Die Führungsdienste der Feuerwehr

Das personelle Konstrukt einer jeden Feuerwehr ist hierarchisch aufgebaut und dem Militär entlehnt. Je größer die Feuerwehr, desto komplexer wird es. Gemäß dieser Hierarchie stehen erwartungsgemäß die zahlreichen Leitungspositionen der Einrichtung oben. Doch was bedeuten die zahlreichen Buchstabenkürzel der Leitungsdienste, von denen hier immer mal wieder zu lesen ist, und welche Funktion verbirgt sich dahinter? Wir klären auf.

Der Chef einer Feuerwehr leitet natürlich seine Feuerwehr – auch in Farnheim. Aber zu leiten, zu führen und zu organisieren gibt es bei großen Feuerwehren aber zu viel, als dass sich eine einzige Person darum kümmern könnte. Daher sorgt gleich ein ganzer Stab an Personen für einen reibungslosen Ablauf auf den zahlreichen Feuerwachen und bei jeder Art und jedem Umfang von Einsatzszenario.

C-Dienst
Der C-Dienst ist meist der Zugführer. Er rückt bei allen Ereignissen, bei denen ein Zugverband alarmiert wird, mit dem ELW aus. Er weist die Kräfte vor Ort an, entsprechende Rettungs- und Löschmaßnahmen einzuleiten. Zudem gibt es den C-Dienst u. a. im Wachenbetrieb. Er kümmert sich dabei dann als diensthabender Wachabteilungsleiter (WAL) vornehmlich um die tägliche Organisation aller anfallenden Arbeiten, Fortbildung und einen generellen, reibungslosen Dienstablauf auf der jeweiligen Feuerwache. Übrigens, bei kleinen Einsätzen, zu denen nur ein oder zwei Fahrzeuge ausrücken, übernimmt der Trupp-/Staffel- oder Gruppenfüher (sitzt immer auf dem Beifahrerseitz) die Leitung an der Einsatzstelle.

B-Dienst
Den B-Dienst erfüllt das Personal ab einem gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst (silberne oder goldene Abzeichen). Ihm obliegt die Leitung größerer Einsatzlagen. In Farnheim, wenn bspw. mind. zwei Zugverbände eingesetzt werden. Er koordiniert die Einsatzkräfte, ähnlich wie es der Zugführer des C-Dienstes tut, nur kann er diese als Abschnittsleiter einsetzen, die ihm regelmäßig ein Bild der Lage von ihren Abschnitten rückmelden. Die Personen bekleiden zumeist im normalen Wachbetrieb Führungsaufgaben in den Organisationsbereichen der Feuerwehr. Personen des B-Dienstes stehen unter erweiterter Wachbereitschaft und können auch während Ihrer Freischichten alarmiert werden. In München bspw. wird er auch als I-Dienst (Inspektionsdienst) bezeichnet.

A-Dienst
Der A-Dienst ist die höchste Führungsebene, der der Leiter der Feuerwehr und seine Vertreter angehören. Sie stehen unter steter Rufbereitschaft und übernehmen die Leitung bei großen und komplexen Einsatzlagen. Sie sind im Dienstrang mind. Amtsleiter.

D-Dienst
Der D-Dienst bedeutet Direktionsdienst. Er ist Teil des erweiterten Einsatzführungsdienstes, der die Leitung zumeist in Lagezentren (in Farnheim ist dafür auf der Hauptfeuerwache ein spezieller Raum eingerichtet) in Abstimmung mit den Führungskräften vor Ort übernimmt.

H-Dienst
Im sog. Hintergrunddienst stehen ferner spezialisierte Fach- und Führungskräfte unter erweiterter Rufbereitschaft, die im Falle einer besonderen Krisenintervention (bspw. Notfallseelsorge, Höhen- oder Tiefenrettung) als fachliche Experten zur Verfügung stehen.

U-Dienst
Der U-Dienst (Umweltdienst) ist ein Fachberater, der bei allen Umweltgefahren oder CBRN-Lagen (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear) alarmiert und in leitender Funktion vor Ort tätig wird. Er ist Fachkundler bei allen Anfragen der Analytischen Task Force (ATF) und kann Bestandteil des Hintergrunddienstes sein.

OrgL
Ein weiterer Fachberater ist der OrgL, der organisatorische Leiter Rettungsdienst. Zumeist in Gestalt eines erfahrenen Notarztes koordiniert er bei größeren Einsätzen die Rettungsmittel und das Personal sowie die geeigneten Rettungsmaßnahmen vor Ort. In Farnheim stellt jede im städtischen Rettungsdienst beteiligte Hilfsorganisation (Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund, Bundeswehr) im wöchentlichen Wechsel einen OrgL.

Einsatzfahrzeug des LNA

Der Leitende Notarzt (kurz LNA) oder Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes (OrgL) sind entsprechende Fachberater der Einsatzleitung im medizinischen Bereich der Notfallrettung. Eingesetzt wird ein solcher LNA bei einem Großschadenfall oder einer Epidemie, bei denen mit einem Massenanfall an Verletzten oder Erkrankten zu rechnen ist, der sämtliche medizinischen Maßnahmen vor Ort überwacht, leitet und koordiniert. Er führt zusammen mit dem OrgL als Sanitätseinsatzleitung alle ihm unterstellen Sanitätsgruppen für eine bestmögliche notfallmedizische Versorgung.

Dieser LNA greift für solche Einsatzindikationen auf ein bei der Berufsfeuerwehr Farnheim bereitstehendes Fahrzeug zurück. Es handelt sich hierbei um ein sog. ein Soft-SUV, das im Kofferaum zum einen allerlei Material zur persönlichen Ausstattung, zum anderen die komplette Beladung eines Notarzteinsatzfahrzeuges mitführt. Dazu gehören u.a. ein Defibrillator, ein EKG-Gerät, Sauerstoff oder auch div. Medikamente.

Auf der Fanwelt inspirierte mich ein entsprechendes Vorbild des Modellbauers Wolfgang Köhlers zum einem Nachbau. Mein „Schwestermodell“ unterscheidet sich vom Vorbild in Details. Vor allem aber sind Front- und Heckpartie unterschiedlich ausgeführt. Ebenso bekam mein Fahrzeug eine gelbe Konturmarkierung spendiert.

UPDATE: Ich überarbeitete das Fahrzeug nochmals hinsichtlich der Farbgebung und einiger karrosserietechnischer Dinge. Mit dem Wegfall des gelben Steifens und dank des neuen roten Dachbauteils passt das Fahrzeug nun, wie ich finde, viel besser zu dem neuen Farbschema der feuerwehreigenen Rettungsdienstfahrzeuge. Ich danke Euch für die Impulse!

Fahrgestellbasislänge: 8 Noppen (2x8er Platte)