zukunft noch einen Hänger zur Seite zu stellen. Die bedruckten Fliesen hätte ich noch, aber beim Rest wird’s eng. Ich habe halt doch etwas mehr Rot im Bestand.

LKW

Die Feuerwehr Farnheim nutzt eine Vielzahl von klassischen LKWs, die verschiedenen Fachgebieten zur Verfügung stehen. Sie erfüllen im weitesten Sinne logistische Aufgaben. Aber auch für die Fahrerausbildung werden die LKWs eingesetzt. Das hier gezeigte Fahrzeug ist den Zentralwerkstätten der Feuerwehr, genauer gesagt, der Schlauchwerkstatt, zugehörig.

Immer wieder kommt es vor, dass bei Großbränden, das Schlauchmaterial Schaden nimmt. Nicht nur, dass strukturelle Schäden am Material (Schlauchplatzer) auftreten können, sondern vielmehr werden die Schläuche mit dem verschmutzten Löschwasser, das aus dem Brandobjekt tritt, kontaminiert. Das verbrauchte Löschwasser kann im schlechtesten Fall zu einer zähen Melange aus Wasser und den durch die Hitze des Feuers verflüssigten und ausgetretenen gelagerten Rückständen, wie Fetten, Chemikalien oder Mineralölprodukten, werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Kollegen der Schlauchwerkstatt tauschen mithilfe des LKWs die vor Ort verbrauchten Schläuche gegen neues Material aus und führen sie der Schlauchwerkstatt zu. Dort werden sie gereinigt, auf Dichtigkeit geprüft, getrocknet und wieder eingelagert. Auch werden die Schlauchbestände der einzelnen Feuerwachen regelmäßig aufgefüllt, sodass dort kein Mangel entsteht. Auch diese Touren erledigt man mithilfe dieses LKWs.

Übrigens, um das verbrauchte Löschwasser nicht in die Kanalisation oder das Grundwasser gelangen zu lassen, gibt es in Farnheim die Sonderkomponente Löschwasser-Rückhaltung (LöWaRüHa), die das Löschwasser auffängt und durch einen Aufbereitungsdienstleister abpumpen lässt. Da kommen leicht Abertausende Liter zusammen. Aber das ist ein anderes Thema.

Dieser LKW ist das Ergebnis eines großen „Make-overs“, denn er stammt bereits aus dem Jahr 2009 – somit aus der Anfangszeit meines LEGO-Hobbys. Natürlich war er anfänglich in der klassischen Viererbreite erbaut, weshalb ich den Aufbau während der Überarbeitung auf fünf Noppen verbreiterte. Die Kabine, die etwas japanisch anmutet (Stichwort: Mitsubishi Fuso Canter), gefiel nach all den Jahren noch immer, so dass ich das Modell lieber modernisierte, als es zu zerlegen. Zeitgleich bringe ich meine Flotte an alten Kleintransportern auf die aktuelle Darstellungsform. Tatsächlich schlummern bei mir noch immer alte Klassiker zusammengebaut in Kisten, die, wie in diesem Fall, ein zweites Leben bekommen.

Natürlich verlässt kein Modell den Bautisch ohne entsprechendes Finishing. So bekam auch dieser LKW eine Ausschmückung, auch an der Fahrzeugunterseite. So hängt der Antriebsstrang samt Auspuff und Anbauteilen, dank der neuen Rundeiner-Plättchen mit Clip (Nr. 5264) fest an der Chassis-Platte. Zudem war noch Platz für zwei verschieden lange Staufächer. Da ich für mich annehme, dass der LKW schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, bekam er auch nicht das aktuelle Corporate Design verpasst.

TSF-W der FF Hookerumeroog

Mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug folgt nach dem LF 8 nun auch die Vorstellung des zweiten Fahrzeugs der Löschgruppe Großedünen und ist somit komplett. Das TSF-W wurde bereits 2016 als Ersatz für ein altes TSF in Dienst gestellt. Es verfügt über einen Löschwassertank von 600 Litern, worauf das W(asser) im Namenskürzel hindeutet. Bedingt durch die teils sandig-hügeligen Dünenlandschaften und einigen unbefestigten Zufahrten zu den teils noch mit Reet (Rohr oder Schilf) bedeckten Dächern der Wohnhäuser der kleinen Ortschaft ist das Fahrzeug mit Allradantrieb ausgestattet. Für alle Einsätze, die die Löschgruppe in Größedünen nicht bewältigen kann, rückt Unterstützung aus Hokkum an.

Es musste schließlich ein Schuh daraus werden, als ich kürzlich das LF 8 präsentierte. Und so bastelte ich nun dieses Exemplar zusammen. Obwohl es schon einige TSF-Ws (oder baugleiche Fahrzeuge) unter meinen Modellen gibt (siehe Sanderoog, die Jugendfeuerwehr Farnheim oder die BTF Jade Messe AG), entschied ich mich für eine andere Darstellungsform. Sie basiert auf meiner beliebten Kleintransporterfamilie.

Erstmals seit langer Zeit nutzte ich mal wieder die guten, alten Fensterrahmen mitsamt grauer Läden für eine Geräteraumabdeckung. Dahinter verbergen sich ein wenig angedeutete Einrichtung sowie eine entnehmbare Tragkraftspritze im Heck. Da solche Fahrzeuge i. d. R. Standardexemplare sind, verzichtete ich hierbei auf ein besonderes Farbschema oder Beleuchtungs-Klimbim. Die Dachbeladung ist vervollständigt durch eine Gerätekiste, eine Axt, einen (Saug)Schlauch und eine selbstgebaute Leiter aus gekürzten Flexschläuchen.